Wolfgang Franßen

Der Literaturpodcast der vergessenen Bücher

Arts DE ↓ 281 episodes

Wir werden erschlagen von einer Flut an Neuerscheinungen. Niemand ist in der Lage, sie alle zu lesen. Wir pflegen unsere Lieblingsautoren/innen, folgen unserer Neugier und Empfehlungen, sind von manchem Buch enttäuscht, andere wiederum wünschen wir viele Leser. Dieser Podcast widmet sich den vergessenen Bücher und den Neuerscheinungen, die in den Regalen der Buchhandlungen verstauben. Jeden Mittwoch von nun an eine Autorin oder ein Autor. Die Welt der Literatur wächst mit jedem Jahr. Also schauen sie mir über die Schultern, vielleicht ist ja etwas für sie dabei.www.wolfgangfranssen.de

Author

Wolfgang Franßen

Category

Arts

Podcast website

podcast3622e0.podigee.io

Latest episode

Jul 8, 2026

Where to listen?

Podcasts in the app Replaio Radio Coming soon

Podcasts are coming to the app soon. Install now and be the first to see a whole new take on podcasts

Get it on Google Play Install for free Android 5M+ downloads · 4.8 rating iOS soon

Episodes

Franßen zu Juan Carlos Onetti "Das kurze Leben" 16.03.2022

Juan Carlos Onettis Roman "Das kurze Leben" ist sicher kein Buch, das man auf dem Nachttisch liegen haben sollte, um kurz vorm Einschlafen ein paar Seiten zu lesen. Nach einer schweren Operation seiner Frau, der eine Brust amputiert worden ist, dem Eingeständnis, dass er sie nicht mehr liebt, belauscht er durch die dünnen Wände in der Nachbarwohnung die Prostituierte Queca, und gibt sich Gedanken...

Franßen zu Carlo Levi "Christus kam nur bis Eboli" 09.03.2022

Wenn ein Buch in seinem Titel all das erfasst, was einem die Geschichte erzählen wird, ist das eine glückliche Fügung und mehr wert als der berühmte erste Satz. Carlo Levis 1945 erschiener Roman taucht tief ein in die versprengte Welt der Bauern ein, in die der Arzt Levi 1935 für zwei Jahre verbannt wurde.

Franßen zu Dorothy Baker "Zwei Schwestern" 02.03.2022

Judith, die Musikalische, lebt längst in New York. Was bei Cassandra nach dem Auszug ihrer Schwester eine tiefe Verstörung des Alleinseins, des Verlassenwerdens nach sich zieht. Nun beabsichtigt ihre Schwester, auch noch einen Arzt heiraten, was das Band zwischen ihnen endgültig zerreißen würde.

Franßen zu "Die Schuld des Tages an die Nacht" 23.02.2022

Als Kind eines algerischen Landarbeiters lernte Younes vor allem eins kennen: Die Vergeblichkeit. Wäre da nicht sein Onkel, ein Apotheker, der sich um ihn kümmert, hätte er wie sein Vater ein Leben in der Entbehrung gelebt. Er wechselt nicht nur den Namen von Younes in Jonas ,er genießt den Vorteil im europäischen Teil aufzuwachsen. Doch sogleich zerbricht das, was ihn ausmacht, in eine europäisch...

Franßen zu Joseph Roth "Das falsche Gewicht" 16.02.2022

Der Journalist und Autor Joseph Roth kannte sein Österreich, kroch in seine Ecken und spülte Charaktere heraus, die verspielt dem Spinnennetz der Melancholie verfallen waren und nicht selten eine gewisse Trägheit frönten. Nach dem ehernen Grundsatz: Alles soll so bleiben, wie man es kennt.

Franßen zu Patricia Highsmith "Das Salz und der Preis" 09.02.2022

Patricia Highsmiths "Das Salz und sein Preis", zwischendurch auch mal als "Carol" auf dem Markt, erzählt vom Aufkeimen einer Beziehung zwischen einer in Scheidung lebenden Frau und einer jungen angehenden Bühnenbildnerin. Ihr Hausverlag lehnte das Buch ab, ein zweiter Verlag brachte es äußerst erfolgreich unter dem Pseudonym Claire Morgan heraus.

Franßen zu Tahar Ben Jelloun "Das Schweigen des Lichts" 02.02.2022

Salim hat gegen König Hassan II geputscht und sitzt seitdem in einem geheimen Straflager ein. Im Nirgendwo. In der Kälte ohne Licht, seiner Angst überlassen. Sie alle, die sich gegen den König aufgelehnt haben, sollen verrecken. Statt sie zu erschießen, sieht die Rache so aus, dass sie unterirdisch in Zellen sitzen, in denen sie sich nicht aufrichten können.

