Alexander Kluge

Im Jahrhundert der Biologie

Science DE ↓ 34 avsnitt

Evolution und Biologie zeigen die wohl größte Formenvielfalt, die die Erde kennt. Die Berichte der Forscher lesen sich wie Romane.

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Alexander Kluge

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Science

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6 nov 2025

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Avsnitt

Vielfalt des Lebendigen 06.11.2025

Die Taxonomie ist die Wissenschaft von der Vielfalt des Lebens. Gleich, ob es sich um solche Vielfalt im Stadtgebiet einer Metropole oder auf exotischen Inseln im Pazifik handelt. Wie viel unbekannte Arten gibt es auf fernen Inseln? Wie viele Lebewesen existieren auf dem Gebiet einer westdeutschen Großstadt? Trillionen, Milliarden? Der Bio-Diversitätsforscher und Botaniker Prof. Dr. Georg Zizska,...

Die gläsernen Sarkophage 06.11.2025

Der große Arzt Rudolf Virchow begründete die Pathologische Sammlung der Charité in Berlin, die mit 23.000 Körperteilen einzigartig war. Im Krieg wurde das Gebäude zerstört, aber über 8.000 in Gläsern und Schränken aufbewahrte Dokumente und Raritäten blieben erhalten. Die Sammlung berichtet von den Veränderungen menschlicher Krankheiten. Sie zeigt auch monströse Varianten, die der menschliche Körpe...

Die Kulturgeschichte der Mausefalle 06.11.2025

Vor 8.000 Jahren errichteten die Pharaonen ihre Getreidespeicher in Ägypten, mit denen das Volk die dürren Jahre überlebte. Diese Speicher wurden zeitgleich auch von den Mäusen anvisiert, die eine ältere Geschichte haben als die Menschen. Seither herrscht Kampf der Menschen gegen die Mäuse. Weder die Aufrüstung der Mausefallen im Laufe der Jahrhunderte noch die immense Fruchtbarkeit der Nagetiere...

Was ist ein Korallenriff? 06.11.2025

In nährstoffarmen Meeren bilden sich als Oasen in der Wasserwüste die Korallenriffe. Sie sind mehrere tausend Jahre alte kollektive Gebilde: Unterwasserstädte der Natur. Die Evolution, die zu den heutigen Korallenriffen führte, hat ein Alter von mehreren 100 Millionen Jahren. Der Paläontologe Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Generaldirektor des Museums für Naturkunde in Berlin, spezialisiert auf die...

Herz unter dem Messer 06.11.2025

Lebenslänglich schlägt in jedem Menschen ein treuer Muskel: das Herz. Der ärztliche Eingriff in dieses Organ war, wegen dessen Bedeutung für das Leben, stets mit einem gewissen Schrecken verbunden. Die Transplantation ganzer Herzen gelang in der Geschichte der Chirurgie relativ spät. Sie gehört seither zu den Glanztaten der Chirurgie. Der erfolgreiche Herzchirurg Prof. Dr. Roland Hetzer vom Herzze...

Der schleichende Tod 06.11.2025

Am Ende ihres Lebens wurden der Hollywood-Star Rita Hayworth und der U.S.-Präsident Ronald Reagan zu menschlichen Ruinen. Das war das Werk einer tückischen Krankheit: Morbus Alzheimer. Nur Menschen haben Alzheimer, Tiere kennen diese Krankheit nicht. Der Hirn-Anatom Prof. Dr. med. Braak erforscht die komplexen Strukturen im menschlichen Gehirn, die für Alzheimer anfällig sind. Dies sind vor allem...

Die enorme Robustheit der Insekten 06.11.2025

Die Evolution ist ein bewundernswerter Architekt. Das gilt besonders für die Organe der Empfindsamkeit, die Sensoren, die Nerven und die Intelligenz. Ursprünglich gibt es in der Natur die Hohltiere, Tiere wie die Medusen: alles an ihnen ist Außenhaut, vernetzte Intelligenz, keine Hierarchie. Daraus entwickeln sich zwei große Stämme: die Tiere, die ein Rückgrat haben (das führt zu uns) und die Tier...

Nachricht von blinden Fischen 06.11.2025

Aus unterirdischen Quellen des Zagros-Gebirges im Irak (heute von Kurden autonom verwaltet und verteidigt) traten in jüngster Vergangenheit blinde, unbekannte Fische hervor. Sowie sie ins Freie kamen, fielen die viele Tausend Jahre alten Geschöpfe - wehrlos - den Vögeln zum Opfer. Forscher retteten einige Exemplare der bis dahin unbekannten Spezies. Im Meer, in den Flüssen und in den Wassern unter...

