BetDenkzettel

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Religion DE ↓ 753 episodes

BetDenkZettel sind kurze Bet- und Denkanstöße von Fra' Georg Lengerke - in der Regel zu einem Wort aus den Schriftlesungen der Liturgie vom Tag

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Sep 20, 2026

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Episodes

Selig3: Sanft und mutig Mt 5,6 28.08.2020

Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben (Mt 5,5). In der alten Einheitsübersetzung stand hier „Selig, die keine Gewalt anwenden“. Das war mehr eine Interpretation als eine Übersetzung des Urtexts. Nun mag „sanftmütig“ etwas altertümlich und weichlich klingen. Gemeint sind Menschen, deren Gemüt mild, freundlich und bedacht ist – aber deswegen nicht weniger mutig. Sie haben Geduld und...

Selig2: Trauer statt Kloß Mt 5,4 27.08.2020

Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden (Mt 5,4). Traurigsein ist keine Bedingung für Seligkeit. Und Verzagtheit ist keine Gabe des Heiligen Geistes (2 Tim 1,7). Die Trauernden sind nicht selig, weil sie trauern, sondern weil sie getröstet werden. Daran ist umso mehr zu erinnern, je größer die Versuchung zum Besorgt- oder Gekränktsein in der Kirche und der Gesellschaft ist. „Selig,...

Arm um reich zu sein Mt 5,3 26.08.2020

Am 3. September 2020 feiert der Malteserorden den 500sten Todestag seines Gründers, des seligen Gerhard. Aus diesem Anlass wird es hier eine neunteilige Reihe über die Seligpreisungen geben. Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich (Mt 5,3). Manche Armut ist Not, Elend und Entbehrung. Manche Armut ist Wahl, Verzicht und Freiheit für größeren Reichtum. Existentiell arm ist de...

Mücken statt Kamele Mt 23,23-26 25.08.2020

Bis Mitte letzter Woche war ich in meinen jährlichen Exerzitien. Wie immer gab es vorher ein Informationsschreiben, mit dem üblichen Hinweis: „Es wäre gut, wenn Sie möglichst ausgeruht anreisen würden.“ Denn bei Exerzitien geht es nicht in erster Linie um Erholung, so sehr die auch eine Rolle spielen mag. Worauf es ankommt, sagt der hl. Ignatius am Anfang seiner Exerzitien: Es geht darum, „sein Le...

Schlüssel zum Leben Mt 16,13–20 23.08.2020

Wozu sind die „Schlüssel des Himmelreichs“ gut, die Petrus anvertraut werden? „Petrus sollte so von Gott reden, als wäre er schon mal im Himmel gewesen“, hat mir mal ein achtjähriger Schüler gesagt. – Petrus, den Aposteln und ihren Nachfolgern wird die Vollmacht der Sündenvergebung anvertraut, lehrt die Kirche. Die eine Antwort mag zu blumig, die andere zu technisch klingen. Beide werden plausible...

Unterm Tisch Mt 15,21–28 16.08.2020

„Frau wehrt sich erfolgreich gegen Diskriminierung durch Sekte!“ würde die Schlagzeile lauten. Nicht jetzt! Nicht hier! Nicht so! ist Jesu Antwort auf den Hilfeschrei der heidnischen Frau und das Drängen der genervten Jünger. Jesus zieht nicht einfach Wunder wirkend durch die Welt. Er kommt dort in die Geschichte, wo auf ihn gewartet wurde. Dort sammelt er sich ein Volk, damit seine Geschichte an...

200809 BDZ 19 Jahreskr So Walk across my killing pool! Mt 14,22–33 09.08.2020

In der Rockoper „Jesus Christ Superstar“ (1971) will Herodes von Jesus for allem unterhalten werden: „Prove to me that you're no fool; / walk across my swimming pool!“ Aber das Gehen auf dem Wasser ist nicht ein sensationelles Kunststück. Es ist ein „Zeichen“. Und ein Zeichen weist über sich selbst hinaus auf Größeres, Grundsätzlicheres. Jesus überwindet zu den Jüngern im Boot ein für uns unüberwi...

Das schrecklichste Gebet Mt 14,13–21 02.08.2020

Für die Zuhörer Jesu am Seeufer gibt es keinen Mangel an wirksamer Gottesnähe, an treffenden Worten und an weiser Weisung. Es fehlt schlicht an Essen und Trinken. Jesus erlaubt den Jüngern nicht, das Catering zu delegieren. Die Gemeinschaft der Menschen mit Christus wird erst dann vollständig, wenn die Jünger das Ihre beisteuern. Seele und Leib wollen miteinander genährt werden. Heute scheint es a...

