BetDenkzettel

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Religion DE ↓ 753 episodes

BetDenkZettel sind kurze Bet- und Denkanstöße von Fra' Georg Lengerke - in der Regel zu einem Wort aus den Schriftlesungen der Liturgie vom Tag

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Sep 20, 2026

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Episodes

Sehen und gesät werden Joh 12,20–33 21.03.2021

Was ich sehe und wie ich es sehe, das verändert mich. Zum Guten oder zum Schlechten. Wie sehe ich? Indifferent oder teilnehmend? Schamlos oder diskret? Gierig oder gönnend? Glotzend oder Ansehen gebend? Einige Griechen wollen Jesus sehen, sagt das Evangelium. Da sagt Jesus, was es zu sehen gibt: „dass der Menschensohn verherrlicht wird“. „Herrliches“ wäre genau nach dem Geschmack der Zuschauer gew...

Heuschrecken und Wilder Honig Teil 5: ALLESODERNICHTS Mt 11,2-6 17.03.2021

Was, wenn alles Täuschung war? Das fragen sich zum Beispiel lange unbemerkt betrogene Eheleute. Oder Leute, die erfahren, dass der Mann ihrer Mutter nicht ihr Vater ist. Menschen, die sagen, ihnen sei der Boden unter den Füßen weggezogen worden und sie fänden sich im freien Fall, ohne zu wissen, wann, wo und wie sie aufschlagen werden. Mich hat diese Not mal in der frühen Phase der Klärung meiner...

Freut Euch aufs Gericht Joh 3,14-21 14.03.2021

Seit Jahren geht es im Gespräch über die Kirche und in der Kirche um Transparenz, um ein Ende der Vertuschung und um einen reinen Tisch. Das Johannes Evangelium nennt das, worum es hier geht, „Gericht“. Gericht ist nicht bloß ein innerweltliches oder himmlisches Verfahren, das mit Freispruch oder Verurteilung endet. Das Gericht hat schon begonnen. „Denn darin besteht das Gericht“, sagt Johannes, „...

Heuschrecken und Wilder Honig Teil 4: AHNENALIBI Lk 3,8 10.03.2021

Als Student half ich einmal einem Onkel, einem Benediktinermönch, beim Sortieren einer Schublade mit allen möglichen Papieren. Irgendwann standen wir beide versonnen vor einer Ahnenliste. Sie reichte von der heiligen Hedwig von Schlesien (+1243) bis zu seinen Eltern und meinen Großeltern. 23 Generationen. Geheimnisvoll stand die Geschichte der Weitergabe des Lebens von Epoche zu Epoche, Generation...

Platz vergangen? Joh 2,13–25 07.03.2021

Als junger Erwachsener war ich häufig Gast im Offizierskasino eines englischen Kavallerieregiments nahe meines Elternhauses. Bei einem festlichen Diner verließ einmal einer der jungen Offiziere den Raum. Zwei andere entfernten blitzschnell Gedeck und Stuhl und die halbe Tafel rückte augenblicklich auf. Als er zurückkam, taten alle, als wäre nichts gewesen, und fanden das heimlich lustig. Weg gegan...

Heuschrecken und Wilder Honig Teil 3: ENTTÄUSCHER Joh 1,20 03.03.2021

Auf den ersten Blick ist Johannes der Täufer eine Enttäuschung. „Ich bin nicht der Christus!“, ist das erste Wort, dass der Täufer im Johannesevangelium sagt. Johannes tritt in einer geradezu aufgeladenen Atmosphäre auf, in der das Volk Israel den Messias erwartet: „Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei“, erzählt der Evangel...

Kinderopfer Gen 22, 1-2.9a.10-13.15-18 28.02.2021

Die Geschichte der Opferung Isaaks verstört. Gott befiehlt dem Abraham die Opferung seines Sohnes. Im letzten Moment fällt er ihm in die Hand, die das Messer hält. Gott verbietet die Tat – und lobt den Gehorsam des Abraham. Gott will keine Menschenopfer. Es hat in der Welt Abrahams Religionen gegeben, in denen Menschenopfer an der Tagesordnung waren. Hier ist es, als gebärde Gott sich wie einer je...

Heuschrecken und Wilder Honig Teil 2: WEGRÄUMER Mt 3,3 24.02.2021

Ein „Wegräumer“ ist entweder einer, der etwas weg räumt, oder einer, der den Weg räumt. Johannes der Täufer ist beides. In ihm, sagt Matthäus, erfüllt sich die Verheißung des Jesaja einer „Stimme eines Rufers in der Wüste“, der ruft: „Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!“ (Mt 3,3 und Jes 40,3) Johannes ruft den Menschen zu, dem Herrn den Weg zu bereiten und aus dem Weg zu räumen...

