BetDenkzettel

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Religion DE ↓ 747 episodes

BetDenkZettel sind kurze Bet- und Denkanstöße von Fra' Georg Lengerke - in der Regel zu einem Wort aus den Schriftlesungen der Liturgie vom Tag

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Religion

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Jun 19, 2026

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Episodes

200409 Gründonnerstag Alles in der Hand Joh 13,1-15 09.04.2020

Kurz bevor es so aussieht, als entgleite Jesus alles aus der Hand, heißt es bei Johannes, dass Jesus wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gelegt hat. Das heißt nicht, dass Jesus einfach alles im Griff gehabt hätte. Sondern, dass es ihm in die Hand gegeben wurde. Weil Jesus sein Leben vom Vater empfängt, kann er auch in Freiheit geben, was er empfangen hat (Joh 10,18). Jesus geht in Freihei...

200408 Österliches Homeschooling Jes 50,4-9a 08.04.2020

Homeschooling (das schulische Lernen zuhause) ist oft nur eine Notlösung. Im Glauben allerdings ist es eine lebenslange Realität – gerade jetzt. Der Gottesknecht bei Jesaja ist ein „Schüler“ (Jünger). Jesus ist zugleich der Hörende auf den Vater und der Lehrende für seine Jünger. Österliches Homeschooling heißt: auf Jesus hören, mit Jesus hören, von Jesus lernen. Wer auf Jesus hört, hört den Schül...

200407 Nicht vergebliche Mühe Jes 49,1-6 07.04.2020

Wenn die Grundlagen unseres Lebens erschüttert werden, fragen sich viele, wozu sich die ganze Mühe für dieses oder jenes lohnt. Der Prophet Jesaja stellt nüchtern fest: „Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft für Nichtiges und Windhauch vertan.“ Ich stelle mir Abend für Abend diese Frage: Was hat sich heute wofür gelohnt? Manchmal ist das Ergebnis ernüchternd, vor allem nach vertanen Ab...

200405 Dein König kommt zu Dir Mt 21,1-11 05.04.2020

Am Palmsonntag ist mir an einer Stelle immer adventlich zumute: Wenn Matthäus sagt, beim Einzug Jesu in Jerusalem habe sich das Wort des Propheten Sacharja erfüllt: „Sagt der Tochter Zion: Siehe, Dein König kommt zu Dir…“ Und dann möchte ich „Tochter Zion“ singen. „Dein König kommt zu Dir!“ Wie mag das in diesem Jahr klingen? Er kommt zu Dir – weil Du nicht von Dir aus zu ihm kommen kannst. Er kom...

200404 Woher und wohin Ez 37,21-28 04.04.2020

Gesellschaft und Kirche, heißt es, werden nach dieser Krise nicht mehr sein, wie zuvor. Bei Ezechiel finde ich heute drei Hinweise über das Woher und Wohin des Volkes Gottes: 1. Gott sammelt die Israeliten „aus den Völkern […] in ihr Land“. Die Welt zeigt sich wieder als unsicherer Ort, der kein bleibendes Zuhause ist. Das Mittelalter nannte sie auch „exilium“ und „lacrimarum vale“ (Tränental). Mi...

200403 Betört und besiegt Jer 20,10-13 03.04.2020

Wenn sich jemand beim Hören oder Lesen der Heiligen Schrift mit den Propheten identifiziert, geht das meistens schief. Gewöhnliche Rechthaberei wird dann zusätzlich durch ein Leidenspathos für jede Korrektur immunisiert. Stellen wir uns also lieber an die Seite jener normalen Leute, die sich von den Propheten etwas sagen lassen sollten. Das gibt uns zwar meistens nicht recht und tut ein Bisschen w...

200402 Abrahams Verheißung sind wir Gen 17,1a.3-9 02.04.2020

Zeitlich gesehen verlieren sich die Spuren der Verheißung an Abraham in der historischen Vorzeit. Aber nehmen wir an, die Erzählung Abrahams liegt ungefähr so viele Jahre vor Christus, wie wir Jahre nach Christus leben. Gestern beim Beten hatte ich dann diese komische Vorstellung, dass die Zeit wie ein langer Streifen Papier gefaltet würde, mit der Menschwerdung als Knick und Wende. Dann kämen Abr...

200401 Gott und das Autoquartett Dan 3,14-21.49.91-92.95 01.04.2020

Die Auseinandersetzung zwischen König Nebukadnezzar und den drei jüdischen Hofbeamten ist zeitlos: Sie geht um die Treue zu dem einen Gott angesichts der Plausibilität und Machtlogik der Götter der Welt und ihrer Vertreter. Die Antwort der drei Jünglinge ist nicht die von Jungs beim Autoquartett: Unser Gott ist stärker als Du, er wird uns retten. Sondern: Ob unser Gott, dem wir dienen, uns retten...