Gehirne von Menschen und Vögeln 06.11.2025

Vor 280 Millionen Jahren trennten sich die Wege zwischen den Vorfahren der Vögel und denen der Menschen. Immer noch aber zeigen die Gehirne von Raben und Papageien in ihren Strukturen verblüffende Ähnlichkeiten mit denen der Menschen. Spiegelt man diese elementaren Grundzüge der Denkapparate, so gelangt man zu einem besseren Verständnis für beide Arten der Gehirne und erhält interessante Einblicke...

Dicty, der Schleimpilz 06.11.2025

Die Amöbe Dictyostela heißt Schleimpilz, ist aber kein Pilz. Die winzigen Amöben sind mit dem bloßen Auge nicht zu sehen. Wenn sie aber der Hunger treibt, finden sie sich zu riesigen Placken zusammen, die im Wald die Wanderer erschrecken. Von dieser Erscheinung, nämlich Milliarden dieser Lebewesen, stammt der Name Schleimpilz. Prof. Dr. Ralph Gräf, ein Evolutionsbiologe, untersucht seit Jahrzehnte...

Wölfe 06.11.2025

Wölfe sind spezialisierte Laufgänger. Seit mehr als 16.000 Jahren gibt es eine spirituelle Beziehung zwischen Wölfen und Menschen. Zahllose Märchen und Phantasien handeln davon. Aber auch das Verhalten und die Intelligenz von Mensch und Wolf haben aufgrund der gemeinsamen Evolution miteinander mehr zu tun als wir glauben. Der Biologe Prof. Dr. Kurt Kotrschal untersucht im Wolf Science Center in Ni...

Das Lieblingstier der Biochemiker 06.11.2025

Seit 280 Millionen Jahren gibt es die DROSOPHILA. Dieses flugkünstlerisch ausgebildete, rotäugige Insekt bevölkert die biologischen Labore in aller Welt. Die Flugmuskeln dieses Tiers erlauben bei einer speziellen Unterart 200 Flügelschläge pro Sekunde. Die Gene, die so etwas bewirken, sind das Forschungsfeld von Dr. Frank Schnorrer, Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried.

Die 8. Plage 06.11.2025

Aggressive Investoren werden nach ihnen benannt. Sie zählen an 8. Stelle zu den Plagen, mit denen Gott Ägypten strafte. Noch heute können Heuschreckenschwärme ganze Landstriche verwüsten. Der Biologe Prof. Dr. August Dorn, Universität Mainz, erforscht die Besonderheiten dieser Tiere.

Spartakus im Ameisenstaat 06.11.2025

Es gibt eine Ameisenart, die fremde Ameisennester überfällt und die soeben aus dem Ei geschlüpften Puppen in das eigene Nest überführt. Dort wachsen sie als Sklavinnen auf und besorgen sämtliche Arbeiten. Sie versorgen vor allem die Brut des Sklavenhalterstaates. In der Evolution aber existieren immer Kräfte und Gegenkräfte. So wurde beobachtet, dass die Arbeiterameisen, die von ihrer Versklavung...

Ameisen (das "politische" Tier) 06.11.2025

Die größte Biomasse auf dem Planeten Erde stellen die sozialen Insekten dar. Seit es Wälder gibt existieren die Ameisen. Ihre Evolution, ihre vom Bild der Säugetiere und uns Menschen abweichenden Körper und Lebensweisen sind eine Realität. Zugleich rankt sich um sie ein Narrativ: Erzählungen, in denen menschliche Erfahrungen, Staatsmacht, Tugenden und Sozialverhalten betreffend auf Ameisen bezogen...

Der Masterplan sozialer Insekten 06.11.2025

Soziale Insekten besitzen Vorfahren, die mehr als 100 Millionen Jahre alt sind. Es gibt bei ihnen Hierarchien und Spezialisierungen. Man sieht Schreckens-erregende Riesen und Soldaten. Bei Blattläusen kann man zweifeln, ob die tausendfache Kolonne der Klone als Ganzes oder die einzelne Laus das Lebewesen darstellt. Professor Dr. James Hunt berichtet.

