Rei Ho Christoph Hatlapa Roshi

Zen

In täglichen Lehrvorträgen, so genannten Teishōs, befaßt sich Rei Ho Christoph Hatlapa Roshi der Choka Sangha in Steyerberg mit den Inhalten des Zen. Von einem bloßen Vortrag unterscheidet sich das Teishō durch das "Zeigen des Dharma" - der unverstellten Wirklichkeit, wie sie ist. Der Vortrag wird frei und spontan gehalten. Er ist oft kraftvoll oder lustig, dramatisch oder anfeuernd und vertieft auf diese Weise sowohl intellektuell als auch spirituell die Erkenntnis der Übenden.

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Autor

Rei Ho Christoph Hatlapa Roshi

Kategorie

Religion

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17. Okt 2026

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Z00269 Der Buddha erschafft keine schöne harmonische Welt. (Pfingst-Sesshin 25.05.2026) 17.10.2026

Im Rahmen der Mönchsordination dreier Praktizierender erinnert Christoph Rei Ho Hatlapa an die Überlieferung von Huineng und zitiert eine Passage aus dem 10. Kapitel des Diamant-Sūtras: »Ein Buddha sollte einen Geist entwickeln, der nirgendwo verweilt.« Ein Bewusstsein also, das weder an Sinneseindrücken noch an Konzepten haftet. Doch wie kann ein Mensch frei von Anhaftung leben und zugleich Veran...

Z00268 Keine Erklärung, keine Bedeutung - und dadurch grenzenlos frei. (Pfingst-Sesshin 24.05.2026) 03.10.2026

Im Teisho zum Koan Mians »wahre Bedeutung« aus dem Shumon Kattoshu (Fall 22-2) geht es um das unmittelbare So-Sein der Wirklichkeit. Ausgangspunkt ist die Geschichte von Meister Tokusan, der mit seinen Essschalen zum Speisesaal geht, obwohl das Signal zum Essen noch gar nicht ertönt ist. Als der Koch ihn darauf hinweist, dass die Glocke noch nicht geschlagen hat, reagiert Tokusan weder mit Rechtfe...

Z00267 Wie frei kann ein Mensch werden, obwohl er in Bedingungen und Zusammenhänge eingebunden bleibt? (Pfingst-Sesshin 23.05.2026) 19.09.2026

Das berühmte Koan »Hyakujōs Fuchs« aus dem Mumonkan führt mitten hinein in diese zentrale Frage. Ausgangspunkt ist die Geschichte eines alten Mönchs, der auf die Frage, ob ein erleuchteter Mensch dem Gesetz von Ursache und Wirkung unterliege, antwortet: »Nein, er fällt nicht darunter.« Für diese Antwort muss er 500 Leben als Fuchs erdulden, bis er schließlich durch Hyakujōs Antwort »Er missachtet...

Z00266 Dies ist Myōhō. (Sesshin 22.05.2026) 05.09.2026

Was geschieht, wenn wir vom Gipfel spiritueller Erfahrung wieder ins gewöhnliche Leben zurückkehren? Anhand von Koan 23 aus dem Hekiganroku geht Christoph Rei Ho Hatlapa der Frage nach, wie sich die Erfahrung des Absoluten im Alltag verwirklichen kann. Ausgangspunkt ist die Geschichte von Hofuku und Chōkei, die über den heiligen Berg Myōhō sprechen, der für das absolute Samadhi steht – die Erfahru...

Z00265 Seijos Seele ist von ihrem Sein getrennt. (Zentag Niederrhein 21.03.2026) 22.08.2026

Ausgehend vom Koan 35 des Mumonkan beschäftigt sich Christoph Rei Ho Hatlapa mit der oft schmerzhaften Spaltung zwischen unserem angepassten Selbst und unserer lebendigen inneren Wahrheit. Wer sind wir wirklich – jenseits der Rollen, Erwartungen und Geschichten, die wir über uns selbst erzählen? Wie erwachen wir aus dem Wachkoma des Funktionierens? Anhand der rätselhaften Geschichte von Seijo wird...

