BetDenkzettel
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BetDenkZettel sind kurze Bet- und Denkanstöße von Fra' Georg Lengerke - in der Regel zu einem Wort aus den Schriftlesungen der Liturgie vom Tag
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BetDenkzettel
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Sep 20, 2026
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Episodes
Väterherzen kinderwärts Lk 1,5–17 24.06.2020 2:04
Am Vorabend des Geburtstags Johannes‘ des Täufers wird die Vision seines Vaters Zacharias gelesen. In der sagt der Engel über Johannes: „Er wird ihm [dem Herrn] mit dem Geist und mit der Kraft des Elija vorangehen, um die Herzen der Väter den Kindern zuzuwenden.“ Die Umkehrpredigt des Täufers handelt nicht allein von der Herzensumkehr zu Gott, zu den Heiligen, zu unseren Nächsten oder zu den Armen...
Die Ambivalenz der Macht 2 Kön 19,9b-11.14-21.31-35a.36 23.06.2020 2:03
Der assyrische König Sanherib belagert Jerusalem. Dabei spottet die Polemik der Macht über das scheinbar vergebliche Vertrauen des Königs Hiskija in seinen Gott, der nur ein weiterer unter den bereits beseitigten Göttern sei. Später wird die Kirche selbst Trägerin weltlicher Macht sein. Und bis heute ist sie versucht, sich der Logik dieser Macht zu beugen. Heute erleben wir, wie der Kirche nach 17...
Fürchtet Euch! Mt 10,26-33 21.06.2020 2:00
„Fürchtet Euch!“ Das ist für viele die Grundbotschaft während der Pandemie. Es gibt zwei Arten von Furcht. Es gibt die schiere Angst. Die bezeichnet das Engwerden oder Kleinwerden vor einer drohenden Gefahr. Und es gibt die Erschütterbarkeit von einer Macht, die mein Leben umstürzend und mitunter schmerzlich verändern kann – zum Guten oder zum Bösen. Von dieser letzten Furcht – von Menschenfurcht...
Souveränität des Herzens Lk 2,41-51 20.06.2020 1:59
Am Tag nach dem Herz Jesu Fest feiert die Kirche den Gedenktag des unbefleckten Herzens Mariens. Ihr Herz ist ein Herz nach dem Herzen Gottes. Die Tradition nennt es „immaculatus“ – „unbefleckt“. Unbefleckt bedeutet nicht unversehrt. Wer alles tut, um sein Herz vor jeder Verletzung zu bewahren, wird es allen entziehen, weil von allen Verletzung droht. Wer aber sein Herz allen entzieht, der bleibt...
Zu Herzen genommen sein (Herz Jesu Fest) 19.06.2020 2:13
Wir Malteser sagen mitunter, dass wir mit dem, was wir tun, die Liebe Gottes bezeugen. Einerseits stimmt das. Auch durch uns soll die Liebe Gottes erfahrbar und erkennbar werden. Aber es menschelt eben auch bei uns. Bis dahin, dass manchmal von der Liebe Gottes gar nichts mehr übrig bleibt – außer, dass sie unter uns leidet. Der einzige Ort in der Welt, an dem wir 1:1 erkennen können, wie die Lieb...
Heidengeplapper Mt 6,7-15 18.06.2020 1:34
Wenn wir beten, sagt Jesus, „sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.“ Heidengeplapper ist, - wenn einer Gott beschwören will, so wie ein Magier wortreich einen dienstbaren Geist, - wenn einer nicht aufhört zu reden, weil er sich weder etwas sagen noch etwas fragen lassen will, - wenn einer schön redet statt wahr und nicht merkt, dass...
Was dem Erbe weichen muss 2 Kön 2,1.4b.6-14 17.06.2020 2:06
An Erbschaften sind schon ganze Familien zerbrochen. Entweder wegen echter oder vermeintlicher Ungerechtigkeit oder wegen eines nicht vollzogenen Abschieds. Ich meine nicht nur den Abschied der sogenannten „weichenden“ Erben vom gewichenen Erbe. Gemeint ist auch der Abschied von dem, was weichen muss, wenn das Ererbte fruchtbar sein soll. Elischa nimmt nicht nur Abschied von seinem Lehrer, sondern...
Was ich büßen muss 1 Kön 21,17-29 16.06.2020 2:05
Erst wollte ich mich vor dieser Lesung drücken. Mich widern der launische, weinerliche Ahas und seine garstige Frau an. Mich irritiert, dass er davon kommen, seine Kinder aber die Folgen seiner Ungerechtigkeit ausbaden sollen. Während ich noch über eine ungelogene Ausrede nachdenke, merke ich, wie tief ich schon drin stecke. Was urteile ich über die Echtheit der Umkehr des Ahas, die Gott doch anni...
