Ingo Stoll, Uwe Paris

Um im Bild zu bleiben - Die Geschichte eines Quereinsteigers

Society DE ↓ 28 epizód

Was passiert, wenn ein verbeamteter Kunstlehrer plötzlich ein verschuldetes Unternehmen der Stahlindustrie führen soll? Uwe Paris wollte nie Unternehmer werden. Seine Audiografie erzählt die ungewöhnliche Lebensreise eines Quereinsteigers. Zwischen technischer Faszination, künstlerischer Seele und großem Freiheitsdrang navigiert Paris durch Intrigen, Krisen und Überraschungserfolge. Aus jedem Großauftrag entsteht eine neue GmbH, aus jedem Rückschlag neuer Antrieb. Bis zum wirtschaftlichen Höhepunkt 2014 – und dem späten Scheitern seines Nachfolgeplans. Im Herbst 2024 schließt er die letzte Wer...

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Szerző

Ingo Stoll, Uwe Paris

Kategória

Society

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2025. nov. 19.

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Epizódok

01 PROLOG 19.11.2025

„Solange die Bälle in der Luft sind, fragt keiner, ob man das wirklich beherrscht. Wehe der erste fällt …" Unternehmer? Künstler? Wo ist der Unterschied? Und welche Natur bestimmt unser Wesen und Handeln? Unternehmer? Ein kurzer Prolog zur Identität des Quereinsteigers Uwe Paris.

02 ABSCHIEDSVORSTELLUNG 19.11.2025

In Kapitel 02 räumt der Unternehmer Uwe Paris die Werkhalle der STD-Gruppe – und damit ein Arbeitsleben – auf. Flyer, Teilprospekte, tausende Einzelteile: Was einst Wert trug, wird gesichtet, verkauft, verschenkt oder entsorgt. Die „schwarze Kunst“ des Graphits hat die Halle gezeichnet; eine Reinigungsfirma und drei Monate Übergangszeit markieren den Abschied. Alleinsein schafft Distanz und Ordnun...

03 INNENLEBEN 19.11.2025

„Ich wollte einfach wissen, wie es drinnen aussieht ... und danach war es Schrott. Das Zusammenbauen interessierte mich nicht.“ Kapitel 03 zeigt den Ursprung eines Lebensmotivs: Schon vor der Grundschule schraubte der Unternehmer Uwe Paris Matchbox-Autos und defekte Geräte auf – nicht um sie zu reparieren, sondern um zu verstehen, wie es innen aussieht. Zusammenbauen war zweitrangig; wichtig war d...

04 EINZELAKTIONEN 19.11.2025

„Ich bin eigentlich als Kind immer Einzelkämpfer gewesen, habe mir was gesucht, was interessant ist, habe mich darum gekümmert und dann habe ich mir das nächste gesucht.“ Unter dem Leitmotiv „Einzelaktionen“ öffnet der Unternehmer Uwe Paris einen Erinnerungsraum seiner Kindheit. Sonntagsgänge mit dem Vater: Stöcke schnitzen, Bögen, Flöten, Blasrohre – Natur als Werkstatt; der feste Ablauf bis 12 U...

05 MATHE 5. KUNST 1. 19.11.2025

„Ich kann die gesamte Welt kreativ neu erfinden. Ich finde aber nicht Formel, nach der man das rechnen kann." Im Kapitel „Kunst eins, Mathe fünf“ zeichnet der Unternehmer Uwe Paris sein zentrales Paradox: In festgefahrenen Verhandlungen findet er Ideen, die vermeintlich tote Projekte retten – doch präzises Rechnen liegt ihm nicht. Paris erinnert an seine Abi-Prüfung. Ein Rechenfehler kostete die N...

06 LEHRSTUNDE 19.11.2025

„Unternehmer können Sie nicht lernen. Entweder ist man das, dann gibt’s nur die Variante gut oder schlecht … aber Unternehmer können sie nicht lernen.“ Im Kapitel „Lehrstunde“ erinnert sich Uwe Paris an frühe Lektionen aus der eigenen Schulzeit. Als Schüler mit „großer Klappe“ und Schulsprecher am reinen Jungengymnasium eckt er an und lernt, dass falsche Antworten und falscher Ton schaden. Eine nä...

07 FERIENJOBS 19.11.2025

„Du bist hier privilegiert, denn du kannst in drei Wochen nach Hause gehen.“ Ferienjobs im früheren Betrieb des Vaters führen Uwe Paris in die Schwerindustrie: je lauter, heißer, dreckiger, desto besser bezahlt. Er lernt, Erwartungen zu erkennen und sich Vorteile zu organisieren. Er arbeitet an Kokillen, löst festsitzende Stahlblöcke, schleift Innenwände und nietet glühende Bolzen – zwölfstündige...

