Kristin Eichhorn, Toni Bernhart

Wiederanders. Der Johannes-R.-Becher-Podcast

Mit Kristin Eichhorn und Toni BernhartImmer donnerstags. Johannes R. Becher (1891–1958) ist bekannt als Dichter der Hymne der DDR und als deren erster Kulturminister. Doch sein Leben war sehr viel abenteuerlicher, als dieser vermeintliche Zielpunkt erahnen lässt. Er war Expressionist und Sprachzertrümmerer par excellence, verfasste Poetiken, galt als Repräsentant des Sozialistischen Realismus und schrieb spätromantische Lieder. Mit fast allen, die in Kunst und Literatur, später auch in der Politik Rang und Namen hatten, stand er in Verbindung und überlebte drei Suizidversuche. Seine Spuren füh...

Auteur

Kristin Eichhorn, Toni Bernhart

Categorie

Science

Website van de podcast

www.becher-podcast.de

Nieuwste aflevering

2 jul. 2026

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Afleveringen

30 Der sozialistische Nationaldichter: Becher-Rezeption in der DDR 02.07.2026

Becher wurde in der DDR zum sozialistischen Nationaldichter ausgerufen und galt lange als Repräsentant des Sozialistischen Realismus schlechthin. Dass dies mit seinem eigentlichen Werk nur bedingt zu vereinbaren ist, haben wir bereits mehrfach festgestellt. Heute schauen wir uns an, wie es dazu kam: welches Bild Walter Ulbricht von Becher in seiner Trauerrede zeichnet und wie die DDR-Literaturwiss...

29 „München in meinem Gedicht“ (1946) 25.06.2026

München ist Bechers Geburtsstadt – kein Wunder, dass er sie bedichtet hat. Der Lyrikband „München in meinem Gedicht“ von 1946 geht aber nicht in der pathetischen Heimatbeschwörung auf, die man an anderer Stelle antrifft und erwarten mag. Stattdessen ist „München in meinem Gedicht“ ein hochpolitischer Band, der viel über die unmittelbare Nachkriegszeit verrät: Verlegt hat den Band der Jugendfreund...

28 Becher und die Religion (mit Jens Schröter) 18.06.2026

Religiöse Verweise sind im Werk Bechers überall zu finden. Es wird Zeit, dass wir mit einem Theologen darüber sprechen! Das tun wir in der heutigen Folge. Zu Gast ist Jens Schröter, Professor für Exegese und Theologie des Neuen Testaments sowie die antiken christlichen Apokryphen an der Humboldt-Universität zu Berlin. Thema sind Bechers frühe Mariengedichte, seine De-Profundis-Dichtungen, das Lied...

27 Becher und Thomas Mann 11.06.2026

Thomas Mann und Becher hatten ein gutes Verhältnis – bereits beim Hochverratsprozess 1926-28 (siehe Folge 6) hatte sich Mann für Becher eingesetzt. In der Exilzeit intensiviert sich der Kontakt: Becher fragt Mann um Beiträge für die Zeitschrift „Internationale Literatur“ an und beide lesen ihre Werke gegenseitig. 1949 und 1955 gelingt es Becher, Mann zweimal nach Weimar zu holen. Wir hören Auszüge...

26 Hölderlin, Goethe, Schiller – Becher und die Klassiker 04.06.2026

Während Becher Hölderlin und Schiller in seiner Jugend bereits zugetan war, wendet er sich Goethe erst in den Exiljahren zu. 1949 und 1955 kommt es ihm in seiner kulturpolitischen Rolle zu, für beide Klassiker wichtige Jubiläen zu begehen und mit Reden zu begleiten. Wir sprechen über Bechers Verhältnis zu den Klassikern und seine Deutung von Hölderlin, Goethe und Schiller.

25 Die Moral des Dichters in der frühen DDR (mit Anne Rabe) 28.05.2026

Was weiß man heute als politische Schriftstellerin mit DDR-Herkunft über Johannes R. Becher? Und wie soll man mit der Generation derer umgehen, die die DDR aufbaut haben und literarisch in ihr gewirkt haben? Diese Fragen diskutieren wir mit der Schriftstellerin Anne Rabe, deren jüngstes Buch „Das M-Wort“ (2025) und deren Theodor-Heuss-Gedächtnis-Vorlesung 2025 an der Universität Stuttgart mit dem...

24 Ein widerwilliger Vater: Becher und sein Sohn 21.05.2026

Becher hatte nicht nur einen Vater, er war auch Vater – und das Verhältnis zu seinem 1933 mit der Mutter Lotte nach England ausgewanderten Hans Thomas (John T.) Becher war ebenfalls spannungsbehaftet. 1951 veröffentlichte John T. Becher nach einem Besuch bei seinem Vater in Ostberlin einen offenen Brief, indem er dem Älteren seine Blindheit und Machtlosigkeit vorwarf. Wir sprechen über diesen und...