Franßen zu Mario Vargas Llosa "Tante Julia und der Kunstschreiber" 26.01.2022

Tante Julia ist nach ihrer Scheidung nicht nach Lima zurückgekehrt, um sich in ihrer Neffen Mario zu verlieben. Aber wie das Schicksal so spielt. Vor allem in der Komödie. Da trifft eine wunderschöne 33-jährige auf einen Studenten, der von Paris, der Boheme, dem Lebens als Schriftsteller träumt und zusammen mit seiner Tante den Skandal schürt.

Franßen zu Émile Zola "Germinal" 19.01.2022

„Le Voreux" die Bergarbeitersiedlung eins Schachts ist der Schauplatz von Émile Zolas Roman "Germinal". Der Maschinist Etienne Lantier schürt die Revolte, überzeugt die Bergarbeiterfamilien von der Arbeitsniederlegung. Schnell zeigt sich, dass die Arbeiter der anderen Gruben nicht mitmachen. Nicht genug damit, belgische Arbeiter werden eingeschleust, um den Streik zu unterlaufen, als die Wut der B...

Franßen zu Carson McCullers "Spiegelbild im goldenen Auge" 12.01.2022

Nichts ist schlimmer als die Langeweile. Sie verführt zu heimlichen Gedanken, zu lustvoller Verlockung, zur mit Heißluft aufgefüllten Sehnsucht. Carson McCullers erzählt die Geschichte einer Garnisonsstadt im Süden der USA. Kein Krieg weit und breit in Sicht, in denen sich Helden auszeichnen können. Schnell ist klar, die Stunden, die nicht vergehen wollen, sorgen für Überhitzung.

Franßen zu Tim Parks "Stille" 05.01.2022

Dass Fernsehjournalisten wegen der unterschiedlichsten Vergehen plötzlich ihr Ausscheiden aus dem Sender bekanntgeben, ist in letzter Zeit fast gang und gebe. Sie gehen wie Harold Cleaver in Tim Parks Roman "Stille" davon aus, allein wegen ihrer Stellung, der Meriten, die sich über die Jahre verdient haben, unantastbar zu sein. Seit dreißig Jahren lebt Cleaver mit einer Frau ohne Trauschein und vi...

Franßen zu Kurt Vonnegut "Schlachthof 5 oder der Kinderkreuzzug" 29.12.2021

Bill Pilgrim wird in einem Keller eines ehemaligen Schlachthofs gefangen gehalten. Seine Phantasie bewahrt ihn davor, angesichts der Bomben durchzudrehen. Er rutscht aus den Fugen der Zeit. Begegnet Aliens, die ihn entführen und in einem Zoo zur Schau stellen. Er gibt sich der Überzeugung einer vierten Dimension hin, in der das Leben längst geschehen ist. Er braucht sich also gar nicht zu grämen,...

Franßen zu A. L. Kennedy "Alles was du brauchst" 22.12.2021

Der Roman der aus Schottland stammenden A.L. Kennedy "Alles was du brauchst" ist alles andere als ein Lobgesang auf das Künstlerleben. Eher ein Ringen mit Verlusten, Versäumnissen, der Sehnsucht Verlorenes zurückzugewinnen. Obwohl die Voraussetzungen in einer Künstlerkolonie auf Foal Island an der walisischen Küste zu wohnen und zu schreiben, besser nicht sein könnten.

Franßen zu Hubert Selby "Letzte Ausfahrt Brooklyn" 15.12.2021

Die letzte Ausfahrt zu nehmen, kann bedeuten, dass man endlich da ankommt, wo man hingehört. Am Ziel. Oder die letzte Ausfahrt ist wie die letzte Station einer Straßenbahn, man wird gezwungen auszusteigen, es geht nicht mehr weiter. Hubert Selbys Roman "Letzte Ausfahrt Brooklyn" ist disparat, brutal, ungeschminkt spielt in den 1950 Jahren in Brooklyn.

Franßen zu Witold Gombrowicz "Ferdydurke" 08.12.2021

Es kommt nicht oft vor, dass ein Autor, eine Autorin im eigenen Land geschasst wird. Erst wenn sie tot sind, werden sie zum Sohn oder zur Tochter der Nation erhoben und ein Denkmal für sie errichtet. Einen Witold Gombrowicz würden sie in Polen des neu erstarkten Nationalismus gut brauchen können. Er scherte sich nicht um Konventionen, entdeckte darin nur das Abgestorbene überkommener Formen. Wahrs...

Franßen zu John Fante "Arturo Bandini" 01.12.2021

Er war einer, den Charles Bukowskis bewunderte, den er dem Vergessen zu entreißen versuchte. John Fante vermochte vom kleinen Glück wie dem alltäglichen Wahnsinn mitsamt Lüge und Betrug, der bitteren Armut zu erzählen, ohne dass es wie eine Aneignung klang. Das Leben jener Menschen, mit denen er zusammen aufgewachsen war und mit denen er Freundschaften geschlossen hatte, ließ seine Leser glauben,...