08 DER KUNSTLEHRER 19.11.2025

„Kunstlehrer kommen von einer Akademie oder sind Künstler. Sie haben nur Kunstgeschichte studiert. Sie sind kein Künstler.“ Im Kapitel „Der Kunstlehrer“ zeichnet der Unternehmer Uwe Paris seinen Weg in den Schuldienst: Bereits während des Studiums unterrichtet er an einem Dortmunder Gymnasium Kunst in Klassen 5/6. Vier Wochen nach dem Examen geht er direkt zum Schulleiter – ohne Bewerbung – und er...

09 PERSPEKTIVWECHSEL 19.11.2025

„Ich will mal anders auf die Welt schauen.“ Uwe Paris sucht mit Anfang 30 bewusst den Perspektivwechsel. Die Idee einer Promotion in Kunstgeschichte verwirft er nach einem ernüchternden Besuch am alten Institut: falscher Ort, falsche Zeit, kein Bedarf. Neben Unterricht und Kulturprojekten erwägt er eine sechsmonatige Beurlaubung, um in der Firma des Vaters ein Praktikum zu machen und „anders auf d...

10 WURZELN 19.11.2025

„Man muss ja auch nicht hinter jedem Busch nen Verräter wittern." Kapitel 10 führt zum Vater des Unternehmers: Sein Foto „blickt“ Uwe Paris an; früh fühlt er, dass der Vater die spätere Entwicklung gutheißen würde. Die unternehmerische Familiengeschichte beginnt beim der Schweißtechnik Düsseldorf. Der Vater steigt um 1960 ein, wird leitender Techniker, 1984 mit kleinen Anteilen gebunden und 1987 –...

11 URKNALL 19.11.2025

„Und dann begann eine Geschichte, die ich allein aus sportlichem Ehrgeiz weiterstricken wollte.“ Uwe Paris erlebt den „Urknall“ als Zwangslage, nicht als Plan: Nach dem Tod des Vaters stehen Nachfolge, Schulden und ein täglich betrunkener Mitgesellschafter im Raum – dazu 200.000 Mark, die fehlen. Paris fährt nach Unterrichtsschluss ins Büro, stellt den Partner mit zwei Schreiben: fristlose Kündigu...

12 DER QUEREINSTEIGER 19.11.2025

Uwe Paris beschreibt seinen Einstieg in eine Branche, die er nicht studiert hat. Autorität gewinnt er nicht über Titel, sondern über Haltung und eine eigene „Ästhetik der Arbeit“: Schwarz-Weiß-Fotografien von Menschen und Arbeitsorten, präsentiert in einem pulverbeschichteten Metallhalter, der das Kalendarium verbirgt – Kunstobjekt statt Werbegeschenk. Vierteljährlich liefert er nur an Vorstände u...

14 ICH BIN CLOWN 19.11.2025

„Ich bin Clown und sammle Augenblicke" Zur Einweihung des neugebauten Firmensitzes in Wetter 1997 inszeniert der Unternehmer Uwe Paris die Verbindung von Industrie und Kunstausstellung: Gemeinsam mit dem Künstler Klaus Wichmann „verpackt“ er alle Maschinen in schwere, transparente Folie – jede Anlage wird eine Skulptur mit Graffiti übermalt. Von der Treppe aus eröffnet Paris mit einem Verweis auf...

15 DIE NEUE ORDNUNG 19.11.2025

„Und dann habe ich erst mal Ordnung geschaffen.“ Uwe Paris ordnet sein wachsendes Geflecht neu und baut eine neue Marken- und Gesellschaftsstruktur auf. Die etablierte Marke „STD“ übernimmt er weiterhin und subsummiert alle Einheiten unter der Marke „STD Partners“, die wir Holding wirkt, ist aber keine ist. Aus Betriebsstätten Wetzlar, Bremen, Salzgitter etc. werden eigenständige GmbHs – u. a. die...

17 CHEFROLLE RÜCKWÄRTS 19.11.2025

„Ich kann das gar nicht. Ich mach das nur.“ Uwe Paris beschreibt seine ambivalente Beziehung zur Chefrolle. Im Betrieb hängt 20 Jahre lang sein Lieblingsplakat: zwei im Ruderboot kurz vorm Wasserfall – „Ruf doch mal den Chef an“. Wirkung: Amüsement, nicht mehr. Er wahrt Distanz in der Ansprache und nutzt mitunter ein Didgeridoo als akustisches Stoppsignal. Vor allem aber scheut er lange das „Meine...

18 ERFOLGSFAKTOREN 19.11.2025

„Ich hatte ein ausgeprägtes Sendungsbewusstsein – immer.“ Prägend für den Unternehmer Uwe Paris ist die Haltung seines Vaters: freundlich, zugewandt, zuverlässig – immer auf die Bedürfnisse der anderen achtend. Dieses Prinzip („Was brauchen sie, wo helfe ich?“) wird zum Verkaufs- und Führungsstil, vom Straßenbau als Jugendlicher bis in die Stahlwerke. Erfolg entsteht für ihn selten aus Masterpläne...

