Wolfgang Franßen

Der Literaturpodcast der vergessenen Bücher

Arts DE ↓ 281 episodes

Wir werden erschlagen von einer Flut an Neuerscheinungen. Niemand ist in der Lage, sie alle zu lesen. Wir pflegen unsere Lieblingsautoren/innen, folgen unserer Neugier und Empfehlungen, sind von manchem Buch enttäuscht, andere wiederum wünschen wir viele Leser. Dieser Podcast widmet sich den vergessenen Bücher und den Neuerscheinungen, die in den Regalen der Buchhandlungen verstauben. Jeden Mittwoch von nun an eine Autorin oder ein Autor. Die Welt der Literatur wächst mit jedem Jahr. Also schauen sie mir über die Schultern, vielleicht ist ja etwas für sie dabei.www.wolfgangfranssen.de

Author

Wolfgang Franßen

Category

Arts

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Latest episode

Jul 8, 2026

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Episodes

Franßen zu Ali Smith "Jahreszeitenquartett" 22.09.2021

Mit ihr legen wir die Fesseln ab, was wir von einer Geschichte erwarten. Kein erhobener Zeigefinger, keine auf Wirkung erzielte Dramatik. Von Komik versteht sie wirklich was, aber sie ist nie entblößend, eher kratzt sie am Absurden. Wie man eine Gesellschaft im Wandel beschreiben sollte, das liest sich in "Frühling", "Herbst", "Sommer" und "Winter" fulminant.

Franßen zu Philippe Djian "Blau wie die Hölle" 15.09.2021

Als "Bleu comme l'enfer", Blau wie die Hölle, 1982 in Frankreich erschien, waren sich die Kritiker schnell einig, dass da ein Autor das Lebensgefühl der jüngeren Generation einfing. Derb, temporeich, mitunter rebellisch, dem Sex zugewandt. Da war "Betty Blue", der Roman, der ihn berühmt machen sollte, noch gar nicht erschienen. Philippe Djian war Kult.

Franßen zu Charles Simmons "Salzwasser" 08.09.2021

Wenn Michael von den Geschehnissen in jenem Sommer 1963 erzählt, versucht er herauszufinden, was ihn hilflos gemacht hat. Erste Lieben sind immer verwirrend. Man unterstellt ihnen nichts Bösartiges. Gerade mal fünfzehnjährig verliebt sich Michael in Zina. Blauäugig bekommt er lange Zeit nicht mit, dass sie etwas vor ihm verbirgt.

Franßen zu Stewart O'Nan "Letzte Nacht" 01.09.2021

Das Farewell eines Restaurants. Der letzte Abend seiner Angestellten und Gäste. Eher ein stilles Drama. Ein sich Fügen in eine unsichere Zukunft. Wie waren da. Wir saßen an einem der Tische. Wir belauschten die Gespräche. Und draußen schneit's. Da war früher das Red Lobster .... werden die Stammgäste die Erinnerung wachhalten. So wie wir über unsere verlorenen Plätze sprechen.

Franßen zu Dorothy Parker "New Yorker Geschichten" 25.08.2021

Dorothy Parker wusste, dass unser Leben hauptsächlich aus Missverständnissen besteht. Dass zu hohe Erwartungen ins Abseits führen. Mit Selbsttäuschung und einer latenten Unzufriedenheit begegnen die Frauen in ihren Geschichten den Männern. Denen konnte man sich nicht entziehen, außer man entschied sich wie die Autorin dazu, sich dieselben Freiheiten einzuräumen.

Franßen zu Gabriel García Márquez "Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt" 18.08.2021

Sechsundfünfzig Jahre nach Beendigung des Bürgerkriegs sitzt ein Oberst immer noch da und wartet. In einem Dorf in Kolumbien. Ob er nun endlich seine Veteranenpension bekommt ist ungewiss. Sein Leben ist mehr als beschaulich, regelrecht armselig. Abwechslung bietet schon mal eine Beerdigung, bei der er ungern seine Lackstiefel trägt, weil sie wie Waisenschuhe aussehen.

Franßen zu John Berger "Auf dem Weg zur Hochzeit" 11.08.2021

Eine Geschichte wie in seinem Roman "Auf dem Weg zur Hochzeit" vom Ende her zu erzählen, ist ein Wagnis. Schließlich fiebern wir als Leser ja auf die Lösung einer Geschichte hin. Was, wenn sie gleich zu Anfang verraten wird? Ninon, die Braut, hat Aids. Ihre Hochzeit findet im italienischen Gorino statt. Ihr Vater kommt auf dem Motorrad aus Frankreich, die Mutter reist aus Bratislava mit dem Bus an...

