BetDenkzettel

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Religion DE ↓ 747 episodes

BetDenkZettel sind kurze Bet- und Denkanstöße von Fra' Georg Lengerke - in der Regel zu einem Wort aus den Schriftlesungen der Liturgie vom Tag

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BetDenkzettel

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Religion

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www.betdenkzettel.de

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Jun 19, 2026

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Episodes

Ein Brief, der mich freute Apg 15,22-31 15.05.2020

Soll die Kirche Jesu Christi eine innerjüdische Gruppe bleiben oder eine die Welt umspannende Gemeinschaft werden? Es gibt heftigen Streit. Am Ende treffen „die Apostel und die Ältesten“ in Jerusalem eine einmütige Entscheidung und schicken einen Brief nach Antiochien. Die Adressaten freuen sich. Warum? 1. Der Brief wird geschrieben von Menschen, die hart miteinander gerungen haben. Zugleich hören...

Mein Konzil der Apostel Apg 15,7-20 14.05.2020

Gestern fiel mir wieder mal ziemlich lange nichts ein, was sich für den BetDenkzettel geeignet hätte. Das ist immer etwas schweißtreibend, weil die vorgesehene Schreibzeit ja irgendwann vorbei ist und der Rest des Lebens weitergehen muss. Abends – nach der Heiligen Messe und vor einer kleinen Feier mit den Mitbewohnern – fiel mir dann die Falle auf, in die ich wieder einmal getappt war: Ich wollte...

Erpressung mit Himmel oder Erde Apg 15,1-6 13.05.2020

Wenn nichts mehr geht, wird auch in der Kirche die Versuchung zur Erpressung schier übermächtig. Früher konnte man die Christen mit dem Himmel erpressen, in den sie nicht kommen, wenn sie sich nicht an die Regeln halten. Heute kann man die Christen mit der Welt erpressen, in der sie nichts mehr zu sagen haben, wenn sie nicht profitabel wirtschaften und mehrheitsfähige Positionen vertreten. „Wenn i...

Gottesverwechslung Apg 14,19-28 12.05.2020

Wie Jesus, so machen auch die Apostel mit der „Volksmenge“ äußerst ambivalente Erfahrungen. In der gestrigen Lesung hielten die Heiden in Lystra nach der Heilung eines Gelähmten Paulus und Barnabas für Götter. Heute wird uns erzählt, wie die Volksmenge kurz darauf überredet wird, den Paulus zu steinigen. Gerade noch galten die Apostel selbst als Götter, wenig später werden sie für gottlos gehalten...

Sein wo Du bist Joh 14,1-12 10.05.2020

Im christlichen Glauben geht es um einen „heiligen Tausch“. Gott wird ein Mensch, damit wir Menschen zu Gott kommen. Der Menschgewordene nimmt uns, was uns von Gott tödlich trennt, und gibt uns dafür schon auf Erden Anteil an seinem Leben. Gott lebt das Leben der Menschen, damit wir Menschen Gottes Leben leben. Jeden Tag versuche ich das herunterzubrechen auf mein Leben, auf mein Sehen, Urteilen u...

Die Langeweile der Insider und die Freude der Outsider Apg 13,44-52 09.05.2020

Die Vertreibung von Paulus und Barnabas aus Pisidien beschreibt einen Wendepunkt in der frühen Kirche. Sie markiert einerseits den Aufbruch zu den Heiden und andererseits den Abbruch mit den Juden. Der ursprüngliche Gedanke der Kirche aus Juden und Heiden, in der alle Völker Anteil an dem einen Volk Gottes bekommen, tritt zurück. Aus einer Kirche aus Juden und Heiden wird eine Kirche aus Heiden st...

Das verwirrte Herz Joh 14,1-6 08.05.2020

„Euer Herz lasse sich nicht verwirren“, beginnt Jesus das Gespräch mit den Jüngern heute. Sie müssen ja verwirrt gewesen sein: von der Ankündigung des Sterbens Jesu, von der Ansage ihres Verrats und von der Sorge, ihr Leben vertan zu haben. Thomas bringt die Verwirrung auf den Punkt: Wir kennen den Weg nicht. Das sagen die Klügeren heute auch, wenn ausgewiesene Nichtfachleute den Weg allzu genau z...

Bedingungen für Wachstum Apg 12,24-13,5 06.05.2020

Es klingt hierzulande ein wenig wie aus einer anderen Welt: „In jenen Tagen wuchs das Wort des Herrn und breitete sich aus.“ Dabei geschieht in anderen Teilen der Welt genau das. Die Bedingungen mögen dort anders sein. Aber einige Bedingungen sind ja auch von uns selbst gestellt, sind hinderlich und änderbar. Dazu gibt uns die heutige Lesung ein paar Hinweise im Kleinen. Es gibt in Antiochia „Prop...