19 RITUALE 19.11.2025

„Ich begebe mich in die Beliebigkeit und schaue, wer mich da rausholt.“ Uwe Paris steuert sich im Unternehmerdasein über viele (un)bewusste Rituale. Mit seinem Berater trifft er sich an immer gleichen Orten mit festem Ablaufschema: Nachmittags Lagebild, abends Hotelbar mit Rotwein, am Morgen eine präzise Aufgabenliste. Doch zurück im Alltag versickert vieles; die Selbstorganisation bleibt seine Ac...

21 IM STAHLWERK - TEIL 1 19.11.2025

„Regeln sind dafür da, eine Orientierung zu geben, an die man sich potenziell hält.“ Der Unternehmer Uwe Paris führt ins Stahlwerk Bremen – einen Ort, den er zwischen 600 und 800 Mal besucht hat. Mit einem lakonischen Seitenhieb auf „Regeln als Orientierung“ fährt mit dem Audiograf aufs Gelände, dessen Straßennamen die frühere Produktion erzählen: Walzwerksstraße, Stripper-Straße. Wo einst Kokille...

23 HÖHEPUNKT 19.11.2025

„Ich war zu sehr in der Abhängigkeit der Familie verhaftet." Uwe Paris verortet den Peak der STD Gruppe etwa im Jahr 2014: rund 350 Mitarbeitende insgesamt, davon etwa 200 in Bremen. Zur 60-Jahr-Feier wählt er die Henrichshütte; statt einer ausgearbeiteten Sechs-Stunden-Rede spricht er frei – mit spürbarem Sendungsbewusstsein. Zum Schluss holt er seine Kinder und den Sohn eines Mitarbeiters auf di...

25 LAGEVERÄNDERUNG 19.11.2025

„Es wird ist immer weniger Wasser im Haifischbecken.“ Nach der 60-Jahr-Feier kippt das Umfeld. Ein prägendes Aha: Auf einer Handelsblatt-Tagung hört der Unternehmer Uwe Paris, der technologische Vorsprung gegenüber China sei nur noch in Wochen messbar – sein Blick auf die Branche dreht sich. Parallel drücken Kunden radikal die Preise (teils −40 %), die Nachfrage schwankt; Produktionsvorgaben komme...

28 IM STAHLWERK - TEIL 3 19.11.2025

"Was passiert, wenn sich was ändert?“ Uwe Paris entscheidet sich, den starken Standort Bremen aus einer Position der Stärke zu verkaufen – nicht aus Angst, sondern aus Voraussicht: „Was, wenn sich die Lage dreht?“ Trotz guter Gewinne (v. a. 2018) erkennt er das Risiko künftiger Strukturbrüche. Der Prozess dauert rund ein Jahr; parallel verhandelt er mit Wettbewerber den Vertrag und spricht zugleic...

29 DIE SKULPTUR 19.11.2025

„Weil so viele sich scheinbar widersprechende, aber doch ergänzende Charakteristika dranhängen.“ Der Künstler Uwe Paris entwirft sein Selbstporträt als Objekt: ein 1,5–1,7 m hohes Flacheisen aus Cortenstahl, auf starkem Stahlfuß verankert und im Boden versenkt. Die Stahlfläche wird vollständig in geklöppeltes, verdichtetes Blei gehüllt; Kanten verlötet. Anschließend schneidet er Spalten in die Ble...

30 RÜCKZUGSGEFECHTE 19.11.2025

„Ich passe nicht mehr in diese Welt." Uwe Paris zieht Konsequenzen: Vor sechs Jahren verkauft er die großen Standorte Salzgitter und Bremen – rückblickend richtig, denn die Lage kippt. Wetzlar schließt er „schadlos“. Das Gebäude veräußert er und least es zurück: Bankunabhängigkeit statt Kontokorrent. Mit Abstand diagnostiziert er den Wandel: Konzerne, Excel-Logik, Homeoffice – „Bildschirm-Realität...

31 END OF A LONG STORY 19.11.2025

„Das war eine Verknüpfung von Zwängen und Zufällen. Eine Verkettung von zufälligen Gleichzeitigkeiten.“ Der Unternehmer Uwe Paris begründet den Verkauf des starken Standorts Bremen nicht mit Geldgier, sondern mit Realismus: Sein Kümmern hätte die Lage nicht gewendet – das müsse ein Käufer leisten. Bei Kirchner misslingt die Nachfolge: Bewerber sehen Risiken am Bildschirm, nicht die Chancen in der...

32 DIE BILANZ 19.11.2025

„Man muss das Wasser nicht verstehen, um kopfüber hineinzuspringen.“ Ausgangspunkt ist ein Satz aus Seethalers Roman Der Trafikant: „Man muss das Wasser nicht verstehen, um kopfüber hineinzuspringen.“ Darin erkennt sich der Unternehmer Uwe Paris wieder: Erst handeln, dann verstehen. Sein Urteil über sich: guter Chef, kein guter Unternehmer. Rückblickend hätte sein ideales Muster gelautet: Ideen ba...

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