BetDenkzettel
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BetDenkZettel sind kurze Bet- und Denkanstöße von Fra' Georg Lengerke - in der Regel zu einem Wort aus den Schriftlesungen der Liturgie vom Tag
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BetDenkzettel
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Sep 20, 2026
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Episodes
Liebe Freudenbotin! Jes 40,1-5.9-11 06.12.2020 2:03
Wenn heute einer sagte: „Die Kirche ist eine Botin der Freude!“, würden ihm viele widersprechen: „Die Kirche ist ein Saustall!“ Für den Propheten Jesaja war die heilige Stadt Jerusalem beides: „gestürzt und gefallen“ (3,8) und „Botin der Freude“ (40,9). Um wieder „Botin der Freude“ zu werden, schließt sich die Kirche oft einfach den Freudenbotschaften an, die es auch ohne sie gibt. Zum Beispiel we...
Wetter hilft beten Jes 63,16b-17.19b; 64,3-7 29.11.2020 2:17
Ein warmer, klarer Tag im Frühling. Von unseren Fenstern aus kann man die Alpen sehen. Ich spaziere durch die Stadt, die am Werktagmittag so leer ist wie sonst nur am Sonntagmorgen. Ich finde, dass das Wetter nicht zu unserer Lage passt. Letzte Woche wieder Spaziergang. Es ist kalt und nebelig. Man sieht nicht weit. Den ganzen Tag will es nicht recht hell werden. Und ich denke: Genauso sieht es in...
Weil Du es bist Mt 25, 31-46 22.11.2020 1:59
„Er hat in mir immer seine gestorbene Jugendliebe gesehen,“ erzählte mir eine alleinstehende Frau. „Wenn er mich ansah, sah er sie; wenn er mich berührt hat, galt die Zärtlichkeit ihr. Was er auch tat, nie meinte er mich.“ Ähnliches erlebte ich in Lourdes: „Warum bist Du so gut zu mir?“ fragte eine alte Dame einen Helfer. Und der antwortete etwas überrumpelt: „Weil ich Jesus in Dir sehe.“ Als ich...
Die Gaben ausgraben! Mt 25,14-30 15.11.2020 2:13
Ob Flötenspiel, Mathematik oder soziale Kompetenz. Mach was aus Deinen Begabungen! Darüber wird an diesem Sonntag viel gepredigt werden. Schön. Aber das wussten wir schon. Dafür braucht es das Evangelium nicht. Das Wort „Talent“ hat Karriere gemacht. Was in der Antike eine Währung war, ist heute ein Synonym für Begabung schlechthin. Aber im Gleichnis werden Talente und Fähigkeiten unterschieden: J...
Was wir nicht teilen können Mt 25,1-13 08.11.2020 2:01
„Wenn’s mal wieder länger dauert…“ warb man in den 90er Jahren für einen Schokoriegel, „schnapp‘ dir ‘n Snickers.“ Auch im Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen dauert‘s länger. Als der Bräutigam in der Nacht verspätet kommt, haben die einen Öl, die anderen nicht. Auf die Bitte der Letzteren, ihnen von ihrem Öl abzugeben, sagen die Gefragten, es reiche dann weder für die einen noch...
Wir Glücklichen! Mt 5,1-12a 01.11.2020 1:56
In den nächsten Wochen wird das Leben für viele wieder schwieriger, einsamer und unheimlicher. Da reicht es nicht zu sagen: „Selig seid Ihr, denn es wird schon wieder!“ Aber gerade das hat Jesus nicht gemeint, wenn er die Armen und Trauernden, die unter Ungerechtigkeit Leidenden und die unschuldig Verfolgten seligpreist. Denn die sind eben nicht selig, weil sie arm, traurig, ungerecht behandelt od...
Nur nicht wie dich selbst! Mt 22,34-40 25.10.2020 2:07
Wir sollen, sagt Jesus, unsere Nächsten lieben, wie uns selbst. Aber mal ganz ehrlich: Freut Ihr Euch darüber, von Euren Nächsten so geliebt zu werden, wie die sich selbst lieben? Ich weiß nicht recht. So viele zweifeln hinter ihrer Fassade an sich selbst oder denken nicht gut von sich oder machen sich kleiner als sie sind. Vielleicht ist das genau das Problem, dass die Leute ihre Nächsten nur so...
Eingeprägt und ausgeprägt Mt 22,15–21 18.10.2020 2:21
Was wir erleben, was uns gesagt und angetan wurde, ob und wie wir geliebt oder gehasst wurden, prägt uns. Aber auch wie wir leben, was wir denken, sagen und tun, was wir wählen oder lassen, lieben oder hassen, prägt uns. „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ Die Antwort Jesu auf die Frage nach der Erlaubtheit der römischen Steuer für Juden, hat nicht nur das Verhältn...