23 „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ – Neudichtung von 1946 14.05.2026

„Romeo und Julia auf dem Dorfe“ (1855/56) ist einer der berühmtesten Texte Gottfried Kellers – und eines der wichtigsten Werke des Realismus. Becher hat 1946 eine eigene Neudichtung vorlegt: einen „Roman in Versen“, wie er ihn selbst nennt. Was hat es mit dieser Neudichtung eines Klassikers auf sich? Und wie wird aus einem Keller-Text ein typischer Becher? Wir fragen nach!

22 Becher, Benn und Brecht (mit Hans-Harald Müller) 07.05.2026

Bertolt Brecht und Gottfried Benn waren wichtige Weggefährten Bechers schon in der Weimarer Republik: Während Becher und Benn unterschiedliche Weltanschauungen vertraten, verbindet Becher mit Brecht die grundsätzliche politische Einstellung. Dennoch ist Brechts Blick auf den Kollegen durchaus kritisch. Wir begrüßen als Gast den Literaturwissenschaftler Hans-Harald Müller, einen Experten der linksb...

21 Revolution im Schwabenland – Becher und der Uracher Kreis 30.04.2026

Der Uracher Kreis von Karl Raichle war eine revolutionäre Kommune, die zwischen 1920 und 1931 im heutigen Bad Urach Bestand hatte und der Becher Anfang der 1920er Jahre einige Zeit angehört – prägende Jahre, wie man daraus ersehen kann, wie oft er noch im Alter in seinen Dichtungen auf Urach zurückkommt. Wir rekonstruieren, was es mit Urach auf sich hat und sprechen über Bechers Versepos „Urach. D...

Wiederanders: Der Johannes-R.-Becher-Podcast - Staffel 3 - TEASER 23.04.2026

Am 30. April 2026 startet die dritte Staffel "Wiederanders. Der Johannes-R.-Becher-Podcast" von Kristin Eichhorn und Toni Bernhart. Das ist der Teaser zur dritten Staffel.

Bonus-Folge: Bechern mit Becher 12.02.2026

Nach 20 Folgen Becher-Podcast "Wiederanders" sind uns beim Aufnehmen immer wieder lustige Dinge passiert. Einen Zusammenschnitt aus Extrakten daraus veröffentlichen wir zum heutigen Tag, der in Italien Giovedì grasso, in Bayern, Österreich und Südtirol Unsinniger Donnerstag und in den westdeutschen Karnevalshochburgen Weiberfastnacht heißt. Musikalisch gesellt sich diesmal den Seilen ein Theremin...

Bonus-Folge: Im Gespräch mit Justin Ernst vom Hochschulradio Horads 29.01.2026

Justin Ernst vom Hochschulradio HORADS hat Kristin Eichhorn und Toni Bernhart in die Sendung "Nachgefragt" eingeladen und mit ihnen über "Wiederanders. Der Johannes-R.-Becher-Podcast" gesprochen. So entstand ein Cross-Over zwischen "Nachgefragt" und "Wiederanders", das auch Ausdruck der bewährten Kooperation zwischen "Wiederanders" und dem Hochschulradio HORADS ist. Moderation und Schnitt: Justin...

20 Das Romanfragment „Wiederanders“ (1958) 22.01.2026

– Diese Folge ist ein Wettbewerbsbeitrag für Fast Forward Science 2026 #FFS (http://www.fastforwardscience.de/) in den Kategorien #AudioAward und #BestesDebutAudio. – Nach seiner Absetzung als Kulturminister arbeitete Becher bis zu seinem Tod noch an einem letzten Roman, der eine Fortsetzung von "Abschied" werden sollte. Der Text zeigt Bechers Auseinandersetzung mit seinen zwei Rollen als Dichter...

19 Becher als Kulturpolitiker und Literaturtheoretiker 15.01.2026

In den 1950er Jahren war Becher vor allem als Staatsdichter und Kulturpolitiker der DDR sichtbar. Seine Arbeit umfasste besonders die Präsidentschaft im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands und die Funktion als Kulturminister ab 1954. Daneben entstanden die vier Bände der "Bemühungen", Bechers umfassendes literaturtheoretisches Werk. Wir sprechen über Auszüge aus der Literaturtheo...

18 Becher, der Sonettpriester 08.01.2026

563 Sonette sind allein in Bechers „Sonett-Werk“ versammelt, das er 1956 zusammengestellt hat – eine beachtliche Zahl! Bechers Interesse an der Strenge des vierzehnzeiligen Gedichts, dessen Beliebtheit ursprünglich auf Petrarca und die italienische Renaissancedichtung zurückgeht, führt in den 1950er Jahren zu einer intensiven, auch theoretischen Auseinandersetzung mit dem Sonett und einer geradezu...

