BetDenkzettel
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BetDenkZettel sind kurze Bet- und Denkanstöße von Fra' Georg Lengerke - in der Regel zu einem Wort aus den Schriftlesungen der Liturgie vom Tag
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Jun 19, 2026
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200311 Schlagseite Mt 20,17-28 11.03.2020 1:55
Nach der dritten Leidensankündigung Jesu bitten ihn zwei Brüder (bei Matthäus ist es ihre Mutter), in der Vollendung der Welt die Plätze an seiner Seite zu bekommen. Jesus verweist sie auf den Weg dorthin, der erst noch mit ihm zu gehen sei, auf den „Kelch“ des Leidens und die „Taufe“ des Eintauchens in den Tod. Die beiden Jünger sind für ihr Temperament bekannt: Sie haben über das Ziel den Weg ve...
200310 In der Wolle entfärbt Jes 1,10.16-20 10.03.2020 2:03
Was einer „in der Wolle gefärbt“ ist, das ist er durch und durch. Sei er ein „in der Wolle gefärbter“ Schuft oder Menschenfreund. Die Redewendung kommt im 16. Jh. auf. Wenn schon die Wolle gefärbt wird und nicht erst das fertige Kleidungsstück, dann hat die Farbe länger bestand. An diese Formulierung musste ich bei der heutigen Lesung denken. Sie knüpft an die Klage Gottes an über die Verlogenheit...
200308 Hier ist gut sein Mt 17,1-9 08.03.2020 1:58
Letzter Tag der Leonardo-Ausstellung im Louvre in Paris: Viele der zahlreichen Besucher nehmen ein Ausstellungsstück nach dem anderen mit der Handykamera auf und gehen weiter. Was haben sie gesehen? Und was hat es ihnen gesagt? Petrus will den Moment der Schau des verwandelten Jesus im Gespräch mit Mose und Elija festhalten: „Herr, hier ist gut sein!“ übersetzt Martin Luther. Wenn man versucht, ei...
200307 Was Gott heilig ist Dtn 26,16-19 07.03.2020 2:14
Was ist mein Schlüsselwort für die Beziehung mit Gott? Ist es „Schutz“, „Erleuchtung“ oder „Harmonie“? Um all das geht es auch Juden und Christen. Doch ihr Gottesverhältnis beschreibt ein viel nüchterneres Wort, nämlich „Bund“. Dieser Bund Gottes mit uns Menschen heilt den Riss, mit dem wir uns an irgendeinem Urmoment der Geschichte von Gott entfernt und entfremdet haben. Dieser Bund ist nicht ein...
200306 Umkehr gönnen Ez 18,21-28 06.03.2020 1:59
Manchmal fühle ich mich von einem Wort der Hl. Schrift irgendwie ertappt. Ich höre Gott durch den Propheten Ezechiel sagen, dass der Schuldige, der sich bekehrt und gerecht handelt, am Leben bleiben soll. Das finde ich erst mal gut. Dann fällt mir ein, dass er den entstandenen Schaden schon noch wieder in Ordnung bringen muss. Aber was, wenn er das nicht kann? Oder wenn er wirklich etwas sehr Schl...
200305 Beten mit Ester Est 4 05.03.2020 2:03
Die Jüdin Ester ist zur persischen Königin aufgestiegen. Nach einer Geschichte von Intrigen und Verleumdung steht die geplante Vernichtung der Juden im persischen Reich unmittelbar bevor. In äußerster Not bereitet sich Ester fastend und betend auf das Gespräch mit dem König vor, um ihr Volk zu retten. Ester betet einsam. In der revidierten Einheitsübersetzung fällt auf, dass der Einsamkeit der Est...
200304 Kehrt Gott um? Jona 3,1-10 04.03.2020 1:56
Von drei Bekehrungen berichtet uns das Jona-Buch. Der Prophet kehrt auf der Flucht vor Gott um, um doch die Stadt Ninive zur Umkehr zu rufen. Dann bekehrt sich die Stadt Ninive, die auf die Predigt des Jona hin buchstäblich „in Sack und Asche“ Buße tut. Schließlich wird uns erstaunlicherweise von der Umkehr Gottes berichtet: „Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er führte di...
200303 Von der Information zur Performation Jes 55,10-11 03.03.2020 2:05
Es gibt „wirksame“ Worte in meinem und Ihrem Leben, die uns zu dem geformt haben, der wir heute sind. Worte, die uns meinen oder treffen, ehren oder kränken, klüger machen oder dumm aussehen lassen. Dann gibt es Worte, die unsere äußere Wirklichkeit verändern, sogenannte „performative Sprechakte“. Dazu gehören Ernennungen, Widmungen von Straßen oder Plätzen, Eheschließungen und viele Sätze, die mi...
