BetDenkzettel

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Religion DE ↓ 747 episodes

BetDenkZettel sind kurze Bet- und Denkanstöße von Fra' Georg Lengerke - in der Regel zu einem Wort aus den Schriftlesungen der Liturgie vom Tag

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Religion

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Jun 19, 2026

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Episodes

191207 Aussicht: große Ernte Mt 9,35-10,1.6-8 08.12.2019

Als Jesus die vielen müden und erschöpften Menschen sieht, tun sie ihm leid. Sie kommen ihm vor, „wie Schafe, die keinen Hirten haben“, wie Menschen, nach denen niemand sieht, die keiner behütet und niemand geleitet. Mir scheint, dass damit das Lebensgefühl vieler Menschen in der Kirche und um sie herum auch heute ziemlich gut auf den Punkt gebracht ist. Seltsam ist nur, dass Jesus darüber gar nic...

191206 Sehend werden Mt 9,27-31 06.12.2019

Manchmal, wenn mir (wie heute) so gar nichts einfallen will, hilft es, spazieren zu gehen. Als ich aufbreche, treffe ich vor dem Haus eine Mitbewohnerin der Kommende, der ich meine Not schildere. „Ich frage mich ja,“ sagt sie, „warum die beiden Geheilten, obwohl sie schweigen sollen, loslaufen und drauflos plaudern.“ Darüber lohnt sich nachzudenken: Kein Dank, kein Innehalten, kein Wort darüber, w...

191205 Worauf bauen Mt 7,21.24-27 05.12.2019

Es gibt Worte, die formen unser ganzes Leben. Zum Beispiel, wenn ein Vater zu seinem Sohn sagt: „Du bist mein Sohn.“ Natürlich bin ich mehr als das. Aber dieses Wort sagt schon Entscheidendes über mein Werden und mein Sein – kurz: mein Lebenshaus – aus. Ähnlich ist es mit Worten, denen ich glaube und von denen ich mein Leben formen lasse. So wenn ein Mann zu einer Frau sagt: „Ich nehme Dich an als...

191204 1Adventswoche Mi Das größere Wunder Mt 15,29-37 04.12.2019

Es gibt zwei Missverständnisse der Wunder Jesu. Das eine ist die Moralisierung der Machttaten Jesu, die angeblich nur Bilder sind für das, was wir selbst tun sollen. Das andere ist eine Wunderfixiertheit, die so tut, als wäre das Entscheidende das Wunder – und nicht etwa Gott, der es tut, oder der Mensch, mit dem Gott sich verbinden will. Nun besteht die Gefahr, dass wir die Wunder, die Gott mit d...

191203 1Adventswoche Di Der Preis der Anderen Lk 10,21-24 03.12.2019

12. Januar 2007: Eine versteckte Kamera zeigt einen Straßenmusiker in der Eingangshalle einer U-Bahn-Station in Washington DC. Er spielt Geige. Eine Dreiviertelstunde lang. Bach, Schubert und anderes. Über Tausend Pendler laufen an ihm vorüber. Die meisten gehetzt. Nur 7 Leute bleiben stehen. Ein Kind etwas länger. Die Vorübergehenden werfen insgesamt $ 32,17 in den Geigenkasten. – Nur ein einzige...

191201 Advent und Abenteuer, Mt 24,29-44 01.12.2019

Ein Abenteuer ist ein aus dem Rahmen des Alltäglichen herausfallendes, herausforderndes und gefährliches Erlebnis. Im Mittelalter bezeichnete es eine ritterliche Unternehmung um eines hohen ethischen Zieles Willen. Man sprach von einer Aventiure. Das Wort wurde über das französische aventure vom lateinischen Wort adventura (das Ereignis) bzw. adventus (das Kommen, die Ankunft) abgeleitet. Die Wort...

191124 Christkönig Your Kingship Lk 23,35b–43 24.11.2019

Vor zwei Wochen höre ich auf der Dachterrasse über der nächtlichen Altstadt von Jerusalem ein Lied, in dem es heißt: „How could I dare to let your Kingship / not shine for the world to see”. Und nach Südwesten sehe ich die Kuppel über Golgatha: „Wie könnte ich es wagen, Dein Königtum vor der Welt nicht zum Leuchten zu bringen?“ Was ist ein König? Der König ist der ganz freie Mensch vor Gott. Alles...

191117 33. Woche i. Jkr. So VollEndlich Lk 21,5-19 17.11.2019

Um die Zukunft der Erde streiten derzeit vor allem zwei Sichtweisen: Die eine besteht darauf, dass der menschengemachte Klimawandel das Leben auf der Erde bedroht. Die andere hält das für Panikmache, Klimaschwankungen habe es immer gegeben und der menschengemachte Anteil daran sei vernachlässigbar. Beide Ansichten kann man vertreten, doch scheint mir erstere besser belegt. Das Evangelium jedoch sp...

