BetDenkzettel
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BetDenkZettel sind kurze Bet- und Denkanstöße von Fra' Georg Lengerke - in der Regel zu einem Wort aus den Schriftlesungen der Liturgie vom Tag
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Jun 19, 2026
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200208 Bei ihm sein Mk 6,14-29 08.02.2020 1:53
Erschöpfung ist in der Kirche kein neues Phänomen. Nach ihrer Sendung und Rückkehr berichten die Jünger Jesus und er lädt sie ein: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind.“ (Mk 6,31) Wir erfahren die Gemeinschaft mit Jesus dort, wo wir zu zwei oder zu dritt „in seinem Namen beisammen sind“ (Mt 18,20). Es braucht aber auch Zeiten „an einem einsamen Ort“, in denen wir abseits der Andere...
200207 Besser das Gesicht verlieren Mk 6,14-29 07.02.2020 1:53
Ein Fest am Hof des Herodes. Die Tochter seiner Geliebten tanzt und darf sich vom König etwas wünschen. Das Kind spricht mit seiner Mutter. Die sieht ihre Stunde gekommen. Und so wünscht sich das Mädchen „den Kopf des Täufers Johannes“. Wir wissen nicht, ob es einen längeren Kampf in Herodes gegeben hat. Wir wissen nur, dass er den Täufer „fürchtete“ und zugleich „ihn gerne hörte“. Offenbar gab es...
200206 Macht und Vollmacht Mk 6,7-13 06.02.2020 1:57
Jesus sendet seine Jünger zu zweit aus: zur Ergänzung, zur Korrektur und zum Mit-Sein. Und er „gab ihnen Vollmacht“ (Mk 6,7) Macht ist die Möglichkeit, etwas zu machen. Ein „machtfreier Raum“ ist ein Raum, in dem keiner mehr was machen kann. Vollmacht ist die Gabe etwas zu bewirken, was über den Wirkenden hinaus weist. Vollmacht gibt es in der Kirche in zwei Formen: „Amtlich“ mit dem Sakrament des...
200204 Ich an Deiner Stelle 2 Sam 18,6.9-10.14b.24-25a.30-19,3 04.02.2020 1:58
Der Krieg zwischen König David und seinem Sohn Abschalom ist mehr als ein antikes Familiendrama. Dem König steht nicht ein verhasster Feind, sondern sein geliebter Sohn gegenüber. Den will David unbedingt schonen (2 Sam 18,5). Er kämpft gegen seine Truppen, seine Gier nach dem Thron, seinen Zorn auf den Vater – immer in Sorge um den Sohn. David will den Feind retten und die Feindschaft töten. Das...
200202 Abends ein Felix sein Lk 2,22–40 02.02.2020 2:07
Gestern habe ich einen Felix getauft. Wie kann der in der Kirche heute werden, was sein Name sagt: „der Glückliche“? In einer Predigt über die Freude las ich kürzlich, der gemeinsame Weg der Reform der Kirche in Deutschland sei ja auch wegen der Hindernisse zwischen uns und der Freude begonnen worden. Einerseits ist es wahr, dass es zur missbrauchten Macht der Kirche (und übrigens jedes Menschen)...
200201 Der empörte Empörer 2 Sam 12,1-7a.10-17 01.02.2020 1:58
Ohne dass David es merkt, erzählt der Prophet Nathan ihm die Geschichte des Ehebruchs mit Batseba nach. Sie handelt von einem reichen Mann und von einem Armen, der ein Lämmlein besitzt und es wie eines seiner Kinder liebt und aufzieht. Anstatt eines seiner eigenen Schafe zu nehmen, nimmt der Reiche dem Armen sein Lämmchen und setzt es seinem Gast als Speise vor. David ist empört, der Übeltäter müs...
200131 Gottes Plan B 2 Sam 11,1-4a.c.5-10a.13-17 31.01.2020 2:03
Es ist ein ausgebufft böser Plan, den David nach dem Ehebruch mit Batseba ausbrütet. Er lässt ihren Mann Uria aus dem Krieg nach Hause kommen, damit der als Vater des Kindes gelten kann. Aus Solidarität mit dem Heer schläft Uria aber nicht bei seiner Frau, sondern draußen bei den Knechten. Da gibt ihm David ein versigeltes Schreiben an den Heerführer Joab mit, ihn in der Schlacht sterben zu lassen...
200130 Was zum Beten gehört 2 Sam 7,18-19.24-29 30.01.2020 2:04
Viele Menschen beten so, als wären ihre Anliegen und deren Erfüllung das Entscheidende. So als wären sie Gott und Gott ein schlecht bezahlter Dienstleister. König David betet anders. Er erinnert sich zuerst an die Verheißungen Gottes und bittet dann, dass Gott erfüllt, was er verheißen hat. Zum Gebet gehören u.a. folgende Aspekte, die wir, in der Mitte beginnend, in konzentrischen Kreisen darstell...