200301 Die Wüste und der Garten Mt 4,1-11 01.03.2020 2:13
Jesus wird vom Geist in die Wüste geführt. Aber die Wüste ist nicht die Fremde, sondern der Ort, an dem wir sind. Deshalb rühren die drei Versuchungen Jesu an die Grundfragen unseres Lebens. Wovon lebe ich? Der Versucher sagt: Weil Du Gottes Sohn bist, kannst Du Dir machen oder nehmen, was Du zum Leben brauchst. Die Liebe antwortet: Ich lebe nicht vom Machen oder Nehmen, sondern vom dem, was mir g...
200229 Rißverzäuner und Rückbringer Jes 58,9b-14 29.02.2020 2:09
Zum Fasten gehört, dass wir die Barmherzigkeit Gottes mitvollziehen. So haben wir gestern gehört. Sie gilt zuerst dem, der sie empfängt. Aber sie verändert auch den, der sie mitvollzieht. Wo wir uns Gottes in Jesus offenbarte Barmherzigkeit zu eigen machen, dort „geht im Dunkel unser Licht auf“. Unser Bestes kommt zum Vorschein. Nicht, damit wir glänzen, sondern so, dass wir zu einer Gabe werden,...
200228 Vergeblich fasten Jes 58,1-9a 28.02.2020 2:01
Vor Jahren gab es eine App für die Fastenzeit namens „40 Tage ohne“. Dort ging es darum, „Selbstbeherrschung zu üben, Freiheit von schlechten Angewohnheiten zu trainieren oder einfach nur das körperliche und geistige Wohlbefinden zu steigern“, so die Homepage. Das war eine gute und sinnvolle Sache. Aber vermutlich eben doch weniger als die halbe Miete. Der Prophet Jesaja hält dem Volk beim Fasten...
200227 Wähle das Leben Dtn 30,15-20 27.02.2020 1:57
In der Politik dürfen oder sollen wir wählen. Im Leben müssen wir wählen. Wir können nicht anders. Auch nicht zu wählen, ist eine Wahl. Menschen, die sich um Lebensentscheidungen drücken, gleichen Kindern, die in einem Zimmer leben, aus dem mehrere Türen führen. Durch eine der Türen müssen sie gehen. Unweigerlich. Manche meinen, Freiheit bedeute, sich nicht festzulegen. So bleiben sie im Kinderzim...
200226 Aschermittwoch Noch ist Zeit der Gnade Mt 6,1-6.16-18 26.02.2020 2:02
Es gibt sicher bedeutendere Liturgien im Kirchenjahr. Aber die Liturgie am Aschermittwoch ist für mich doch alljährlich eine der bewegendsten. Ich sage den Menschen, dass sie sterben werden: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ Es ist eine infauste Diagnose. Doch wird uns heute nicht einfach nur gesagt, dass wir sterben werden, sondern auch, dass wir die k...
200225 Der innere und äußere Streit Jak 4,1-10 26.02.2020 2:02
Ich frage mich oft, ob, wann und wie ich mich in die derzeitigen Auseinandersetzungen in der Gesellschaft und in der Kirche einschalten soll. Ich weiß, ich soll mich darum bemühen, das klug und gerecht, maßvoll und mutig zu tun. Aber die immer lauter werdende Dummheit und Gemeinheit, die Maßlosigkeit und Feigheit machen es mir immer schwerer. Wofür lohnt es sich, mich in Lagerkämpfen zu verbrennen...
200223 Feinde haben und lieben Mt 5,38-48 23.02.2020 2:03
Viele Christen haben kein Problem mit der Feindesliebe. Aber nicht etwa deshalb, weil sie keine Feinde hätten oder ihnen die Liebe der Feinde leichtfiele. Sondern weil sie sich sicher sind, dass Jesus ausgerechnet ihre Feinde nicht gemeint haben kann. Eine Frau sagte mir neulich, die streitsüchtige Nachbarin sei zwar eine blöde Kuh (das habe sie ihr neulich auch mal gesagt). „Feindin“ sei aber doc...
200222 Kathedra Petri Der heißeste Stuhl Mt 16, 13-19 22.02.2020 2:00
Der „heiße Stuhl“ ist ursprünglich eine psychotherapeutische Technik des Gestalttherapeuten Fritz Perls. Später strahlte RTL eine gleichnamige Talkshow aus (bis 1994). Dabei wurden einem zu befragenden Gast sechs Kontrahenten gegenübergestellt. Deren Fragen und Kritik musste sich die Person auf dem heißen Stuhl stellen. Heute ist „Petri Stuhlfeier – Kathedra Petri“. In der Antike gedachten die Röm...