Na, mein Schatz? Mt 13,44–52 26.07.2020

Meine Entscheidung, Priester zu werden, fiel relativ spät. Ich war Soldat gewesen, hatte Jura studiert und die Berufung zu Landleben, Ehe und Familie gründlich geprüft. Viele sagten mir, es sei gut, dass ich so lange Zeit zur Prüfung hatte. Stimmt. Aber die Frage, die ich mit dieser Entscheidung beantwortete, war dennoch viel älter, als ich dachte. Irgendwann vor meiner Priesterweihe erzählte mein...

Wie ausgewechselt Gal 2,19-20 23.07.2020

„Wie ausgewechselt“ nennen wir jemanden, in dem eine uns unerklärliche Veränderung stattgefunden hat. Er ist noch derselbe. Doch die Veränderung ist so, dass wir sie nicht aus dem ableiten können, was wir von ihm kennen. Der heilige Paulus ringt um die Worte für das, was mit ihm geschehen ist, seit er an Christus als den verheißenen Gesalbten Gottes glaubt. Es ist eine Veränderung seines Selbstver...

Maria Magdalena - Suchen und Gefundenwerden Hld 3,1-4a 22.07.2020

Vor einigen Tagen schickte mir eine Bekannte einen Text von Pablo Picasso: „Ich suche nicht – ich finde“ lautet die erste Zeile. Darin plädiert er dafür, „sich vom Ziele ziehen [zu] lassen und nicht – menschlich beschränkt und eingeengt – das Ziel [zu] bestimmen“. Ich ahne, was Picasso meint. Es gibt eine ideologische Überhöhung des Suchens, für die das Finden gar kein Thema mehr ist. Als ginge es...

Wer ist wie Du? Mi 7,14-15.18-20 21.07.2020

Vornamen knüpfen oft an frühere Träger wie Patrone, Vorfahren oder Paten an. Ihre Bedeutung jedoch passt mal mehr, mal weniger zum Träger. (Ich bin zum Beispiel kein „Bauer“.) Beim Propheten Micha jedoch ist der Vorname eine Frage: „Wer ist wie…?“ Vermutlich handelt es sich um eine Kurzform von Michaja („Wer ist wie DER HERR?). Ähnlich bedeutet Michael: „Wer ist wie Gott?“ Am Ende des Buches Micha...

Gerupfte Welt Mt 13,24–30 19.07.2020

Beim Wandern letzte Woche kommen wir öfters an einem Schild vorbei. Auf einem grün umrandeten Dreieck steht: „Zone für natürliche Entwicklung“. Dahinter darf alles wachsen wie es kommt. An manchen Stellen ist das ganz schön. An anderen nicht so. Würden wir unsere Familie, die Gesellschaft oder die Kirche zur „Zone für natürliche Entwicklung“ erklären, gäbe es bald Mord und Totschlag. „Lasst beides...

Letzte Hilfe Hos 14,2-10 10.07.2020

Analog zur „Ersten Hilfe“ gibt es in der Hospizbewegung den Begriff der „Letzten Hilfe“. Damit sind Maßnahmen zur Linderung von Leiden und Erhaltung von Lebensqualität für Sterbende gemeint. „Erste“ und „letzte Hilfe“ bezeichnen hier den Zeitpunkt, an dem sie geleistet werden. Auch am Ende des Hoseabuches ist von letzter Hilfe die Rede. Allerdings ist damit hier nicht die zeitlich letzte Hilfe, so...

Rebellische Vaterliebe Hos 11, 1-4.8a.c-9 09.07.2020

Eine Mutter erzählt von der Erfahrung, ihr Kind empfangen, getragen und geboren zu haben. Ein Vater erinnert sich an die ersten Momente, Monate, Jahre mit seinem Kind. Alles steht lebendig vor Augen: Die Schwangerschaft, der erste Anblick, der immer mehr aus sich heraustretende kleine Mensch, der irgendwann zu krabbeln, zu laufen, zu sprechen beginnt. Die Eltern erinnern sich an durchbangte Gefähr...

Grüße aus Neuland Hos 10,1-3.7-8.12 08.07.2020

Ich bin bei „Und-ab-jetzt-wird-alles-anders“-Parolen immer etwas skeptisch. Das gilt für Abnehm-Ratgeber genauso wie für „Kirche-neu-träumen“-Projekte. Oftmals ist hinterher der Beratene dicker und der Zustand der Gemeinde desolater als zuvor. „Nehmt Neuland unter den Pflug!“, ruft der Prophet Hosea in einer sozial und religiös desolaten Situation aus. Heute ist auch dieser Satz ein sicherer Kandi...