Zum ersten Mal „Christen“ Apg 11,19-26 05.05.2020

„In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen.“ (Apg 11,26) Was ein „Christ“ sei, darum wird seit 2000 Jahren gerungen. Zwei Denkanstöße aus dem Ringen des vergangenen Jahrhunderts sollen hier genügen. Dem bekennenden Christen, der in einer erkennbaren Beziehung zu Jesus Christus lebt, wurde der „anonyme Christ“ zur Seite gestellt. Wo immer einer selbstvergessen liebt, liebt er mit C...

Der Hingucker 1 Petr 2,20b–25 03.05.2020

Ein Hingucker ist etwas, was meine Blicke auf sich zieht und mich hingucken lässt. Mal zu meinem Nutzen und mal zu meinem Leidwesen. Ein Hingucker kann aber auch jemand sein, der hinguckt. Sei es befugt und aus Sorge, sei es schamlos und aus Neugier. Einer, der hinguckt, ist auf Griechisch ein „epi-skopos“. Daher kommt das deutsche Wort „Bischof“. Bisher hieß es in der heutigen Lesung, Jesus sei d...

Bruder Jakob, steh auf! Apg 9,31-42 02.05.2020

Auf einer Reise des hl. Petrus zu neugegründeten Gemeinden geschehen Zeichen und Wunder. In Lydda wird ein Mann gesund; in Joppe wird eine Jüngerin von den Toten auferweckt, der Petrus zuruft: „Tabita, steh auf!“ Solche wunderbaren Erfahrungen der frühen Kirche bedeuten nicht, sie sei bis heute nur da echt und auf dem richtigen Weg, wo alle Kranken gesund und die Toten wieder lebendig werden – ger...

The road to Damascus Apg 9,1-20 01.05.2020

„Have a Vision. Take the road to Damascus“ stand in großen Lettern auf dem Werbeplakat der syrischen Tourismusbehörde irgendwo vor der Hauptstadt. Na, schöne Werbung, dachte ich mir… Die Vision des Paulus war nun keine beglückende Schau. Es war eine erschreckende Erkenntnis und Ankündigung. Paulus hört, wen er an Stelle der Kirche eigentlich verfolgt hat und dass dieser Jesus ihm im Folgenden sage...

Die Mitfahrverlegenheit Apg 8,26-40 30.04.2020

Die Begegnung des Philippus und des äthiopischen Hofbeamten ist eine „Mitfahrgelegenheit“ – auch für den Beamten. Denn der hat Fragen. Die apostolische „Mitfahrgelegenheit“ ist für viele in der Kirche zu einer „Mitfahrverlegenheit“ geworden. Die einen finden, die Kirche müsse sich mit den Menschen auf den Weg begeben, ohne nach Ziel und Richtung zu fragen oder gar über sie Auskunft geben zu wollen...

Vom Ein- und Ausatmen der Kirche Apg 8,1b-8 29.04.2020

Ich bin in der Diaspora aufgewachsen. Für uns Kinder hieß das: wenige, vor allem ältere Katholiken unter vielen anderen Menschen. Es war nicht viel los. Irgendwie war schon damals etwas die Puste raus. „Diaspora“ gab es schon in der frühen Kirche. Die Kirche wird verfolgt und soll zerstört werden. Die Gläubigen zerstreuen sich (diesparesan) in Judäa und Samarien. Diese Zerstreuung (Diaspora) ist l...

Der seelenverwandte Feind Apg 7,51-8,1a 28.04.2020

Während des Martyriums des hl. Stephanus, des ersten Blutzeugen der Kirche, betritt – zunächst als Randfigur – ein geradezu fanatischer Christenverfolger die Bühne. Später sollte aus ihm einer der streitbarsten Verkündiger des Evangeliums werden: Saulus, später Paulus aus Tarsus. Wir wissen nicht, welche Wirkung die Begegnung der beiden auf Saulus hatte. Beide waren jung, beide gebildet und begabt...

Springen wir jetzt Joh 21,1–14 26.04.2020

Es ist, als wollten Petrus und die anderen nach der Auferstehung Jesu ihr gewohntes Leben wieder aufnehmen. Sie gehen fischen – und fangen nichts. Am Ufer der Fremde. Auf sein Wort ist das Netz voll. Wieder ist Johannes der schnellere: „Es ist der Herr!“ Was mag in den folgenden Sekunden in Petrus vorgegangen sein? Irgendwo hier hatte Jesus ihn am Anfang ja schon einmal das Netz auswerfen lassen....

Die gute Nachricht Mk 16,15-20 25.04.2020

Eigentlich ist bei der heutigen Lesung das Markusevangelium schon vorbei. Bei den ältesten Textzeugen fehlt sie. Am ursprünglichen Schluss – vor der heutigen Lesung – wäre die Botschaft fast an ein Ende gekommen. Die Zeugen des leeren Grabes „flohen, denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemandem etwas davon, denn sie fürchteten sich.“ (Mk 16,8) Markus, dessen Fest die Ki...