Umdenken Mk 1,12–15 21.02.2021

Beim Umkehrruf Jesu geht es um mehr als um eine bloße Kurskorrektur. Es geht um eine „Metanoia“, ein Umdenken. Metanoia bedeutet Hinkehr des ganzen Menschen zu Gott und von Gott her zur Welt: im Denken und Empfinden, im Wahrnehmen und Entscheiden, im Reden und Tun. Wenn von Umkehr die Rede ist, scheint mir dreierlei wichtig: 1. Metanoia bedeutet Um denken . Zur christlichen Spiritualität gehört al...

Heuschrecken und Wilder Honig 1: FREUDENSPRUNG Lk 1,41.44 17.02.2021

Liebe Denker und Beter, in dieser Fastenzeit wird es unter der Überschrift „Heuschrecken und wilder Honig“ jeweils einen Impuls pro Woche am Mittwoch geben. Der erscheint zusätzlich zu den BetDenkzetteln der Sonntage. Johannes der Täufer, der Wegbereiter Jesu und Ordenspatron der Malteser und Johanniter, wird uns in dieser Zeit wichtige Anstöße für eine fruchtbare Erneuerung auf Ostern zu liefern....

Kein Anlass zum Vorwurf 1 Kor 10,31-11,1 14.02.2021

Schon in der frühen Kirche gab es Polarisierung. Ich weiß nicht, wie weit die der heutigen ähnelte zwischen denen, die sich auf die Tradition der Kirche, und denen, die sich auf die Lebenswirklichkeit der Menschen berufen. Dennoch können wir von Paulus etwas über den Umgang mit Polarisierungen lernen. Den Heiden sagt Paulus, sie sollen sich vom Götzendienst fernhalten. Den Juden sagt Paulus, sie s...

Allen alles recht machen? 1 Kor 9, 16–19.22–23 07.02.2021

„Allen bin ich alles geworden“ (1 Kor 9,22) schreibt Paulus nach Korinth. Entsprechend disponierte Leser könnten daraufhin meinen, sie müssten allen alles recht machen, durchgehen lassen oder sogar gutheißen und allen in allem zu Willen sein. So geht ihnen ihr inneres Helferlein fröhlich voran in die sichere Erschöpfungsdepression. Zweierlei hilft mir heute, das Wort des Paulus besser zu verstehen...

Ehe und Zölibat 1 Kor 7,32-35 31.01.2021

Der Zölibat ärgert, wo er für eine leibfeindliche Disziplinarmaßnahme gehalten und lieblos verwirklicht wird. Der Zölibat tröstet, wo er eine Liebesgeschichte mit Gott ist und so verfügbar für die Menschen macht. Die Ehe ärgert, wo sie beansprucht, exklusiv und lebenslänglich zu sein, oder wo sie lieblos gelebt wird. Die Ehe tröstet, wo zwei miteinander ein Zuhause werden für viele und ein Zeugnis...

Warum verfolgst Du mich? Apg 22, 1a.3-16 (Wdh) 25.01.2021

Liebe Freunde, heute mit etwas Verspätung einige Gedanken zum Fest der Bekehrung des hl. Paulus. Auf dem Weg nach Damaskus, wo Saulus (später Paulus) die Christengemeinde vernichten will, stürzt er, vom Licht überwältigt, zu Boden und hört eine Stimme sagen: „Ich bin Jesus, den du verfolgst“ (Apg 22,8 und 9,5). Jesus spricht hier von der verfolgten Kirche , und er spricht von sich . Es gibt zwei W...

Haben, als hätten wir nicht 1 Kor 7,29-31 24.01.2021

Der Rat des Paulus an die Korinther irritiert: „Wer eine Frau hat, soll sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine“ (1 Kor 7,29). Klingt wie die Filmszenen, in den Männer heimlich ihren Ehering vom Finger ziehen, wenn sie einer attraktiven Frau begegnen. Aber es geht hier nicht darum, die Ehe nicht ernst zu nehmen. Paulus steht unter dem Eindruck des Anbruchs einer neuen Zeit. Gott der Sohn h...

Bei Dir zuhause bleiben Joh 1,35-42 17.01.2021

„Wo bleibst Du?“ frage ich einen, der säumig ist, obwohl es Zeit ist zu gehen. „Wo bleibst Du ?“ frage ich den, der übrigbleibt, weil an ihn nicht gedacht wurde. „ Wo bleibst Du?“, fragen die beiden Männer Jesus wörtlich übersetzt im heutigen Evangelium (Joh 1,38). Uns wird derzeit oft gesagt, wir sollten zuhause bleiben. Aber wo ist eigentlich mein Zuhause? Zuhause ist, wo ich bleiben kann. Aber...

Uns steht das Wasser bis zum Hals Mk 1, 7–11 10.01.2021

Von einem Menschen, dessen Not an den Rand des Lebbaren geht, sagt man: „Ihm steht das Wasser bis zum Hals.“ Mehr darf nicht kommen – oder er ertrinkt. Viele, die heute um ihr wirtschaftliches oder familiäres, körperliches oder psychisches Überleben kämpfen, könnten das sagen: „Mir steht das Wasser bis zum Hals!“ (vgl. Ps 69,2) Auf alten Darstellungen der Taufe Jesu ist es Jesus, dem das Wasser bi...