Wir werden Sturm ernten Hos 8,4-7.11-13 07.07.2020

Das Bild von Saat, Frucht und Ernte ist in der Heiligen Schrift oft positiv besetzt. Es handelt vom Weggeben und vom Wachsenlassen (auch während des Schlafs), von der Ernte und der vielfachen Frucht. Aber es gibt auch das Gegenbild davon, dass Zwietracht, Verleumdung und Unrecht gesät werden. Ein solches Bild gibt uns der Prophet Hosea: „Sie säen Wind und ernten Sturm.“ Es richtet sich an das Volk...

Selig die Blöden!? Mt 11,25–30 05.07.2020

„Klingt, als wenn man ein wenig unbedarft und naiv sein müsse“, sagt die junge Freundin auf dem Beifahrersitz. „Ich mag nicht ‚Lass mich einfältig werden…‘ singen – auch wenn ich ‚Der Mond ist aufgegangen‘ eigentlich ganz gerne habe“ fügt sie noch schnell hinzu. Eben hatte sie mir das Evangelium vorgelesen, damit wir über einen BetDenkzettel für heute nachdenken. Jesus verachtet Klugheit, Weisheit...

Was wir wissen, glauben wir Joh 20,24-29 03.07.2020

Wer mal an der Liebe eines geliebten Menschen zweifelte, weiß: Wirklicher Zweifel ist mehr als die religiöse Koketterie von Intellektuellen. Er ist die Mutter der Verzweiflung. Der Zweifel des heiligen Thomas ist eine schreckliche Not. Sie hat nichts mit denen zu tun, die arrogant die „Naivität“ der Glaubenden belächeln und damit kokettieren, „sie hätten da so ihre Zweifel“. Die übrigen Apostel ha...

Die Antwort ist dieses Kind Lk 1,39-56 02.07.2020

Die Begegnung Marias mit ihrer Verwandten Elisabeth rührt mich an. Aber sie ist keine Idylle. Das wissen die Mütter unter Euch am besten. Es ist der Anfang eines Dramas von größter Freude und größtem Schmerz. Dieses Jahr denke bei dieser Szene an die jungen Mütter um mich. Und an die, die gerne Mütter würden. An die, die ein Kind erwarten und nicht wissen, wie es gehen soll. An die, deren Kind sch...

„Mir stinkt’s!“, sagt Gott Am 5,14-15.21-24 01.07.2020

„Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen!“, lässt der Prophet Amos Gott sagen. Auf der einen Seite wird eine überästhetisierte, manierierte Liturgie gefeiert. Auf der anderen Seite leben die Reichen unbekümmert auf Kosten der Armen und die Ungerechtigkeit im Volk Gottes stinkt zum Himmel. Die Tendenz gibt es unter Christen bis heute. Viele wollen noch emotional...

Beim Putzen: Mach Dich bereit Am 3,1-8; 4,11-12 30.06.2020

Derzeit fällt die Hilfe aus, die sonst mein Appartement putzt. Also putze ich am Montagmorgen selbst. Statt den BetDenkzettel zu schreiben. Also nicht so ganz stattdessen. Ich putze und muss an das Wort des Propheten Amos denken: „Mach dich bereit, deinem Gott gegenüberzutreten.“ Das es darauf ankommt, ist mir seit einigen Jahren täglich bewusst. Selber putzen übrigens ist dafür eine gute geistlic...

Wen mehr lieben? Mt 10,37–42 28.06.2020

Ein Abendessen bei meinen Eltern nach dem Jura-Examen. Ich hatte ihnen schon gesagt, dass ich Priester werden wollte. In einer launigen Rede hatte mein Vater meinem Freund und Lerngenossen Thomas gedankt, dass ich dank seiner wenigstens das Erste Examen geschafft hatte. Dann redete ich. Nur kurz. Über „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert…“ Es spricht für meine Eltern,...

Herr, ich bin nicht würdig Mt 8,5-17 27.06.2020

Glaubensgespräch in Ehreshoven. Ein Teilnehmer sagt: „Wenn ich in der Heiligen Messe sagen soll: ‚Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach…‘, dann kann ich nicht mitbeten. Muss das denn sein, dass ich mich da selbst derartig runter mache?“ Das Gebet der Gemeinde vor der Kommunion ist ein Zitat aus dem heutigen Evangelium. Der Hauptmann von Kafarnaum bittet Jesus um die Heilung...

Im Exil 2 Kön 24,8-17 25.06.2020

In meinem Flur hängt das Bild von Eugen Kirchner „Der König im Exil“: Unter einem Himmel mit Schäfchenwolken steht auf einer Wiese ein kleines Häuschen mit Schuppen und Plumpsklo. Vor dem Haus sitzt der König in Brokatmantel, Kniebundhose und Schnallenschuhen mit weißer Perücke und Krönchen auf einem Stuhl. Rechts dahinter rührt auf einem Ofen mit erhobener Nase die behandschuhte Königin eine Supp...

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