Was sich von allein erledigt Apg 5,34-42 23.04.2020

In seinem Buch „Dinge geregelt kriegen“ (2008) schreibt Sascha Lobo, dass Prokrastination (Aufschieben) in vielen Fällen nicht das Problem, sondern die Lösung sei. Die meisten Dinge erledigten sich von ganz allein. So ähnlich klingt die Intervention des Gamaliël im Hohen Rat, dem Wirken der Apostel einstweilen Gottes Lauf zu lassen: „Wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen stammt, wird...

Gehorsam und Leidensdruck Apg 5,17-26 23.04.2020

Die Apostelgeschichte erinnert uns an das differenzierte Verhältnis zwischen der Kirche und dem Staat, wie es sich in der Urkirche herausgebildet hat. Einerseits betet sie für den Kaiser, um das Wohlergehen des Reiches und seiner Bürger und fordert den schuldigen Gehorsam gegenüber der Obrigkeit. Andererseits ist sie nicht bereit, sich irgendeiner irdischen Macht absolut zu unterwerfen: „Man muss...

Geliebte kranke Welt, Joh 3,16-21 22.04.2020

Die Welt ist ein zwielichtiger Ort. Hell in ihrer Schönheit und ihrer Wunderbarkeit. Dunkel unter Krankheit und Leid und unserem Bösen in ihr. Im Johannesevangelium bezeichnet „Welt“ beides: Zum einen den Ort der Abgewandtheit von Gott, an dem „die Menschen die Finsternis lieber haben als das Licht“, an dem der Mensch sich selbst und seinen Nächsten, seine Berufung und Begabung, Vergangenheit und...

Was wir „alles gemeinsam“ haben Apg 4,32-37 (Dienstag 2. Woche n. Ostern) 21.04.2020

Eine Freundin von mir nennt ihren Wagen „das FRAuto“. Das ist keine ungeordnete Anhänglichkeit an mich. Sie sagt, ich solle ihr Auto nutzen, als wäre es auch das Meine. So gibt es einige Menschen, die ihr Haus, ihren Esstisch, ihre Begabungen und Einsichten auch ‚für mich‘ haben – und für das, was mir miteinander tun wollen. Das gilt auch andersherum. Was ich habe, will ich ‚für andere‘ haben: Zei...

Rette mich, wer kann, 1 Petr 1,3-9 (Sonntag der göttl. Barmherzigkeit) 19.04.2020

Mir hat mal einer das Leben gerettet. Das hat vieles verändert. Noch immer steckt mir der Schreck über meine Zerbrechlichkeit in den Gliedern. Und seither kenne ich unsere Angewiesenheit aufeinander als Angewiesener. Die ist kein Mangel, sondern eine Gabe. Eine der größten. Wir können, sollen und dürfen einander retten. Denn so rettet Gott. Zumindest vorläufig. Der 1. Petrusbrief sagt uns nach Ost...

200412 Ostermorgen Furcht und Freude Mt 28,1-10 12.04.2020

Diese Wochen sind für viele Menschen von Furcht bestimmt. Vor dem Virus und der Krankheit, vor Einsamkeit und Armut, vor Freiheitsverlust und dem Polizeistaat, und über allem die Furcht vor dem Tod. Viele dieser Ängste sind berechtigt. Es sieht für viele nicht gut aus. Keiner soll an Ostern etwas anderes behaupten. Auch die Auferstehung ist ja zunächst ein fürchterliches Geschehen. Bei Matthäus zu...

200411 Karsamstag Botschaft an unsere Grabwächter Mt 27,62-65 11.04.2020

Vorgestern Abend kam die Polizei. Wir haben die Heilige Messe vom Gründonnerstag mit Fußwaschung gerade gefeiert und sind in der Anbetung der beginnenden Ölbergnacht. Der Livestream läuft noch. Wir sind zu fünft. Es klingelt. Agnes macht auf. Zwei Beamte stehen in der Tür. Offenbar hatten uns Nachbarn denunziert, bei uns seien angeblich 20 Leute zu einer unerlaubten Versammlung. Wir stehen im Flur...

200410 Karfreitag Corona Jesu – unsere Krankheit Jes 52,13-53,12 10.04.2020

Lange rätselte man über die Darstellung des Gekreuzigten auf dem Isenheimer Altar von Matthias Grünewald (1516). Erst in neuerer Zeit erkannte man, dass die gemalten Wunden nicht Geiselspuren, sondern die Symptome der Mutterkornvergiftung darstellen. Die daran erkrankten Patienten des Isenheimer Spitals sollten im 16. Jh. im Gekreuzigten den erkennen, von dem Jesaja sagt: „Er hat unsere Krankheit...

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