200331 Nicht wie das Kaninchen Num 21,4-9 31.03.2020

Manche reagieren auf Gefahren „wie das Kaninchen vor der Schlange“. Sie erstarren. Kann sein, dass die Schlange sich gelangweilt schleicht. Kann sein, dass das Stillhalten uns dem tödlichen Biss ausliefert. Als das Volk in der Wüste gegen Gottes Sorge murrt, „schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk.“ Es ist etwas billig, die Plage einfach nur als Strafe zu verstehen. So als könne Gott den f...

200329 Diese Krankheit führt nicht zum Tode Joh 11,1-45 29.03.2020

Die Geschichte der Auferweckung des Lazarus beginnt mit einem Zögern Jesu. So als wäre alles nicht so schlimm. Dieser Tage schrieb jemand, für den, der an die Auferstehung glaube, sei es „auch nicht schrecklich, wenn 100.000, 200.000 oder noch viel mehr Menschen sterben…“ Solcher Zynismus ist dem Evangelium fremd. Jesus weint um seinen Freund und um jeden, von dem es heute heißt: „Herr, Dein Freun...

200328 Leiden mit den Gerechten Jer 11,18-20 28.03.2020

Seitenwechsel: Gestern ging es um das Leiden an den Gerechten. Heute geht es um das Leiden mit den Gerechten. Das sind nicht die Besserwisser, Querulanten und Heulsusen aller Lager, die einen scharfen Widerspruch schon für ein beginnendes Martyrium halten. Gemeint sind die, denen es geht wie dem Propheten Jeremia. Dem war in seiner Heimat die Predigt verboten und der Tod angedroht worden. Im erste...

200327 Wenn die Güte die Bosheit weckt Weish 2,1a.12-22 27.03.2020

Macht die Güte eines Menschen andere Menschen gut? Ich meine nicht Streberhaftigkeit oder folgenlos-brave Harmlosigkeit. Sondern wirkliche Güte, die dem anderen in seinem Wesen gut ist –mehr noch, als er sich selbst. Ja, es kommt vor, dass die Güte des Einen den Anderen gut macht. Aber die Regel ist das nicht. Im Buch der Weisheit wird die Reaktion der „Frevler“ auf die Güte des Gerechten beschrie...

200326 Mein goldenes Kalb Ex 32,7-14 26.03.2020

Die Geschichte vom Goldenen Kalb hält uns in der Krise den Spiegel vor. Vier Hinweise: 1. Die Wüste verstehen. Sie ist ein Ort des Mangels und der verzweifelten Suche nach dem Rettenden. Es ist wichtig, in der Wüste die Verschiebung meiner Perspektive, meiner Kriterien und meiner Prioritäten zu bemerken. Beim Fasten wird das Käsebrot zum Inbegriff der Seligkeit. Was immer zu retten scheint, wird s...

200325 Weil Du kommst Hebr 10, 4–10 Ps 40,9 25.03.2020

Irgendwann Anfang des Jahres 2000 stocke ich beim Stundengebet mitten im 40. Psalm: „Siehe, ich komme“. Nun ist das keine besonders tiefe Aussage. Aber in dem Moment war mir damit der Psalm und mein Leben zusammengefasst: dass Gott nicht etwas von mir wollte (Opfer), sondern mich, und dass mein Leben von ihm angenommen war; dass er mir ein „Gehör gegraben“ hatte und ich in seinem Wort meine Geschi...

200324 BDZ 4FaWo Di Der Strom der Güte in die Isolation Ez 47,1-9.12 24.03.2020

Herbst 2017. Wanderung mit zwei Freunden von Bethlehem zum Kloster Mar Saba. Eines der ältesten bewohnten Klöster der Welt direkt am Kidrontal, das von Jerusalem bis zum Toten Meer verläuft. Hier sieht der Prophet Ezechiel in seiner Vision das Wasser aus dem Jerusalemer Tempel fließen. Erst nur ein Rinnsal, wird der Bach zum Toten Meer hin immer mehr zum Strom. Und „wohin der Fluss gelangt, da wer...

200322 Solange es Tag ist Joh 9,1-41 22.03.2020

Egal, ob Corona-Infektion oder Blindheit. Früher oder später fragt irgendjemand nach Verantwortung und Schuld. Ist der Blinde selbst oder sind seine Eltern an seiner Blindheit schuld?, fragen die Jünger. Keiner von beiden, sagt Jesus. Wenn es um den Zusammenhang von Tun und Ergehen geht, lehnen Kirche und Hl. Schrift zwei extreme Ansichten ab. Die eine lautet: Leid und Krankheit sind immer Folge p...