Die Sympathien Gottes Röm 5,6–11 14.06.2020 1:57
Es fällt mir relativ leicht, für Menschen da zu sein, die mir sympathisch sind. Mit ihnen empfinde ich eine Art natürliche Übereinstimmung, die lateinische ‚Sympathia‘. Um bei meinen Freunden in Not zu sein, ertrage ich auch Leidvolles. Und ich bete, dass ich im Notfall bereit bin, für einen geliebten Menschen auch größte Opfer zu bringen. Denn meine Opferbereitschaft ist eine wackelige Sache. Got...
Unwiederbringlich 1 Kön 19,19-21 13.06.2020 2:00
Jede Entscheidung für einen bestimmten Schritt in unserem Leben bringt unendlich viele Entscheidung gegen mögliche Alternativen mit sich. Jede Entscheidung ist ein „Massenmord an Möglichkeiten“ (Rainald Grebe). Die vielen Neins, die nichtgewählten Möglichkeiten, kommen erst dann wieder zum Vorschein, wenn sie weh tun, oder wir feststellen, dass wir in Wirklichkeit noch gar nicht Abschied genommen...
Die Stimme des Schweigens 1 Kön 19,9a.11-16 12.06.2020 2:00
Die Begegnungen mit Gott im Alten Testament sind oft von gewaltigen Naturereignissen begleitet: Er spricht zu Hiob im Sturm (Hiob 38,1), er leitet nachts sein Volk in einer Säule aus Feuer durch die Wüste (Ex 13,21), und die Erde bebt unter Mose auf dem Sinai (Ex 19,18). Auch im Neuen Testament bebt die Erde bei Jesu Tod (Mt 27,51) und beim Pfingstereignis (Apg 4,31). Diese Zeichen beschreiben Erf...
Mit Gott leiblich werden 1 Kor 10,16–17 11.06.2020 2:00
In fast allen Religionen geht es auf verschiedene Weise darum, dass der Mensch sich der Gottheit oder dem Göttlichen anvertraut und so das Irdische auf das Göttliche hin übersteigt. Um diesen Überstieg auf Gott hin geht es letztlich auch im Christentum. Allerdings nicht durch bloße Überwindung von Welt, Materie und Zeit, sondern zusammen mit Welt, Materie und Zeit. Daher kehrt die christliche Offe...
Ene, mene, miste 1 Kön 18,20-39 10.06.2020 2:03
Entscheidungen können schwer fallen. Aufschub macht’s oft nicht leichter. Ein Kinderreim wie „Ene, mene miste“ ist zu gefährlich. Viele versuchen, statt einer Entscheidung jeweils beides mitzunehmen: von Konsumgütern über Lebenspartner bis hin zur Frage nach Gott oder den Göttern. Wer bei der letzten Frage Entscheidungen vermeidet, sagt Elija auf dem Berg Karmel, der „hinkt nach beiden Seiten“. Dr...
Wir haben es vom Ausgeben 1 Kön 17,7-16 09.06.2020 1:57
„Wir haben es nicht vom Ausgeben, wir haben es vom Behalten“, mahnt man im Rheinland zur Sparsamkeit. In der Heiligen Schrift wird dieses Prinzip genau umgekehrt. Während einer Dürrezeit begegnen einander in Sarepta zwei notvolle Leben: der Prophet Elija auf der Flucht vor dem König und eine Witwe mit Kind, die nicht genug zum Leben hat. Die Witwe gibt Elija von ihrer letzten Mahlzeit das von ihm...
Zur Liebe gehören immer drei Joh 3,16–18 07.06.2020 2:06
„Zur Liebe gehören halt immer zwei“, sagte neulich jemand in einem Gespräch über eine schwierige Ehe. Aber ist es nicht gerade dieses Alleinsein zu zweit, das viele Ehen schwierig macht? Man stelle sich mal vor, es wären wirklich nur zwei Menschen da, die einander liebten. Wer würde die Freude des einen am anderen teilen? Wer würde beim einen zum Vorschein bringen, was der andere ihm nie entlocken...
Ohrenschmeichler 2 Tim 4,1-8 06.06.2020 1:53
Anfangs hat mich gefreut, wenn jemand sagte, eine Predigt sei „sehr schön“ gewesen. Heute frage ich manchmal nach: „Was war denn das Wichtigste für Sie?“ Nach überwundenem Schreck kommt dann oft so was wie: „Ach das war irgendwie alles sehr schön!“ Dann wird mir immer ein wenig schlecht. Zu Deutsch heißt das nämlich: Du hast eine gefällige und gefühlige, wortschöne und harmlose, garantiert angriff...
Mitgehasst werden Joh 15,14-16a.18-20 05.06.2020 2:02
Der Tod des Heiligen Bonifatius im Jahre 754 oder 755 muss spektakulär gewesen sein: Der Bischof wird auf einer Reise überfallen und mit dem Schwert erschlagen. Dabei schützt er sich mit der Bibel über seinem Kopf. Die wird vom Schwert zuerst getroffen, bevor der Missionar unter den Schlägen niedergeht. Der tödliche Hass gilt nicht nur dem Missionar. Er gilt auch dem, der ihn sendet, und dem Wort,...