191110 32. Woche i. Jkr. So Siebter im Himmel? Lk 20,27-38 10.11.2019

Manche Frage im Evangelium scheint heute keinen mehr zu interessieren. Zum Beispiel: Wer irdisch mehrmals verheiratet war, mit wem ist der im Himmel verheiratet? Uninteressant? Also, was soll ich heute schreiben? Als ich vorgestern von der Verlobung einer meiner Patentöchter erfahre, erinnere ich mich, dass viele Brautleute eines doch nicht kaltlässt: Die Frage, wie sie denn nach dem Tod vor Gott...

191103 31. Woche i. Jkr. So Perspektivenwechsel Lk 19,1-10 03.11.2019

Mitunter braucht es einen Perspektivenwechsel, um mehr oder klarer zu sehen. Der geschieht bereits dort, wo ich mich in jemandes Situation versetze, um ihn zu verstehen. Oder durch einen Ortswechsel: z. B. im Urlaub, beim Besteigen eines Berges – oder eben beim Klettern auf einen Baum. Zachäus sucht einen Perspektivenwechsel. Er ist klein, die Leute versperren ihm die Sicht und werden mit dem korr...

191101 Allerheiligen Späte Freundschaft Mt 5,1-12a 01.11.2019

Die Freundschaft mit den Heiligen ist eine relativ späte Entdeckung auf meinem Weg mit Jesus. Ich habe sie nie als störende Zwischeninstanz empfunden. Ich wusste nur nicht recht, was mit ihnen anzufangen sei. Die Präfation – also der Lobgesang des heutigen Festes am Anfang des Hochgebetes – nennt sie „die verherrlichten Glieder der Kirche, unsere Brüder und Schwestern, die schon zur Vollendung gel...

191031 30. Woche i. Jkr. Do Ihr habt nicht gewollt Lk 13,31-35 31.10.2019

Es ist eine erschütternde Rede, die Jesus da von ferne an Jerusalem hält: „Ich wollte deine Kinder sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt; aber ihr habt nicht gewollt.“ Ich muss an eine leidgeprüfte Mutter denken, die ich in Exerzitien begleitete. Irgendwie traf sie diese Stelle ins Mark. Sie kannte das Hüten-Wollen der Henne selbst um den Preis des eigenen Lebens nur zu gut...

191030 30. Woche i. Jkr. Mi Mit allen Kräften Lk 13,22–30 (Wdh v. 25.8.19) 30.10.2019

Das Wort Jesu über die enge Tür und die Mühe, die es kostet, durch sie hindurch zu kommen, erweckt den Eindruck, das Christentum sei eine ziemlich anstrengende Religion und Gott ein ziemlich schwer zugänglicher Zeitgenosse. Es gibt Christen, die finden das ganz gut so, rackern sich mit frommem Pathos ab und tun fröhlich, obwohl sie es nicht sind. Und es gibt Christen, die finden das solange ganz s...

191029 30. Woche i. Jkr. Di Riskante Saat Lk 13,18-21 29.10.2019

Zu meiner Priesterweihe schenkte mir eine theologisch bewanderte Tante eine kleine runde Pappschachtel. In der fand sich eine Lupe auf drei Beinen. Der Boden der Schachtel zeigte einen Wolkenhimmel. In dessen Mitte ein ca. 1mm Durchmesser graubraunes Kügelchen. Darunter mit der Hand geschrieben „Mk 4,30-33“. Das ist die Parallelstelle zu der heutigen Evangelienlesung. Das Kügelchen ist ein Senfkor...

191027 30. Woche i. Jkr. So Schau auf! Lk 18,9-14 27.10.2019

An den Zöllner: Zöllner, schau auf, Zöllner, Du darfst da nicht lange stehen bleiben. Hörst Du? Es kann sein, für eine Weile, dass man da stehen muss an der Tür, so als sei man gerade hereingekommen. Doch Du stehst schon so lange da, niedergeschlagenen Blickes. Gott sei Dir armem Sünder gnädig. Zöllner, schau auf, Zöllner, und sieh Dich um. Lange darfst Du da nicht stehen bleiben. Es könnte sein,...

191026 29. Woche i. Jkr. Sa Schonfrist Lk 13,1-9 26.10.2019

Das Evangelium vom Reich Gottes ist für uns eine Frohbotschaft, wo wir seine Gerechtigkeit erwarten, und eine Drohbotschaft, wo wir um unsere Selbstgerechtigkeit fürchten (vgl. BDZ vom24. März 2019). Natürlich kann man mit dem Evangelium Leuten auch Angst oder falsche Hoffnung machen. Aber ob die Botschaft Jesu selbst uns bedroht oder beglückt, liegt vor allem daran, wonach wir uns richten wollen,...

191025 29. Woche i. Jkr. Fr Wettervorhersage Lk 12,54-59 25.10.2019

Wettervorhersagen gab es schon in der Antike. Wir deuten Naturphänomene daraufhin, wie das Wetter wird. Aber, so fragt Jesus, „warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten?“ Im II. Vatikanischen Konzil und seiner Rezeption wurde die Deutung der „Zeichen der Zeit“ zu einem Schlüsselbegriff für die Antworten der Kirche auf die Grundfragen der Menschen unserer Zeit. Freilich war auch kau...