Z00264 Baso und die hundert Verneinungen. (Sesshin 08.03.2026) 08.08.2026

Im 73. Fall des Hekiganroku bittet ein Mönch Zenmeister Baso um die endgültige Erklärung zur Bedeutung von Bodhidharmas Kommen aus dem Westen, die über die vier Lehrsätze und die hundert Verneinungen der buddhistischen Philosophie hinausgeht. Doch statt einer Antwort begegnen ihm Müdigkeit, Kopfschmerz und schließlich ein schlichtes Eingeständnis des Nichtwissens. Am Ende bleibt nur ein einfacher...

Z00263 Was, wenn alles Leid aus verwirrten Gedanken resultiert? (Sesshin 07.03.2026) 25.07.2026

Im 58. Beispiel des Hekiganroku wird Meister Joshu gefragt, warum er den Satz: »Der wahre Weg ist nicht schwer; er verabscheut nur Wahl und Festhalten«, so oft zitiere. Joshu entgegnet, dass er dafür keine Rechtfertigung habe. Was Wahl bedeutet und wie wir dem Anhaften entgehen können, ist ein wiederkehrendes Thema. Joshus Botschaft bleibt dabei stets dieselbe: Der wahre Weg (Dao) ist einfach, nur...

Z00262 Wenn du erkennst, woher du kommst, wirst du von Natur aus tolerant. (Sesshin 17.01.2026) 11.07.2026

Ausgehend von Koan 6 des Hekiganroku entfaltet Christoph Rei Ho Hatlapa in diesem Teisho das Leben und Wirken des Zenmeisters Ummon, der für seine knappen Antworten bekannt war. Mit seinen wenigen Worten zielte er nicht darauf ab, etwas zu erklären. Vielmehr wollte er bei den Zuhörenden einen Durchbruch bewirken. So führt uns auch seine Koan-Aussage: »Jeder Tag ein guter Tag« mitten hinein in die...

Z00261 Wie gelangt ihr dorthin, wo es keinen Grashalm in 10000 Meilen gibt? (Rohatsu 05.12.2025) 27.06.2026

In dem geschützten Raum eines Sesshin ist es leicht zu erkennen, dass die mitunter täuschend echten Bilder, die wir sehen, unserem Geist entspringen und Trugbilder sind. Zurück im Alltag aber erscheint Tōzan Ryōkais Appell aus Koan 161 des Shūmon Kattōshū jedoch wie ein frommer Wunsch: Geht dorthin, wo es weit und breit keine Illusionen gibt! Daher erwidert Sekisō: »Warum sagtest du nicht: ›In dem...

Z00260 Ein Gipfel ist nicht weiß (Rohatsu 04.12.2025) 13.06.2026

Im 15. Fall des Kattōshū fragt ein Mönch Tsao-shan Pen-chi: »Schnee bedeckt die tausend Berge, warum ist ein Gipfel nicht weiß?« Tsao-shan antwortet: »Du solltest den Unterschied innerhalb des Unterschieds erkennen.« Er fügt hinzu: »Er lässt sich nicht dazu herab, die Farbe der anderen Berge anzunehmen.« Christoph Rei Ho Hatlapa vergleicht die Berge mit meditierenden Mönchen und die weißen Gipfel...

Z00259 Du bist Buddhas Knochen! (Rohatsu 02.12.2025) 30.05.2026

Der Buddhismus hat eine lange Reise hinter sich von den Universitäten Indiens über die Klöster Chinas bis hin zur heutigen Praxis. In diesem Teisho zeichnet Christoph Rei Ho Hatlapa diesen Weg nach und zeigt, wie aus einer monastischen Lehrtradition ein lebendiger, alltagsnaher Zen-Weg für Mönche, Laien und Frauen entstand. Dabei stellt er die Frage: Was heißt es, heute »Buddhas Knochen« zu sein –...

Z00258 Sei hellwach und lass dich nicht in die Irre führen! (Rohatsu 01.12.2025) 16.05.2026

In Koan 12 des Mumonkan sowie in Fall 11 des Kattōshō ruft Zuigan Gen Osho sich täglich selbst: »Meister!« – und antwortet: »Ja, Herr!« Durch dieses Rufen und Antworten schult Zuigan seine Präsenz und vervollkommnet seine Meisterschaft. »Übung ist Erleuchtung, Erleuchtung ist Übung«, beschreibt es Dōgen. In jedem von uns steckt von Anfang an ein Meister, zu dem wir uns bemühen, den Kontakt aufzune...