Hinz und Kunz und ich Mt 22,1-14 11.10.2020 2:09
Ich stelle mir vor, ich wäre da. Bei diesem Hochzeitsmahl, von dem Jesus sagt, dass es dem Himmel gleicht. Genauer: Ich bin nachgeladen worden. Diesmal wurmt mich das nicht. Fast alle sind nachgeladen. „Gute und Böse“. Der Himmel will sie alle. Das ist mein Glück. Komische Hochzeit. Hier heiratet ein Königssohn nicht irgendeine fremdländische Schönheit. Er heiratet sein Volk. Die Braut sind wir. I...
Die Gesandten Mt 21,33–42.44.43 04.10.2020 1:59
Was mich am Glauben der Juden und Christen so fasziniert, ist, dass die Suche des Menschen nach Gott sich umkehrt. Nicht der Mensch sucht und findet den verborgenen Gott, sondern Gott sucht und findet den sich verbergenden Menschen. Und gerade dort, wo der Mensch sich von Gott finden lässt, findet er Gott. In Jesus sucht und findet Gott uns Menschen. Ich glaube, dass Gott mich gesucht und gefunden...
Die Lebenslüge Mt 21,28–32 27.09.2020 1:59
Ich sitze in einer unbekannten Gesprächsrunde. Wir sprechen darüber, was wer beruflich macht, als einer mich fragt: „Und, wie ist das so, mit einer Lebenslüge zu leben?“ Offenbar fand er, dass der priesterliche Zölibat eine einzige verlogene Heuchelei sei. Ich habe mich sehr geärgert. Aber anstatt wütend zu werden, lächelte ich die Sache weg. Doch die Frage hat mich – anders als beabsichtigt –nich...
Nicht die Gerechten Mt 9,9-13 21.09.2020 1:59
Als ich vor Jahren am Fest des Apostels Matthäus in der Heiligen Messe das Evangelium gerade gelesen, das Buch verehrt und auf den Ambo zurückgelegt hatte, sah ich, dass mein damals vielleicht zehnjähriger Neffe mit seiner Mutter flüsterte. Sie sagte ihm, er solle sich mit seiner Frage nach der Messe an mich wenden: „Onkel Georg, warum ruft Jesus die Sünder und nicht die Gerechten?“, fragt er mich...
Ärgerliche Gleichstellung Mt 20,1-16 20.09.2020 2:04
„Beginnend mit den Letzten“ findet am Abend eines langen Arbeitstages im Weinberg die Auszahlung statt. Die zuletzt Angeworbenen haben nur eine Stunde gearbeitet. Doch ihr Tageslohn entspricht dem, mit den Zuerstgekommenen am Morgen Vereinbarten. Als diese auch nur das Vereinbarte bekommen, ist der Ärger groß. „Dir geschieht kein Unrecht“, erklärt der Herr des Weinbergs einem der Empörten, der das...
Mutterschmerz Joh 19,25-27 15.09.2020 2:11
Am Fest der „Schmerzen Mariens“ wird uns erzählt, wie Jesus vom Kreuz Maria und den Lieblingsjünger einander anvertraut: „Siehe, Dein Sohn!... Siehe, Deine Mutter!“ In dieses Anvertrauen sind wir einbezogen: „Dein Sohn hat uns am Kreuz die selige Jungfrau Maria zur Mutter gegeben.“ heißt es im heutigen Gabengebet. Ich muss an diesem Tag an die vielen Schmerzensmütter bis heute denken. Eine davon i...
Vergebliche Vergebung Mt 18,21-35 13.09.2020 2:04
Ein Bekannter von mir arbeitete beim sogenannten Trash-TV. Höflich gesagt: beim Fernsehen im unteren Qualitätssegment. Das fand er eine Weile lustig. Irgendwann riet ihm seine Managerin dazu, auszusteigen. Er habe bald sein „FP“ (im Jargon: „Eff-Pie“) bei den Zuschauern verbraucht. Was das sei, fragte mein Bekannter. „Das Forgiveness-Potential“, sagte sie. Irgendwann seien die Leute nicht mehr ber...
Umgang mit Vergänglichkeit 1 Kor 7,25-31 09.09.2020 2:01
Wir könnten es uns leicht machen: Paulus hat sich vertan. Die frühen Christen lagen falsch. Selbst Jesus musste sich eines Besseren belehren lassen: Die Welt ist doch nicht untergegangen. Die Naherwartung ihres Endes war damals wie heute ein Irrtum. Und wir könnten die Bibel beiseitelegen und beruhigt sein. Sind wir aber nicht. Denn das Empfinden für die Endlichkeit und Vergänglichkeit der Welt is...