191024 29. Woche i. Jkr. Do Wofür brennen Lk 12,49-53 24.10.2019

„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen!“ Im Sommer hat mich eine junge Frau gefragt, wie sie herausfinden kann, wofür sie brennen soll. Anschließend haben wir über drei Schritte nachgedacht, die dazu helfen können. Erstens sollten wir uns für das interessieren, was brennt. Vor den vielen brennenden Themen gibt es eines, das alle anderen ins rechte Licht rückt, und das ist Gott und sein...

191023 29. Woche i. Jkr. Mi Gerecht gefunden werden Lk 12,39-48 23.10.2019

Jesus ist mit Vergleichen nicht zimperlich. Er vergleicht Gott den Vater mit Durchschnittsvätern, die ihren Kindern nicht Skorpione statt Eiern geben, mit verächtlichen Richtern, die nur aus Angst vor Schlägen Recht sprechen, mit einem Dieb, der mitten in der Nacht ein Haus ausrauben will. Aber in Wirklichkeit handeln die Vergleiche nicht vom Vater, sondern von uns: von unserem überdurchschnittlic...

191022 29. Woche i. Jkr. Di Wach gefunden werden Lk 12,35-38 22.10.2019

Die Begegnung mit Jesus Christus in meinem Leben, in meinem Sterben und einmal in der Vollendung der Welt wird im Evangelium mit dem Bild eines nächtlich ankommenden Herrn beschrieben. Den Zeitpunkt seiner Rückkehr kennt niemand. Was wird er finden? Schon am Sonntag wurde uns die Frage gestellt, ob er bei seinem Kommen wohl Glauben finden wird. Heute geht es darum, ob er uns wohl wach finden wird....

191020 29. Woche i. Jkr. So Glauben finden Lk 18,1-8 20.10.2019

Die überraschende Frage am Ende des Gleichnisses von der bittenden Witwe bedrängt mich: „Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, den Glauben auf der Erde finden?“ Natürlich kann man sich gegen diese Frage immunisieren, indem man den Glaubensverlust oder das Kommen Christi einfach verdrängt oder für das Problem kommender Generationen hält oder sich damit beruhigt, Jesus habe schließlich verspr...

191019 28. Woche i. Jkr. Sa Konfession und Profession Lk 12,8-12 19.10.2019

Gegen Fachkräftemangel warb ein kirchliches Hilfswerk neulich mit dem Slogan: „Für mich zählt Profession, nicht Konfession“. Das kann entweder heißen: „Gute Arbeit ist wichtiger als die Verengung auf Kirchenzugehörigkeit“. Oder aber: „Fachliche Qualität ist wichtiger als das Bekenntnis des Glaubens“. Konfession bedeutet nicht nur Kirchenzugehörigkeit, sondern das Bekenntnis zu dem, an den einer gl...

191018 Fest des Evangelisten Lukas Gottes Liebe zu den Armen Lk 10,1-9 19.10.2019

Das Tagesgebet am Fest des Evangelisten Lukas erinnert uns daran, dass er „in Wort und Schrift“ das Geheimnis der Liebe Gottes zu den Armen verkündet hat. Auch seine drei Hymnen im Stundengebet der Kirche, benannt nach ihrem ersten lateinischen Wort, erinnern uns an die Liebe Gottes zu den Armen. Drei Formen von Armut werden da genannt: Todverfallenheit, Ungerechtigkeit, wie Erniedrigung und Hunge...

191017 28. Woche i. Jkr. Do Schlüssel der Erkenntnis Lk 11,47-50 17.10.2019

Auf einem Pilgerweg von Innsbruck nach Rom habe ich einen alten Schlüssel um den Hals getragen. Er erinnerte mich an Petrus, zu dessen Grab ich unterwegs war, und an die „Schlüssel des Himmelreiches“, die ihm anvertraut waren. Heute spricht Jesus vom „Schlüssel der Erkenntnis“. Den mit der Offenbarung Gottes Vertrauten ist ein Zugang zu der Erkenntnis gegeben, wer und wie Gott ist und wie Gott sic...

191016 28. Woche i. Jkr. Mi Was Ihr sagt, tut, seid Lk 11,42-46 16.10.2019

Jesu Worte an die Pharisäer und Gesetzeslehrer richten sich nicht an unsere üblichen Verdächtigen, sondern an uns. Dabei wird er ziemlich grundsätzlich. Es geht um das, was wir sagen, was wir tun und was wir sind. Indem, was Ihr sagt, fordert Ihr Untragbares von anderen, doch rührt Ihr selbst es mit keinem Finger an. Das muss sich nicht nur die kirchliche Hierarchie sagen lassen. Zuvor ist es mir...

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