Z00257 Zeichenlosigkeit erkennen und organische Liebe praktizieren. (Herbstmond-Sesshin 09.11.2025) 02.05.2026

In Abschnitt 5 des Diamant-Sūtras geht es darum, dass die wahre Natur des Tathāgata nicht durch äußere Zeichen oder Merkmale erfasst werden kann. Sie sind nur Oberfläche, die eigentliche Wirklichkeit liegt in der Zeichenlosigkeit. Ähnlich wie bei einer Rose, die nur im Kontext aller Nicht-Rose-Elemente wirklich verstanden werden kann, ist auch der Mensch nur vollständig zu sehen, wenn man seine Hi...

Z00256 Sesshin als Feld der liebenden Güte und inneren Metamorphose. (Herbstmond-Sesshin 08.11.2025) 18.04.2026

In diesem Teisho lädt Christoph Rei Ho Hatlapa uns dazu ein, die Teilnahme an einem Sesshin als einen Akt der Selbstliebe zu verstehen. Frühes Aufstehen, langes Sitzen und Schweigen wirken auf den ersten Blick zwar abschreckend. Doch genau in dieser Strenge liegt die Fürsorge, die es uns ermöglicht, uns nicht länger selbst aus dem Weg zu gehen, sondern zu erforschen, wer oder was wir jenseits unse...

Z00255 Der Geist ist ein Künstler. (Herbst-Sesshin 25.10.2025) 04.04.2026

Christoph Rei Ho Halapa beschäftigt sich in diesem Teisho mit der Beziehung von Bewusstsein und Materie im Kontext der Herausforderungen durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Insbesondere angesichts der Sorge, Maschinen könnten das menschliche Bewusstsein überflügeln oder gar übernehmen. In Fall 102 des Shūmon Kattōshū heißt es: »Der Geist ist wie ein Künstler, der unaufhörlich die f...

Z00254 Was ist Zen? (Herbst-Sesshin 24.10.2025) 21.03.2026

In Fall 211 des Shūmon Kattōshū fragte ein Mönch: »Was ist Zen?« Touzi Datong antwortete: »Zen.« Der Mönch fragte weiter: »Was ist, wenn der Mond noch nicht voll ist?« Touzi sagte: »Ich schlucke drei oder vier Zehntel.« Gerade am Anfang erhofft man sich von seinem Zen-Lehrer Antworten auf die vielen Fragen, die man hat. Doch meist fallen diese eher einsilbig aus. Auch die Koan erscheinen uns je na...

Z00253 Mayoku gräbt Unkraut aus. (Herbst-Sesshin 23.10.2025) 07.03.2026

In diesem Teisho über das Erwachen im Alltäglichen bezieht sich Christoph Rei Ho Hatlapa auf Koan 175 des Kattōshū. Darin möchte der Gelehrte Jushū Ryōsui von Meister Majoko belehrt werden. Doch statt mit ihm zu sprechen, beginnt Majoko wortlos, im Garten Unkraut zu jäten. Am nächsten Tag weist Majoko ihn erneut ab und fragt ihn schließlich durch die geschlossene Tür: »Wer ist da?« In diesem Momen...

Z00252 Wo immer ihr steht, ist der rechte Ort. (Sesshin 07.09.2025) 21.02.2026

In diesem Teisho weist Christoph Rei Ho Hatlapa darauf hin, dass gerade unsere Alltagswelt am besten geeignet ist, uns mit unserer Buddha-Natur in Verbindung zu bringen. In den Vorträgen des Rinzai Roku, Abschnitt XII, heißt es dazu: »Für den Buddha-Dharma ist keine Mühe nötig. Ihr müsst nur normal sein und nichts tun. Seid Meister jeglicher Situation, und wo immer ihr steht, ist der rechte Ort. O...