Den Untreuen treu 2 Tim 2,8-15 04.06.2020 2:14
Wenn zwei einander treu sind, zueinander aufmerksam, aneinander interessiert, füreinander hingebungsvoll und miteinander für andere, dann ist das der Idealfall von Liebe. Wenn es zwischen Liebenden zu einem Auseinanderdriften von Interessen, zu einer Ungleichzeitigkeit des Alterns oder der leibseelischen Kondition, zu einem Verlust der gemeinsamen Perspektive und zur Entfremdung kommt, dann ist da...
Heiliger Kater 2 Tim 1,1-3.6-12 03.06.2020 1:57
Wenn es gut geht, kommt nach Pfingsten der Kater. Wieso „wenn es gut geht“? Weil zum Vorschein kommen soll, wo wir unsere Vorstellungen, wie Leben und Welt eigentlich sein sollten, für den Heiligen Geist hielten. Manche fühlen sich so ganz wohl. „Leben im Heiligen Geist“ ist für sie ein Leben im Konjunktiv… Aber der Heilige Geist ist eben auch „heiliger Kater“, ist heilige Enttäuschung, Ernüchteru...
Angenommen, Corona wäre vorbei 2 Petr 3,12-15a.17-18 02.06.2020 2:01
Angenommen, in einigen Wochen wäre Corona vorüber. Und angenommen, es wäre nicht nur Corona vorüber, sondern überhaupt die Zeit der Krankheiten, der gegenseitigen Verletzungen, des Bangens um die eigene und die Zukunft unserer Lieben. Angenommen, die Zeit der Überforderung an Verantwortung und Lebenslast wäre vorüber, die Zeit des Sterbenmüssens und der Trauer über die Toten. Und angenommen, es wä...
Lasst Euch anhauchen! Joh 20,19-23 31.05.2020 2:06
Neulich scherzte jemand: „Früher haben wir Kuchen gegessen, auf dem das Geburtstagskind die Kerzen ausgepustet hat. Wilde Zeiten!“ Mir war schon früher der Hauch fremder Menschen nicht unbedingt angenehm. Je fremder umso unangenehmer. Auch als der Atem anderer Menschen in der Regel noch ein harmlos miefiges Lüftchen war. Aber die Zeiten haben sich geändert. Kaum einer denkt noch daran, dass die At...
Im Hausarrest ungehindert Apg 28,16-20.30-31 30.05.2020 1:59
„Ungehindert“. Mit diesem Wort endet die Apostelgeschichte. Und das trotz hinderlicher Bedingungen. Paulus ist in Rom und steht unter Hausarrest (custodia libera). Andererseits kann er Gäste empfangen und mit ihnen sprechen. „Ungehindert“ meint nicht, dass die äußeren Umstände oder Bedingungen ideal gewesen wären. Paulus steht unter leichtem Arrest. Er wartet auf seinen Prozess vor dem Kaiser. Abe...
Streit um elementare Peanuts Apg 25,13-21 29.05.2020 1:51
Die Anklage gegen Paulus beim römischen Statthalter ist für diesen enttäuschend: Die Streitfragen um „einen gewissen Jesus […], der gestorben ist, von dem Paulus aber behauptet, er lebe“, interessieren ihn nicht. Für einen römischen Staatsbeamten ist das in Ordnung. Problematisch wird es, wenn Christen Grundfragen des Glaubens für Nebensächlichkeiten halten, andere wichtige Fragen aber für überleb...
Wegen Hoffnung vor Gericht Apg 22,30; 23,6-11 28.05.2020 1:55
Hoffnung ist in Deutschland nicht strafbar. Wegen der jedoch ist Paulus angeklagt: „Wegen der Hoffnung und wegen der Auferstehung der Toten stehe ich vor Gericht.“ In Auseinandersetzungen um Glaubensinhalte hatte sich der römische Staat zunächst für unzuständig erklärt. Später jedoch wird ihn die Hoffnung der Christen „brennend“ interessieren: Von welchen Voraussetzungen, auf welchem Fundament und...
Gebunden durch den Geist Apg 20,17-27 26.05.2020 2:02
Worum bittet Ihr, wenn Ihr um den Heiligen Geist bittet? Um Erkenntnis? Und wollt Ihr wirklich das ganze Ausmaß von Leid und Verwirrung in und um Euch sehen? Um Rat? Und seid Ihr wirklich bereit, zu gehen, wohin Euch die Macht Gottes führt? Um Fürsprache? Oder besteht Ihr nicht eigentlich darauf, für Euch selbst zu sprechen? Kann es sein, dass die meisten von uns weniger um den Heiligen Geis...
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