200220 Autokorrektur-Urteile Jak 2,1-9 20.02.2020 2:02
Wenn man bei Word „Fra‘ Georg“ eingibt, kommt in der Regel „Frau Georg“ heraus. Das liegt am sogenannten Autokorrekturprogramm. Es ist eine Art eingebauter Reflex: „Fra‘“ gibt es nicht. Es muss „Frau“ heißen. Solche Art Reflexe können auch unser Urteilsvermögen stören. Davon spricht Jakobus: Wir sehen eine elegante Erscheinung und geben ihr (sei es in unserem Haus oder Herzen oder Denken) einen Eh...
200219 Seid Worttäter! Jak 1,19-27 19.02.2020 2:08
Einer der Grundkonflikte in der Kirche ist das Auseinanderfallen des einseitigen Vertrauens entweder auf das Glaubenswort oder die Glaubenstat. Wir werden noch sehen, wie sehr der Jakobusbrief die Tat betont. An seinem Anfang jedoch bindet er die Tat der Glaubenden an das geglaubte Wort Gottes. Jakobus geht drei Schritte mit uns: Der erste ist, dass wir „schnell zum Hören, langsam zum Reden und la...
200218 Erfreuliche Versuchung Jak 1,2-4.12-18 18.02.2020 1:56
Im Streit um die Vaterunser-Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“, wird oft der heutige Satz aus dem Jakobusbrief zitiert, dass Gott niemanden in Versuchung führt. Wie können wir beides richtig verstehen? „Seid voll Freude […] wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet.“ hieß es gestern am Beginn des Briefes (Jak 1,2). Das griechische Wort „peirasmos“ bedeutet sowohl „Anfechtung“ als auch „Pr...
200216 Das erfüllte Gesetz Mt 5,17-37 16.02.2020 1:55
Schlecht informierte Christen werfen den Juden gerne vor, ihre Religion bestehe zuerst und vor allem in der Erfüllung von Gesetzesvorschriften. Abgesehen davon, dass es krankhafte Gesetzesfrömmigkeit auch unter Christen gibt, ist diese Unterstellung nicht nur töricht, sondern auch Grund für den Antijudaismus unter den Christen. Ein frommer Jude wird diesen Vorwurf empört von ich weisen. Das „Geset...
200215 Nicht hungrig gehen Mk 8,1-10 15.02.2020 2:01
Wenn das Evangelium vom Essen spricht, ist immer die Nahrung für Leib und Seele gemeint. Leibliche und geistliche Speise gehören zusammen. Jesus will die Menschen nicht hungrig nach Hause schicken – nicht mit hungerndem Leib und nicht mir hungernder Seele. „Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen.“ (Mk 8,3) Kann es sein, dass das dauernd geschieht, dass wir Me...
200214 An Valentin Mk 7,31-37 14.02.2020 1:56
Am Fest der heiligen Methodius und Cyrill wird das Evangelium von der großen Ernte und der Aussendung der Jünger gelesen, dass wir in der Matthäus-Fassung zuletzt im Advent bedacht haben. Bis 1969 wurde heute der hl. Valentin gefeiert. Passend dazu taufe ich morgen einen kleinen Valentin. Und diese Taufe lässt mich an das Evangelium von der Heilung des Taubstummen am heutigen Freitag der 5. Woche...
200213 Gott und die Götter 1 Kön 11, 4-13 13.02.2020 1:54
Weil ich von Salomo oder an seiner Stelle lernen will, halte ich einen Moment inne. Was würde er mir antworten, wenn ich ihn fragte, wie es dazu kommen konnte, dass er, der weiseste aller Könige, die anderen Götter verehrt? Er würde sich nicht entschuldigen mit der Verführung der fremden Frauen. Das wäre unter seinem Niveau. Es scheint mir auch eher eine literarische Spitze gegen Salomos politisch...
200212 Attraktive Weisheit 1 Kön 10,1-10 12.02.2020 1:57
Weisheit ist die Fähigkeit zu erkennen, worauf es ankommt, was etwas bedeutet und was daraus folgt. Die Weisheit hat es nicht leicht. Sie verweigert sich dem Pragmatismus und dem Nützlichkeitsdenken genauso, wie dem kaltem Bescheidwissen. Zugleich hat sie noch immer eine hohe Anziehungskraft und wird von vielen wird gesucht. Es ist die Weisheit Gottes, die die Königin von Saba zu König Salomo führ...
200209 Sichtbar und schmackhaft Mt 5,13-16 09.02.2020 1:55
Die Bergpredigt beginnt nicht mit dem, was die Jünger tun sollen, sondern mit dem, was sie sind: „Salz der Erde“ und „Licht der Welt“ (Mt 5,13.14). Uns sollte der Hochmut eigentlich vergangen sein, zu dem diese Sätze verleiten können. Aber der Hochmut hat sich nur verlagert: Wir wollen noch immer unter den Mächtigen mitspielen. Wir sind das größte Sozialunternehmen unseres Landes. Ohne uns funktio...
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