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SWR2 Zeitgenossen

Wir sprechen jede Woche mit Zeitgenossen, die auf einen besonderen Lebensweg zurückblicken: Sie sind Aktivist*innen, Künstler*innen oder Forscher*innen. Sie haben Zeitgeschichte erlebt und geprägt – und sie haben viel zu erzählen. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-zeitgenossen/8758618/

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10. Okt 2026

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Waslat Hasrat-Nazimiim Gespräch: „Im Kopf sind meine Koffer schon gepackt“ 05.07.2025

„Rausländer“ nennt die Journalistin und Autorin Waslat Hasrat-Nazimi ihr neues Buch über „die katastrophalen Folgen von Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung“. Denn die sind ebenso politisch wie persönlich: „Unsere Koffer sind gepackt“ – weil Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland Angst um ihre Sicherheit haben. Weil sie Hass, Hetze und Übergriffe erleben, nicht erst seit der Bundes...

Christoph Antweiler: „Es gibt keine Identität ohne Identi-Täter“ 28.06.2025

„Heimat Mensch“. Mit diesem Buchtitel fragt der Ethnologe Christoph Antweiler, was uns als Menschen verbindet – welche Erfahrungen, Vorstellungen, Sehnsüchte und Gefühle, welche Bedürfnisse und Tabus wir alle teilen, egal in welcher Kultur und in welcher Gesellschaft wir leben, von welcher Religion und welcher sozialen Herkunft wir geprägt wurden. Und weshalb wir die kulturelle Vielfalt nicht dazu...

Ulrich Trautwein: „KI eröffnet in der Schule wahnsinnig viele Möglichkeiten“ 21.06.2025

„Ohne Künstliche Intelligenz in den Schulen und im Unterricht wird Deutschland die Mindeststandards bei PISA & Co. nicht erreichen können“, erklärt Ulrich Trautwein, Leiter des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung und Professor an der Universität Tübingen. Wie sieht ein Schulunterricht mit KI in Zukunft eigentlich aus? Wozu brauchen wir dann noch Lehrkräfte? Wie lernen Heranwachsende...

Kenza Ait Si Abbou: „Es liegt an uns, wie wir Emotionale KI einsetzen“ 19.06.2025

Ist KI ein „Menschenversteher“? Und weiß am Ende mehr über unsere Gefühle und Bedürfnisse als ein Freund? Nicht nur, weil KI unsere Suchanfragen kennt und den Gesichtsausdruck lesen kann. Auch, weil KI digital verfügbares Wissen bündelt und KI gesteuerte Conversation Bots wie „Clare & Me“ sogar Antworten auf emotionale Konflikte geben können. Gibt es also bereits die Empathiefähigkeit von Maschine...

Martin Haerlin: „KI ist für mich ein Schraubenschlüssel“ 14.06.2025

„AI and Me“ heißt der Kurzfilm von Martin Haerlin, der viral ging und durch den der Filmregisseur und AI Creative Director über Nacht berühmt wurde. Dabei war dies nur sein erster und simpelster mit KI generierter Clip, in dem er jeweils mit einem Fingerschnippen die Identität wechselt – dank KI – von der realen Person bis zum „Planet der Affen“. Andere Filme von ihm sind komplexer, etwa jener übe...

Michael Resch: „Die KI und Goethes Faust haben ähnliche Motivationen“ 09.06.2025

Kann KI Kultur? Ja, geht. Man kann mit KI bereits jetzt schon Theaterräume und Bühnensituationen virtuell entwickeln: als „digitale Zwillinge“, mit denen man bald ganze Inszenierungen durchspielen kann, inklusive virtueller Schauspieler*innen, bevor sie mit realen Menschen auf der Bühne entstehen. Für „digitale Zwillinge“, die man auch in der Automobilindustrie verwendet, braucht man allerdings de...