17 Gedichte über die deutsche Heimat 01.01.2026

In der Exilzeit beginnt Becher mit Dichtung über die aktuell für ihn nicht erreichbare deutsche ‚Heimat‘. Bis in die 1950er Jahre lässt ihn das Thema nicht los, zumal vor dem Hintergrund der deutschen Teilung. Wir sehen uns den Band "Schöne deutsche Heimat" an und diskutieren über die regionalen Schwerpunkte, die man dort beobachten kann. Frohes Neues Jahr und alles Gute für 2026!

16 Neue Deutsche Volkslieder, Nationalhymne und Weihnachtslieder 25.12.2025

Um 1950 ist Becher Lieddichter und arbeitet eng mit Hanns Eisler zusammen, der die Texte des Freundes vertont. Becher schwebt ein ‚Neues deutsches Volkslied‘ vor, das den sozialistischen Aufbau unter Rückgriff auf die romantische Tradition des 19. Jahrhunderts besingt. Wir sprechen in dieser Folge auch über die „Nationalhymne der Deutschen Demokratischen Republik“ – und über Bechers Weihnachtslied...

15 „Im Schatten der Ruinen“: Lyrik der Nachkriegsjahre 18.12.2025

1945 kehrt Becher als Mitglied der Gruppe Ulbricht zurück nach Deutschland. Sofort beginnt die kulturpolitische Arbeit. Als Dichter schlägt Becher aber zunächst noch einen stark melancholischen Ton an und reflektiert im Lyrikband „Volk im Dunkel wandelnd“ (1948) die bei der Rückkehr in der Heimat vorgefundene Situation. Demgegenüber ist der Band „Glück der Ferne – leuchtend nah“ (1951) schon von A...

14 Dramatisches Werk II: „Die Schlacht um Moskau“/„Die Winterschlacht“ 11.12.2025

„Die Winterschlacht“ ist Bechers meistgespieltes Drama. In den 1940er und 1950er Jahren gab zahlreiche Inszenierungen auf verschiedenen Bühnen und Hanns Eisler komponierte eine Bühnenmusik. Entstanden ist das Stück im Exil im Jahr 1940 unter dem Titel „Die Schlacht um Moskau“ – während die genannte Schlacht noch im Gange war! Wir sprechen über diesen bemerkenswerten Versuch einer unmittelbaren lit...

13 Dramatisches Werk I: „Ikaros“, „Arbeiter Bauern Soldaten“ 04.12.2025

Becher ist heute kaum noch als Dramatiker bekannt. Dabei hat er sich zeitlebens immer wieder mit dem Drama befasst – und die modernen Theaterexperimente des frühen 20. Jahrhunderts umfassend in eigenen Stücken ausgewertet. In dieser Folge betrachten wir seinen expressionistischen Einakter „Ikaros“ (1919) sowie die zwei Fassungen von „Arbeiter Bauern Soldaten“ (1919/24).

12 „Der Glücksucher und die sieben Lasten“ (1938) 27.11.2025

„Der Glücksucher und die sieben Lasten“ ist Bechers wichtigster Lyrikband im Exil und wurde damals hochgelobt, u. a. von Thomas Mann. Gerahmt von Leninhymnen in elegischen Distichen versammelt der Band zahlreiche Heimatgedichte, Sonette und Reflexionen der Exilsituation. Becher sucht in der Literatur der Vergangenheit nach Antworten für die Gegenwart.

11 Die malende Großmutter, der verrückte Onkel – Bechers Herkunftsfamilie 20.11.2025

Ausgehend von den Schilderungen im autobiografischen Roman „Abschied“ (1940), gehen wir Bechers Herkunftsfamilie nach. Wir decken auf, was Realität ist und was Fiktion – und rekonstruieren Bechers Familiengeschichte ausführlicher, als es die bisherigen Biografien tun. Eine Folge voller neuester Forschungsergebnisse – vor allem zu Bechers Großmutter Henriette Bürck (1842–1909), seinem Onkel Karl Bü...

Wiederanders: Der Johannes-R.-Becher-Podcast - Staffel 2 - TEASER 13.11.2025

Am 20. November 2025 startet die zweite Staffel "Wiederanders. Der Johannes-R.-Becher-Podcast" von Kristin Eichhorn und Toni Bernhart. Das ist der Teaser zur zweiten Staffel.

10 Autobiografisches Schreiben im Exil: „Abschied“ (1940) 03.07.2025

Bechers erzählerisches Hauptwerk ist sein autobiografisch inspirierter Roman „Abschied“. Geschrieben im Moskauer Exil und erzählt aus der Perspektive seiner Hauptfigur Hans Gastl, steht das Buch in der Tradition der Adoleszenzromane der Jahrhundertwende und deutet die politisch-gesellschaftliche Entwicklung zwischen 1900 und 1914.

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