Walk in the Dark (Epiphanie) Jes 60,1–6 06.01.2021

Über Weihnachten war mein 9jähriger Neffe Sylvester mit Eltern und Geschwistern im Libanon, um das Fest mit schwerstbehinderten Freunden aus einem dortigen Heim zu feiern. Nach der Rückkehr fällt ihm vor dem Schlafengehen eines der dortigen Lieder ein: „Walk in the Light“. Doch irgendwie wollte der Refrain nicht zu der familiären Verwerfung und dem Schmerz seines gleichaltrigen Schützlings Youssef...

Wo die Weisheit wohnt Sir 24, 1–2.8–12 03.01.2021

Weisheit ist eine „Dreh- und Angel-Eigenschaft“ für ein gutes Leben. Deshalb wird sie unter die „Kardinaltugenden“ (von lat. cardo – Türangel) gezählt. Sie bezeichnet die Fähigkeit, zu erkennen , was etwas ist und bedeutet, zu unterscheiden , worauf es ankommt, und zu handeln , wie es dieser Erkenntnis und Unterscheidung entspricht. In der Weisheitsliteratur des Alten Testaments jedoch ist die Wei...

Anfängerin der Welt (Weihnachten IV) Lk 2,16-21 01.01.2021

Heute morgen sind wir alle Anfänger. Zumindest was dieses Jahr angeht. Aber was werden wir anfangen mit diesem Jahr? An den Jahresbeginn stellt die Kirche Maria, die Anfängerin der Welt. Keiner von uns hat sich selbst angefangen. Wir alle sind angefangen worden. Auch Maria wurde angefangen. Und von da an hat sie sich anfangen lassen. Auf der Kirchentreppe meiner Kaplanspfarrei saß mal ein traurige...

Stephanus: In Freuden und in Schmerzen (Weihnachten III) Apg 6, 8–10; 7, 54–60 26.12.2020

Jedes Jahr tut es irgendwie weh: Gestern die Geburt Jesu, heute der Tod des Stephanus. Gestern „Stille Nacht, heilige Nacht“, heute „Mir nach, spricht Christus, unser Held“. Aber wer z. B. „Zu Bethlehem geboren“ (Friedrich v. Spee) gestern aufmerksam gesungen hat, der kann eigentlich vom Fest des ersten Märtyrers der Kirche heute nicht überrascht sein. Wem ernst damit ist, dass er diesem Kind gehö...

Allzu stille Nacht (Weihnachten II) Joh 1,1–18 25.12.2020

„Bitte keine stille Nacht“ wirbt eine Münchener Hilfsorganisation für einsame ältere Menschen. Denn für die ist eine wirklich „stille“ Heilige Nacht unerträglich. Aber nicht nur für sie. Viele singen gerührt „Stille Nacht“, aber nur wenige halten sie aus – die Stille. Dabei brauchen wir sie, um einander hören zu können – besonders die leisen Töne. Die Stille, das Schweigen gehört zum Geheimnis der...

Zum Glück gefährlich nahe (Weihnachten I) Lk 2,1–14 24.12.2020

Die Hilfsorganisationen der Kirche haben sich die Nähe zum Menschen auf die Fahnen geschrieben. „…weil Nähe zählt!“ tun die Malteser ihren Dienst, und die Caritas will „Nah. Am Nächsten.“ sein. Die Ansteckungsgefahr hat uns nun in eine heilsame Verlegenheit gebracht. Wir müssen über neue Formen der Nähe und des Daseins für andere nachdenken; und wir werden gefragt, wie es denn um die Nähe Gottes s...

Taue herab, dann taue ich auf Jes 45,8 20.12.2020

Seit ich in die Stadt gezogen bin, vermisse ich den morgendlichen Blick aus dem Fenster. In Ehreshoven waren da eine Wiese und der Wald und mitunter der Morgennebel, aus dem nur die obere Hälfte der weidenden Rinder herausschaute. Und da war der Morgentau auf den Blättern, Halmen und Zweigen. In der Stadt bemerkt man ihn kaum. Außer vielleicht als Schleier auf der Windschutzscheibe, der mit einem...

"Meins Lockdowns Tür Dir offen ist" 1 Thess 5,16-24 13.12.2020

„Freut Euch! – „Gaudete!“ beginnen die Gottesdienste am Dritten Adventssonntag. „Sehr witzig“ sagen die Menschen, denen wegen der Pandemie oder der Einschränkungen gerade herzlich wenig nach Freude zumute ist. Aber „Lockdown“ ist nicht nur eine Erfahrung der Pandemie. Wir haben einen „harten Lockdown“ und einen „Lockdown light“ erlebt. Aber auch vorher, auch ohne Pandemie, lebten die meisten von u...

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