200321 Wolkige Liebe Hos 6,1-6 21.03.2020

Denen, die sich auf Gott verlassen, ohne selbst verlässlich werden zu wollen, sagt Gott beim Propheten Hosea: „Eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der bald vergeht.“ Die Wolke ist ein vielschichtiges Bild für die Liebe. Sie ist jetzt da, aber gleich nicht mehr. Sie sieht von weitem aus wie ein körperliches Gebilde, von nahem ist sie nasse Luft und wabernder Nebel. Von weitem w...

200320 Die Verheißung des Libanon Hos 14,2-10 20.03.2020

Auf die derzeitige Bedrängnis und den (in Aussicht gestellten) Mangel reagieren die Menschen sehr verschieden: Die einen werden dankbarer für das, was sie haben oder empfangen und fragen sich, wem alles sie eigentlich dankbar sein können. Für die anderen wird das, was sonst scheinbar selbstverständlich zur Verfügung steht, so bestimmend, dass sie darum unter Opfern zu kämpfen bereit sind – so als...

200319 Heiliger Josef – Kämpfer und Hüter Mt 1,16.18-21.24a 19.03.2020

Der heilige Josef, dessen Fest die Kirche heute feiert, wird verehrt und verharmlost. Verehrt, weil den Raum geschaffen und geschützt hat, in dem Gott durch das Ja Mariens Mensch werden und als Mensch aufwachsen konnte. Verharmlost wird er als schweigsamer älterer Herr, der aus einer ersten Ehe schon Kinder hatte und für den altersbedingt das mit der Keuschheit kein allzu großes Problem gewesen se...

200318 Nimm dich in acht Dtn 4,1.5-9 18.03.2020

„Nehmen Sie sich in acht! Achten Sie gut auf sich!“ Solche Hinweise bekommen wir in diesen Tagen häufig. Auch in der heutigen Lesung steht diese Mahnung im Kontext einer Krise. Es ist die Krise der Wüstenwanderung, des bevorstehenden Einzugs ins Gelobte Land und der „Ansteckung“ von der Verehrung fremder Götter, ihren Bildern und dem Anspruch ihrer Macht. Aber die Zuhörer des Mose sollen hier nich...

200317 Gebet aus dem Feuer Dan 3,25.34-43 17.03.2020

Zurück in dem so umgekrempelten Alltag, geht mir das Wort einer Freundin nicht aus dem Kopf, dass die derzeitige Verunsicherung und anbrechende Not auch eine Art Exerzitienzeit sei. Exerzitien sind ja nicht nur eine geistliche Erholungszeit. Es sind „geistliche Übungen“ die mir helfen, unter den leidvollen Bedingungen der wirklichen Welt die Beziehung zu Gott und zu den Nächsten zu erneuern. Das G...

200315 Was wir kennen Joh 4,5-42 15.03.2020

Letzter Tag der Exerzitien in Ehreshoven bei Köln. Heute können wir schon nicht mehr die Gemeindemesse in der Kommende feiern. An diesem Tag lesen wir das Gespräch Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen. Jesus erspart der Frau nicht den Schmerz des Unterschieds zwischen den Juden und den Samaritern: „Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen.“ Am ersten Tag der Exerzitien...

200314 Die beiden verlorenen Söhne Lk 15,1-3.11-32 14.03.2020

Neulich protestierte ein Freund von mir: „Dass der jüngere Sohn einfach so wiedereingesetzt wird, ist ungerecht. Da fühle ich mich dem braven Älteren viel näher.“ Auch ich empfinde die Provokation. Aber zwei Dinge stimmen nicht: Die Barmherzigkeit tut nichts „einfach so“, sondern sie erleidet alles bis zum Grund durch. Und der Ältere ist nicht „brav“, sondern außen vor. Und dort bleibt er auch, we...

200313 Der verwahrloste Weinberg Mt 21,33-43.45-46 13.03.2020

Das Gleichnis vom Weinberg beschreibt die Geschichte von Gottes Werben um sein Volk. Der Besitzer sendet Knechte, um nach dem Weinberg zu sehen und die ihm zustehenden Früchte abzuholen. Die Pächter verprügeln sie oder bringen sie um. So schließlich auch den Sohn des Besitzers, mit dessen Tod sie den Weinberg in ihren Besitz zu bringen hoffen. Aus dessen Verwerfung entsteht ein erneuerter Weinberg...

200312 Die Corona-Frage Jer 17,5-10 12.03.2020

Wieder eine dieser Zuspitzungen. Wieder eine Wahl. Wieder geht es um Fluch oder Segen: Verflucht, wer auf Menschen ohne Gott vertraut. – Gesegnet, wer auf den Herrn sich verlässt und hofft. Die Zuspitzung ist auch rhetorisch bedingt. Denn wir können gar nicht exklusiv auf Gott ohne seine Geschöpfe vertrauen. Denn Gott wirkt immer auch durch seine Schöpfung. Aber wir können sehr wohl exklusiv auf M...

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