200129 Fünf mal Gottes Haus 2 Sam 7,4-17 29.01.2020 2:16
Vom Plan Davids, Gott einen Tempel zu bauen, und Gottes Umkehrung, dass nicht David dem Herrn, sondern der Herr dem David ein Haus bauen wird, war am Morgen des Heiligen Abends schon mal die Rede. An fünf Bedeutungen des Hauses Gottes muss ich heute bei der Lesung denken: An das Haus David, den Raum und Rahmen für die Menschwerdung. Dann an den Tempel Salomos, in dem „sein Name wohnt“ und die Lade...
200128 Freude zum Fremdschämen 2 Sam 6,12b-15.17-19 28.01.2020 1:57
Bei libanesischen Ordensschwestern sollte ein befreundeter Priester mit den Schwestern und einer Maltesergruppe tanzen. Bei den ersten linkischen Schritten sagte er schweißgebadet: „Das könnt ihr doch mit einem Nordharzer nicht machen.“ König David ist nicht aus dem Harz. Er tanzt „mit ganzer Hingabe“ vor der Lade Gottes mit den Tafeln des Bundes auf ihrem Weg auf den Zion. Für David ist Tanzen Be...
200126 Heute kommt die Verschwendung Mt 12,12-23 26.01.2020 1:59
Jesus bringt die Familienverhältnisse vieler Menschen durcheinander. Er sagt, dass es etwas Größeres gibt als Familie, Haus und Heimat, Beruf und Auskommen. Dieses Größere ist nicht einfach eine bessere Alternative zu alldem. Es ist das, woraufhin Familie, Haus und Heimat und alle Beziehungen erst Sinn machen. Jesus nennt diese Wirklichkeit „Himmelreich“. „Himmelreich“ ist nicht nur der jenseitige...
200125 Bekehrung Pauli Apg 22, 1a.3-16 25.01.2020 2:08
Auf dem Weg nach Damaskus, wo Saulus (später Paulus) die Christengemeinde vernichten will, stürzt er, vom Licht überwältigt, zu Boden und hört eine Stimme sagen: „Ich bin Jesus, den du verfolgst“ (Apg 22,8 und 9,5). Jesus spricht hier von der verfolgten Kirche, und er spricht von sich. Es gibt zwei Weisen, wie Menschen „Träger“ der Gegenwart Christi werden. Das sind zum einen die, mit denen sich C...
200124 Feind in Freundeshand 1 Sam 24,3-21 24.01.2020 1:58
Der Friede hält nicht lange an. Bei der erneuten Verfolgung Davids durch König Saul kommt es zu einer denkwürdigen Situation. Der König zieht sich in eine Höhle bei En-Gedi zurück, „um seine Notdurft zu verrichten“. David hockt hinten in der Höhle, wiedersteht dem Rat und der Versuchung, König Saul umzubringen, und schneidet stattdessen ein Stück von dessen Gewand ab. Manche Kommentatoren dieser S...
200123 Der berühmte Bruder 1 Sam 18,6-9;19,1-7 23.01.2020 1:55
Nach dem Sieg über die Philister wird den Israeliten ein triumphaler Empfang bereitet. Doch das Lied der tanzenden Frauen ist dem König unerträglich: „Saul hat Tausend erschlagen, David aber Zehntausend.“ Von Neid und Angst um die Macht zerfressen, sinnt er darauf, David zu töten. Ich habe einen jüngeren Bruder, der nach einer wahren Odyssee durch Schulen und Ausbildungen relativ spät seine Berufu...
200122 Valentina und David gegen Goliath 1 Sam 17,32-33.37.40-51 22.01.2020 2:05
Dem Kampf zwischen David und Goliath geht ein verbaler Schlagabtausch voraus. Der eine ein schwer bewaffneter und gepanzerter Hüne, der andere ein Jüngling mit einer Steinschleuder. David ruft dem Philister die Unterschiedlichkeit ihrer „Bewaffnung“ zu: „Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des Herrn der Heere, des Gottes der Schlachtreihen Israels,...
200121 BDZ 2Jahreskr Di Blick in den Abgrund 1 Sam 17, 32-33.37.40-51 21.01.2020 1:59
Der Rat des Fuchses an den „Kleinen Prinzen“ (von Antoine de Saint-Exupéry) ist eine rührende Phrase geworden: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ Das stimmt ja auch nur so halb: Man sieht nur gut, wenn das Herz mitsehen darf, also dann, wenn man nicht herzlos sieht. Man muss schon auch mit den Augen und mit dem Verstand sehen. Sonst gibt es (im übertragenen und wörtlichen Sinn) ein böses Erwachen...
200119 BDZ 2Jahreskr So Darf ich bekanntmachen? Joh 1,24-39 21.01.2020 1:57
„Darf ich bekannt machen?“ ist eine rhetorische Frage gesellschaftlicher Konvention. In der Regel folgt dann eine Vorstellung einer mir bisher unbekannten Person. Der, der mir den Anderen vorstellt, muss ihn nicht besonders gut kennen. Es reicht, wenn er seinen Namen weiß und vielleicht noch, warum diese Begegnung für einen von uns beiden relevant sein könnte. Oftmals wird sich der vorstellende Dr...