Franßen zu Nelson Algren "Der Mann mit dem goldenen Arm" 04.08.2021

Frankie Machine ist Berufskartenspieler. Seiner Heroinsucht ist er hinter Gittern entkommen und kehrt nach seiner Haftstrafe clean zu seiner Frau Zosch zurück, die nach einem Unfall in einem Rollstuhl sitzt. Frankie hat im Knast Schlagzeug spielen gelernt und träumt von einer Karriere als Musiker abseits der Spieltische.

Franßen zu Maaza Mengiste "Unter den Augen des Löwen" 28.07.2021

Ihr erster Roman "Unter den Augen des Löwen" spielt 1974 in Äthiopien, kurz vor dem Sturz des Diktators und dem Umbau des Landes in einen sowjetischen Satelittenstaat. Während der Hungersnot im Norden wächst in der Landeshauptstadt Addis Abeba der Widerstand gegen Kaiser Haile Selassie. Kann man vor den Missständen, den Repressalien im eigenen Land die Augen verschließen?

Franßen zu Cesare Pavese "Am Strand" 21.07.2021

Clelia verbringt in Cesare Paveses "Am Strand" ihre Ferien mit vier Männer an der ligurischen Küste. Eric Rohmer hat aus diesen heißen Tagen, die am besten im Schatten auszuhalten sind, Filme gedreht. Es wird geflirtet, getrunken, es werden Grenzen ausgelotet und alles ist ein Zeitvertreib, ein Spiel.

Franßen zu Gertrude Stein "Ida" 14.07.2021

Natürlich bleibt Gertrude Stein auf Grund ihres Salons in Paris, der ein Treffpunkt der Avantgarde war, und ihrem berühmten Satz "Rose is a rose is a rose is rose" unvergessen. Ohne etwas von ihr gelesen zu haben, behaupten viele, sie zu kennen. War das nicht die mit Hemingway, mit Picasso, verkehrte nicht auch Cézanne, Renoir und Gauguin bei ihr?

Franßen zu Walter Serner "Die Tigerin" 07.07.2021

Walter Serners "Die Tigerin" umgibt ein gewisser Kultstatus, als würde man ihn heutzutage noch unter dem Tisch verkaufen. Die Geschichte spielt im Milieu der Huren, Ganoven, inmitten der Halbwelt, die viele Erzählungen von Serner bevölkert haben. Eigentlich eine Liebesgeschichte.

Franßen zu John Updike "Hasenherz" 30.06.2021

Im ersten Roman "Hasenherz" ist Harry noch Warenhausverkäufer. Sein Leben ist längst aus der Bahn geworfen, als er bemerkt, dass er eigentlich nicht mehr lebt, sondern über das Leben nachdenkt. Als ehemaliger Baskettballstar ist er ein Unrast, ein Mann, der beliebt bei den Frauen ist.

Franßen zu Irene Dische "Fromme Lügen" 23.06.2021

Können Lügen fromm sein? Dienen sie nicht vor allem dem Zweck, sich zu entziehen? Erleichtert das gegenseitige Anschwindeln nicht das Leben miteinander? Disches Figuren fehlt es an schlechtem Gewissen, an übergeordneter Moral, um der Versuchung zu widerstehen, sich selbst in einem besseres Licht zu rücken oder seinen Vorteil aus einer Lüge zu ziehen.

Franßen zu António Lobo Antunes "Fado Alexandrino" 16.06.2021

In einem seiner Hauptwerke "Fado Alexandrino" bringt Antunes vier Jahre nach der Nelkenrevolution, die das Salazar-Regime stürzte, fünf Veteranen zu einem Abendessen zusammen. Wobei er die unterschiedlichsten Ränge miteinander verbindet: Vom einfachen Soldaten, über den Funkoffizier bis hin zu Leutnant, Oberleutnant und Hauptmann. Ein Querschnitt jener Armee, die für die Einführung der portugiesis...

Franßen zu Marguerite Duras "Blaue Augen schwarzes Haar" 09.06.2021

Nicht erst seit der Liebhaber, dessen Verfilmung, Maguerite Duras weltweit bekannt machte, interessierte die Autorin, was mit Menschen geschieht, die der Liebe verfallen. In ihrem Stück "La maladie de la Mort" bezeichnete sie diese Ausschweifung als Krankheit, die Frauen wie Männer in einer romantisierenden Ohnmacht befällt. Schlimmer auf die Liebe, ist nur das Warten auf sie.