Mutters Geburtstagsbrief Röm 8,28-30 08.09.2020 2:10
Heiligste Mutter, normalerweise wünsche ich Geburtstagskindern Glück oder Gelingen oder Gottes Segen. Aber der ganz Glücklichen, ganz Gelungenen, ganz Gesegneten – was sollte ich der noch wünschen? Aber was ich, wie an anderen Geburtstagen, sehr wohl kann, ist danken. Für Dich danke ich, und dafür, dass Gott Dich erschaffen, berufen und bereitet hat, zu der einzigen Stelle zu werden, an der er sel...
Zwei oder drei Mt 18,15-20 06.09.2020 2:06
„Wo sind die Leute, mit denen Du Jesus in der Mitte hast?“, fragte mich vor Jahren ein Franziskanerpater. Ich muss gestehen, dass mir die Frage damals irgendwie auf die Nerven ging. Ich fand sie betulich und irgendwie störend. Meine Reaktion ähnelte meinem Empfinden von Peinlichkeit, als meine Eltern in den 90ern im Zuge einer geistlichen Erneuerung bei den Maltesern das gemeinsame Gebet neu entde...
Denkt doch, was Ihr wollt 1 Kor 4,1-5 04.09.2020 1:59
„Es ist mir egal, was Ihr über mich denkt.“ Das würden viele Menschen gerne sagen können. Stattdessen raubt ihnen die Sorge über das Urteil der anderen den Schlaf. Anderen ist das Urteil ihrer Mitmenschen egal. Die machen nur das, was ihnen gefällt. Solche Selbstgerechtigkeit ist Paulus fremd. Er möchte als „Diener Christi“ und als „Verwalter von Geheimnissen Gottes“ wahrgenommen werden. Und was e...
Selig7: Um meinetwillen Mt 5,11-12 03.09.2020 2:05
Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. (Mt 5,11-12). Auch wenn die Kenntnis der weltweiten Verfolgung der Christen und die Solidarität mit ihnen zuletzt zugenommen hat – noch immer halten viele das „Christentum“ für eine bürgerliche Realität, die sich auch gut ohne die Kirche...
Selig8: Verfolgt um der Gerechtigkeit willen Mt 5,10 02.09.2020 1:56
Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich (Mt 5,10). Es ist das eine, sich nach Gerechtigkeit zu sehnen. Etwas anderes ist es, sich so für sie einzusetzen, dass das konkrete nachteilige Folgen hat. Bevor wir morgen über die Verfolgung um Christi willen nachdenken, kommen heute die in den Blick, die wegen ihres Engagements für die Gerechtigkeit verfol...
Selig7: Peacemaker Mt 5,9 01.09.2020 2:07
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden (Mt 5,9). Der „Peacemaker“ ist ein amerikanischer Armeerevolver Kaliber 45. „Blessed the peacemakers“, lautet die englische Übersetzung der siebten Seligpreisung. Selig die „Friedensmacher“. Aber der Revolver war nicht gemeint. Denn Friede ist nicht die Ruhe nach dem Sieg oder Machtwort des Stärkeren. Friede ist mehr als das...
Selig6: Herzensrein Mt 5,8 31.08.2020 2:06
Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen (Mt 5,8). Die Herzensreinheit ist eine oft belächelte Tugend. „Gute Mädchen kommen in den Himmel. Böse Mädchen kommen überall hin!“ Wer ein reines Herz hat, hat irgendwas verpasst. Dahinter liegt das große Missverständnis, der biblische Sündenfall sei doch eigentlich ein Glücksfall gewesen. Endlich sei der Mensch frei, könne Gut und Böse...
Selig5: Beim armen Herzen Mt 5,7 30.08.2020 2:06
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. (Mt 5,7). In der Kirche wird das Gebot Jesu an uns oftmals zur Forderung an die Anderen: „Seid barmherzig.“ (Lk 6,36) Manchmal, damit die Anderen sich ändern, so dass ich bleiben kann, wie ich bin; häufig aber auch als Ausdruck der schmerzlichen Erfahrung, kein Erbarmen gefunden zu haben. Die Antwort der Seligpreisungen lautet: Erbarmen find...
Selig4: Hunger nach Gerchtigkeit Mt 5,6 29.08.2020 2:00
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden (Mt 5,6). Hunger und Durst sind unsere elementarsten Bedürfnisse. Deshalb sind sie in der Bibel auch ein Bild für das Lebensbedürfnis „nicht nur [nach] Brot allein, sondern [nach] jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“ (Mt 4,4; Dtn 8,3). Wie der durstige Hirsch nach Wasser schreit (Ps 42,2), so schreit die Seel...
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