200117 Krankheit zum Tode 1 Sam 8,4-7.10-22a 17.01.2020 2:05
Samuel ist alt geworden. Nun will das Volk einen König. Warum? Weil alle anderen Völker auch einen König haben. Es gibt zwei Urversuchungen des Volkes Gottes bis in die Kirche der heutigen Tage: Entweder sie will unbedingt anders sein als alle anderen. So als wäre sie eine Institution „sui generis“ („eigener Art“), die sich von anderen nichts sagen lassen und nichts von ihnen lernen muss. Oder sie...
200116 Das Maskottchen 1 Sam 4,1b-11 16.01.2020 1:47
Neulich bekam ich beim Bäcker einen „Glücksbringer“ geschenkt. Ein Ein-Cent-Stück mit einem aufgeklebten Marienkäfer drauf. Ich habe ihn gleich in den nächsten Mülleimer geschmissen. Und ich bin nicht überfahren worden. Und wenn ich überfahren worden wäre, wär’s nicht der Pfennigkäfer gewesen, Pfennigkäfer bringen kein Glück. Pfennigkäfer sind nicht Gott. Gut, bei Pfennigkäfern mag das noch eingän...
200115 Wecke mich! 1 Sam 3, 1-10.19-20 15.01.2020 2:09
Als Samuel gerufen wird, ist es Nacht. Die Welt schweigt und schläft. Doch Nacht ist auch, weil wenig von und mit Gott gesprochen wird – und deshalb auch Gott nur wenig spricht. Der Priester ist blind. Doch die Lampe Gottes brennt noch. Der dreimalige Ruf an Samuel ist ein Lehrstück zum „Hören auf Gott“ und zur „geistlichen Begleitung“. Oft erreicht uns der Ruf Gottes durch den Ruf anderer: durch...
200114 Das ins Leben gerufene Kind 1 Sam 1,9-10 15.01.2020 1:59
In den nächsten Wochen wird uns die Geschichte des Propheten Samuel erzählt, an der Schwelle zwischen der Zeit der Richter und der Könige Israels. Die Geschichte des Gebets und der Erhörung seiner Mutter Hanna rührt an mehrere Nöte unserer Zeit: an die Not ungewollter Kinderlosigkeit, an die Not von Kränkung und Demütigung zweier Frauen eines Mannes, an Not und Schmerz, die so benommen machen, das...
200112 Lass es zu! Mt 3,13-17 12.01.2020 2:02
Weihnachten ist nicht ein Fest. Es ist ein Festkreis, in dem die Geburt Jesu Christi, sein Erkanntwerden von den Völkern und sein Hinabstieg in unser Leben gefeiert wird. Und Gott wirbt jeweils um unsere Antwort: am Geburtsfest darum, dass ich ihn aufnehme, am Fest der Erscheinung darum, dass ich ihn anbete und mit ihm andere Wege gehe. Am Fest der Taufe des Herrn schließlich geht es darum, dass i...
200111 Drei Zeugen 1 Joh 5,5-13 11.01.2020 2:09
Für Leben und Glauben der Christen ist eine Gruppe von Menschen von besonderer Bedeutung. Das sind „Zeugen“. Menschen, die eine Erfahrung mit der Liebe Gottes gemacht, sie erkannt haben und in Wort und Tat weitergeben. Bei Johannes ist oft vom Zeugnis und den Zeugen die Rede. So auch heute im ersten Johannesbrief. Verwirrenderweise handelt es sich diesmal aber nicht um Menschen: „Drei sind es, die...
200110 Bob Dylan und die Nachbarin 1 Joh 4,19-5,4 10.01.2020 2:04
„With God on our side“, sang Bob Dylan 1963. Ein Lied über die immer wiederkehrende Rechtfertigung für Krieg, Gewalt und Ausrottung ganzer Völker: „Mit Gott auf unserer Seite.“ Wir müssen gar nicht in Weltkriegsszenarien denken, auch im Alltag rechtfertigen wir unsere Animositäten bis hin zu offener Ablehnung oder Feindschaft damit, wir seien schließlich – mit Gott! – im Recht. In einem Glaubensku...
200109 Der christliche Unterschied 1 Joh 4,11-18 09.01.2020 1:54
Gestern ging es um die Ökumene der mit Gott Liebenden. Heute sagt uns Johannes etwas über den christlichen Unterschied. Der besteht nicht etwa in der Nächstenliebe oder darin, dass die Christen besonders hingebungsvoll oder nach dem Vorbild Christi lieben. Auch Nichtchristen lieben ihre Nächsten, sogar bis zur Lebenshingabe. Und jeder kann sich Jesus von Nazareth zum Vorbild nehmen. Dagegen ist be...
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