Z00251 Tatsächlich gibt es kein einziges Wesen, das zu erretten wäre. (Sesshin 05.09.2025) 07.02.2026

Diese Aussage des Diamant-Sūtras scheint dem Bodhisattva-Gelöbnis, alle Lebewesen zu erretten, zu widersprechen. In Abschnitt 25 heißt es jedoch: »Würde der Tathāgata meinen, dass es ein solches Wesen gäbe, so wäre er der Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen oder einer Lebensspanne verhaftet.« Doch wie lässt es sich leben, ohne in die Getrenntheit verstrickt zu sein? Schließ...

Z00250 »Ein Tag ohne Arbeit ist ein Tag ohne Essen« (Sommer-Sesshin 19.07.2025) 24.01.2026

Dieser Ausspruch von Hyakujō Ekai ist in Fall 125 des Shūmon Kattōshū festgehalten. Damit wehrte er sich gegen die Befreiung von der anstrengenden Gartenarbeit im hohen Alter. Für ihn war es von größter Bedeutung, Arbeit als zentrales Element des klösterlichen Lebensstils zu praktizieren. Daher verfasste er entsprechende klösterliche Regeln, die bis heute in Zen-Klöstern umgesetzt werden. Auch in...

Z00249 Dem duftenden Gras folgen… (Sommer-Sesshin 18.07.2025) 10.01.2026

In diesem Teisho beschäftigt sich Christoph Rei Ho Hatlapa damit, wie wir die Zeichenlosigkeit im Alltag verwirklichen können. Er zeigt uns Wege, wie wir in der uns umgebenden Realität unterwegs sein können, ohne ständig etwas einzuordnen, und dabei trotzdem mit unserem jeweiligen Gegenüber in Verbindung bleiben. Bei dieser Herausforderung kann uns die Natur eine hervorragende Lehrmeisterin sein....

Z00248 ToGenJi – Verborgene Pfirsichblüte (Sommer-Sesshin 17.07.2025) 27.12.2025

In Koan 8 des Kattōshū findet sich Reiun Zhigins Erleuchtungsvers: »30 Jahre lang suchte ich einen Schwertmeister. Wie oft sind Blätter gefallen und neue Knospen zum Vorschein gekommen. Aber seitdem ich die Pfirsichblüten gesehen habe, habe ich nie wieder gezweifelt.« Anscheinend ist es Reiun beim Betrachten der Blüte gelungen, gleichzeitig die Nicht-Blüte zu sehen. Indem er die vielen Elemente er...

Z00247 Frieden beginnt in dir. (Rohatsu 03.12.2025) 13.12.2025

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in den Medien von Drohnenangriffen und Aufrüstung berichtet wird. In vielen Koans ist ebenfalls von Schlägen und Stößen die Rede – etwa im Fall 100 des Hekiganroku, in dem ein Schwert den ganzen Himmel überschneidet, gegen das ein Haar geblasen wird. Doch wer im Zen-Kontext die todbringende Klinge und das lebenspendende Schwert führt, will damit keinesfalls sein...

Z00246 »Über den Himmeln und darunter bin ich allein der Geehrte.« (Sommer-Sesshin 16.07.2025) 29.11.2025

Fall 122 des Shūmon Kattōshū knüpft mit diesem Ausspruch Buddhas an die Legende zu seiner Geburt an. Dabei wies Buddha selbst immer wieder darauf hin, dass er ein Mensch sei und keine überirdische Gestalt. Er hatte besondere Einsichten, doch diese sind nicht exklusiv. Auch wir können diesen Weg gehen. Im vorliegenden Koan reagiert Zen-Meister Ummon dann auch entsprechend drastisch: Hätte er diesen...

Z00245 Wem sich nur ein einziger Sitz vollendet, dem löst sich alles Karma. (Sommer-Sesshin 15.07.2025) 15.11.2025

Auch wenn wir es oft nicht wahrhaben wollen: Das, was unsere Vorfahren erlebt haben, lebt in uns weiter. Nicht nur ihre Kultur, ihre Stärken und ihre Werte, sondern auch ihre Verletzungen, ihr Schweigen und ihre Traumata. So haben Krieg, Nachkriegszeit und autoritäre Erziehung Spuren in den Familien hinterlassen, die sich bis heute in unserem Verhalten, in unseren Beziehungen und in unseren innere...

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