Franßen zu Wolfgang Koeppen "Tauben im Gras" 02.06.2021

Dass selbst der Rassismus ungebrochen bei den Besiegten wieder die Oberhand gewinnt, davon erzählt Wolfgang Koeppens „Tauben im Gras“. Jenem 1951 erschienen Roman, der ein Kaleidoskop der Stimmen bietet, die sprachlich und stilistisch umherirren. Kurz nach der Währungsreform geschrieben macht sich wieder etwas wie Zuversicht in diesem Deutschland breit, der Stolz kehrt zurück, der Schneid.

Franßen zu Juan Damonte "Ciao Papá" 26.05.2021

1976 war der Journalist, Fotograf, Übersetzer nach Frankreich ins Exil gegangen, später folgten Spanien und Mexiko. „Ciao Papá“ ist sein einziger Roman geblieben. Zu der Tragik dieses Autors gehört es, dass er einen zweiten verlor. Vor dem Hintergrund der Militärdiktatur in Argentinien erzählt Juan Damonte von dem dreißigjährigen drogen- und alkoholkranken Tomassini, der frisch aus dem Gefängnis e...

Franßen zu Paula Fox "Was am Ende bleibt" 19.05.2021

Eine Drehbuchschreiberin und ein Anwalt sind in Paula Fox Roman „Was am Ende bleibt“ gut aufgehoben im Brooklyn der 1960er Jahre. Eigentlich sorgenfrei, dazu kinderlos. Der Biss einer Katze, die womöglich Tollwut hat, reicht allerdings aus, alles in Wanken zu bringen.

Franßen zu Rolf Dieter Brinkmann "Rom, Blicke" 12.05.2021

Nein, Rolf Dieter Brinkmann hat niemanden geschont. Lange bevor Thomas Bernhards literarisches Geifern die Bühnen eroberte, spuckte er schon jedem ins Gesicht. Vor allem der 68er-Generation und ihrer Stilisierung des Politischen. Nach einem frühen Ausflug in den Noveau Roman übernahm er die Stilmittel der Beat Generation widmete sich der Lyrik und war schon bald als Außenseiter und Unruhestifter v...

Franßen zu George Sand "Sie und Er" 05.05.2021

Nichts fördert das Lesen so sehr, wie ein Roman hinter dem persönliche Erlebnisse vermutet werden. Im Fall von George Sand bot die Liebesaffäre zu Alfred de Musset in „Sie und Er“ Anlass zu wilden Spekulationen.

Franßen zu Mordecai Richler "Joshau damals und jetzt" 28.04.2021

Mordecai Richler ist als Sohn eines jüdischen Schrotthändlers in Montreal aufgewachsen. Seine Figuren stolpern durch überaus komischen Begegnung und geben vor, dass ihnen nichts Menschliches fremd ist. Joshua Shapiro, der Held des Romans in „Joshua damals und jetzt“ ist Schriftsteller, prominenter Sportjournalist und gerne im Fernsehen gesehen, um zu allem, was gerade eine Nachricht wert ist, sein...

Franßen zu Julien Green "Adrienne Mesurat" 21.04.2021

Willst du die ganze Oper, dann musst du Katholik sein. Eine Einschätzung, die der tiefgläubige zum Katholizismus konvertierte Julien Green sicher geteilt hätte. Zweisprachig aufgewachsen, blieb er sein ganzes Leben Amerikaner, obwohl die Franzosen ihn längst als einen der ihren adoptiert hatten.

Franßen zu Djuna Barnes "Nachtgewächs" 14.04.2021

Es gibt geheimnisumwitterte Romane, die in jeder Generation als Geheimtipp gehandelt werden und wieder verschwinden. Djuna Barnes „Nightwood“ zu deutsch Nachtgewächs gehört sicher dazu.

Franßen zu Bohumil Hrabal "Ich habe den englischen König bedient" 07.04.2021

So ist auch Jan Dítě in Bohumil Hrabals Roman „Ich habe den englischen König bedient“ nur scheinbar naiv, vielmehr weiß er, seine Lebensumstände geschickt anzupassen. Er ist ein Opportunist. Ein Kellner, ein Diener, der sich auf jeden Gast einstellen kann Immerhin will er Millionär werden und träumt davon, eines Tages ein eigenes Hotel zu besitzen.

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