Die Ameise mit den Himmelsaugen 06.11.2025

Mit nur 0,1 Gramm Hirngewicht erbringt die Wüstenameise Cataglyphis Navigationsleistungen, die die Fähigkeiten modernster Roboter weit übertreffen. Die Tiere richten sich dabei nach Himmelserscheinungen, die wir Menschen nicht sehen können. Die Hirne von Insekten sind von den unseren sehr verschieden. Sie verfügen über einen fantastischen Orientierungssinn. Der Biologe Prof. Dr. Bernhard Ronacher,...

Mein Lieblingsfrosch 06.11.2025

Fische und der Frosch Xenopus (der unter Wasser lebt), besitzen einen Ferntastsinn, die sog. "Seitenlinie". Deren nervliche Repräsentanzen und Besonderheiten im Gehirn sind eng verwandt mit dem Gehörsystem des menschlichen Ohrs. Ferntastsinn und Gehör (einschließlich der Musik) gehen auf eine ursprüngliche gemeinsame Wurzel zurück. Der Biologe Prof. Dr. Elepfandt, Humbolt Universität Berlin, unter...

Harmonie im Bienenstock 06.11.2025

Ein Bienenvolk gleicht einer Fabrik. Das Ziel ist die Produktion einer Königin. Diese garantiert für alle Bienen die bestmögliche genetische Zukunft. Die größtmögliche Ungleichheit bildet dabei, wie in Platos Staat, die Grundlage der Kooperation. Prof. Francis L.W. Ratnieks, Biologe an der Universität Sheffield und Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, berichtet über die heftigen Konflikte, die...

Der älteste Penis der Welt 06.11.2025

Dr. J.A. Dunlop, University of Manchester und Humboldt-Universität-Berlin, ist Spinnenforscher (Arachnologe). Zugleich ist er Archäo-Biologe. Er erforscht z. B. 400 Millionen Jahre alte Fossilien von Weberknechten. Diese Tiere sind, weil sie erfolgreich waren, heute genauso geblieben wie damals. Imponierend die Geschlechtswerkzeuge dieser extremen Langfüßler. Der Penis muss länger sein als die übe...

Das Eisbär-Genom 06.11.2025

Früher hielt man die Eisbären für eine Abzweigung der Braunbären, die vor 150.000 Jahren stattgefunden haben sollte. Jetzt wurde durch Untersuchung des vollständigen Genoms der Eisbären festgestellt, dass beide Arten sich parallel, gleichzeitig, und zwar seit 600.000 Jahren spezialisiert haben. Die Könige des Nordpols tragen also nicht nur gewaltige Fettmassen an ihrem Körper, sondern besitzen auc...

Als Biologe in Russlands Norden 06.11.2025

Der Norden Russlands zählt teilweise zur Arktis. Dies gilt besonders für den Insel-Archipel Nowaja Semlja. Hier liegt das Forschungsgebiet des Biologen und Ökologen Dr. Glasow. Die Tiere, die er hier untersucht, kommen von den Reisfeldern Thailands herangeflogen und nisten an den extrem kalten Küsten im Norden Russlands. Oft bringen sie aus dem Süden Pestizide in den Norden, wo diese nur langsam a...

Uhren des Lebens 06.11.2025

Alle lebendigen Körper besitzen Uhren. Die in die Körper eingebauten Zeitgeber sind bei Einzellern und Primaten durch alle Zeiten hindurch ähnlich. Priorität haben die Taktgeber, die sich am Tag- und Nachtwechsel orientieren, d.h. der Sonne folgen. Für uns Menschen heute konkurrieren diese biologischen Rhythmen mit sozialen Taktgebern, die die natürliche Zeit der Körper nachhaltig stören. Der Chro...

Die Strategie der Spinne 06.11.2025

Ein mit Spermien gefüllter Taster am Kopf des Männchens klappt aus und rastet beim Weibchen in entsprechende Strukturen. Gleich darauf hat die große Spinnenfrau das Spinnenmännchen gefressen.

Nachricht von den Urwald-Spezialisten 06.11.2025

Vampir-Fledermäuse sind in ihrer 100.000 Jahre währenden Evolution an den Regenwald adaptiert. Ihr Blut suchen sie traditionell bei den schwer auffindbaren Tapiren und Regenwaldschweinen. Jetzt, bei Abholzung der Wälder, stellen sie sich kurzfristig um auf das Blut der Rinder, die eingezäunt und leicht erreichbar auf dem Gelände stehen, wo früher die Wälder waren. Fledermäuse gehören zu den intell...

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