Franßen zu Thomas Bernhard "Der Keller" 24.11.2021

Ein Autor, der für Aufruhr sorgte, wenn er allzu deutlich Personen aus seinem privaten Umfeld in seine Erzählungen einfließen ließ. Einer, der den österreichischen Staat herausforderte. Zu guter Letzt sogar verbot, dass seine Werke nach seinem Tod in seiner Heimat aufgeführt wurden. So einer muss doch unvergessen sein, oder?

Franßen zu Lily Brett "Chuzpe" 17.11.2021

Wenn der Vater mit siebenundachtzig ein Verhältnis mit einer Neunundsechzigjähren beginnt, sich nicht damit begnügt, mit seinem Leben abzuschließen, lieber an der Lower Eastside ein Restaurant für Fleischbällchen eröffnen will, führt das natürlich zu Verwirrungen. Ruth, die Tochter, fest verankert in den New Yorker Neurosen bewegt sich am Rande des Nervenzusammenbruchs auf Grund von so viel überbo...

Franßen zu Georges Simenon "Betty" 10.11.2021

In "Betty" erzählt er von einer Frau Ende Zwanzig, die sich in Bars betrinkt, scheinbar haltlos ist. Im "Le Trou" gerät sie unter die Streuner, Trinker, Überlebenskünstler und ihre hochtrabenden Ansichten über die Welt an sich. Als sie das Bewusstsein verliert und zusammenbricht, wacht sie im Hotelzimmer von Laure, einer reichen Witwe, auf.

Franßen zu Halldor Laxness "Atomstation" 03.11.2021

Laxness war ein politischer Schriftsteller, der sich in der Tradition der isländischen Sagen genauso gut auskannte, wie mit den sozialen Verwerfungen in seinem Land, der Geschichte, der Unterdrückung. In "Atomstation" erzählt er von dem amerikanischen Ersuchen für 99 Jahre einen Stützpunkt auf Island zu errichten, und beschwört die Gefahr für das Leben und die Kultur in seinem Land herauf.

Franßen zu Phillipe Claudel "Die grauen Seelen" 27.10.2021

Versteckt vor der Außenwelt liegt das Dorf da. Zwanzig Jahre braucht es, bis der Ich-Erzähler den Mut aufbringt, sein Schweigen zu brechen. Von einem Unrecht erzählt. Die zehnjährige Tochter eines Gastwirts ist erdrosselt worden. Wer anders als ein Deserteur konnte diese schreckliche Tat begangen haben.

Franßen zu Marlene Steeruwitz "Partygirl" 20.10.2021

Marlene Steeruwitz bietet in ihrem Roman eine Art Umkehrung an, in der ihre Helden sich auskotzt. Nicht nach vorne schreitet die Geschichte der inzestuöse Liebesgeschichte der Madeleine Asher mit ihrem Bruder Rick voran, sie verortet ihr eine Rückwärtsbewegung. Zwar ist alles Gegenwart, und da wir das Ende als Sechzigjährige in Chicago gleich zu Anfang kennen, alles Vergangenheit.

Franßen zu Malcolm Lowry "Unter dem Vulkan" 13.10.2021

Als Albert Finney sich als Geoffrey Firmin bückte und Schwierigkeiten hatte sie wieder aufzurichten, machte er in der Verfilmung von "Unter dem Vulkan" durch eine einzige Geste den Alkoholiker klar. Ein britischer Konsul in Cuernavaca in Mexiko. Am Tag der Toten. Malcolm Lowrys Roman wurde dank John Huston wiederentdeckt.

Franßen zu Sofi Oksanen "Fegefeuer" 06.10.2021

Oksanen verknüpft zwei Tragödien. Jene Estlands und der von Aliide Tru. Sie ist alt und lebt zurückgezogen auf einem Bauernhof. Von ihren Nachbarn, den Menschen an sich hat sie sich abgewendet. Eines Abends findet sie ein Mädchen in ihrem Garten, deren Leben genauso missbraucht wurde wie ihres.

Franßen zu Sam Shepard "Der große Himmel" 29.09.2021

Es waren die staubigen Straßen, die billigen Motels, die harten Gesichter. Menschen wie Travis in "Paris Texas", der von seinem Versagen niedergedrückt wird. Die Männer in Shepards Geschichten standen entweder still oder befanden sich auf einer vom Weg abgekommenen Reise . Die Frauen beobachteten sie, hielten Distanz, verziehen und verzweifelten an ihnen.

Listen to the Der Literaturpodcast der vergessenen Bücher podcast in Replaio

Radio and podcasts in one app - free, with no sign-up. Install today and do not miss the launch

Get it on Google Play

Replaio is not a podcast publisher; show names, artwork and audio belong to their authors and are distributed through public RSS feeds.