Rasha Khayat: „Ich bin doppelt und nicht halb“ 07.06.2025

„Ich gehöre hier nicht dazu“. Das ist die Bilanz der Schriftstellerin Rasha Khayat mit Blick auf die Migrationsdebatte in Deutschland: „Ich werde immer das Andere sein“. Als Kind einer deutschen Mutter und eines saudi-arabischen Vaters in Dortmund geboren, verbrachte sie einen Teil ihrer Kindheit in Saudi-Arabien. Ende der 1980er kehrte sie in den Ruhrpott zurück, studierte Literatur und Philosoph...

Stefanie Lohaus: „Feminismus hangelt sich zu oft an der Theorie lang“ 31.05.2025

Nein heißt Nein. Männer verstehen das leider oft nicht und nutzen ihre Männermacht bis heute für sexuelle Übergriffe – wie vor 250 Jahren in der Kantate „Amor vincitore“ von Johann Christian Bach, uraufgeführt 1774 im Rokokotheater Schwetzingen, wo das Drama des vergifteten Pfeils bei den Schwetzinger SWR Festspielen 2025 jetzt erneut inszeniert und zugleich problematisiert wird. Unter anderem im...

Matthias Politycki: „Ich will bei der emanzipierten Männlichkeit bleiben, aber“ 29.05.2025

Vatertag. Männertag. Was macht Mann da so? Bierkästen auf Bollerwagen ziehen? Traditionelle Männerbilder feiern, breitbeinig sich als Herr fühlen? Was bedeutet es, Mann zu sein in einer Zeit, in der archaische Vorstellungen maskulinen Verhaltens ein Revival erleben und weltweit hegemonial werden – wenn wieder einmal Männer autoritär herrschen, Kriege provozieren und den Ernstfall vorbereiten? „Man...

Ulrike Syha: „Ich möchte die Leerstelle China mit Schicksalen füllen“ 24.05.2025

Theater für eineinhalb Milliarden Menschen: Was ist eigentlich in China auf Bühnen zu sehen? Zunächst – viel mehr Avantgarde, als manche im Westen meinen. Dazu die Auseinandersetzung mit einer sozialen Realität zwischen Turbokapitalismus und Hochtechnisierung auf der einen Seite und dem Rückbezug auf Traditionen auf der anderen. Zu sehen in drei Gastspielen beim „Heidelberger Stückemarkt 2025“. Do...

Rebekka Endler: „Der patriarchale Leistungsbegriff war tief in mir verankert“ 12.05.2025

Was sind die Ursachen des Patriarchats? Und warum ist es bis heute dominant? Männer gleich Macht, so war das schon immer, ein Blick in die Geschichte reicht. Der Autorin Rebekka Endler ist das als Erklärung zu wenig. Deshalb untersucht sie misogyne Mythen. Ganz aktuelle wie Bitches, Nymphen und It-Girls. Und uralte wie den der Hexe. Und sie fragt, warum es immer noch Frauen gibt, die vom rettenden...

Irme Schaber: „‘Nie wieder Krieg‘ darf keine Worthülse sein“ 07.05.2025

Gerda Taro hat die moderne Kriegsfotografie begründet, zusammen mit ihrem Mann Robert Capa. Und damit viele andere berühmte Fotograf*innen beeinflusst, von Lee Miller bis Margaret Bourke-White und den Gründern der Agentur Magnum. Geboren in Stuttgart 1910 als Tochter jüdischer Flüchtlinge aus Galizien, rettete sie sich 1933 ins Exil nach Paris. Dort lernte sie Robert Capa kennen, der noch Andrei F...

Katharina Grosse: „Ich habe mich eigentlich nie an die Regeln gehalten“ 01.05.2025

Sie malt mit Spritzpistole. Ziemlich radikal. Überzieht Objekte und Architektur mit ihrer grellen Welt. „Zweidimensionale Malerei existiert für mich nicht“. Zuletzt hat sie mit ihrer Spray-Technik den Kunstbau am Stuttgarter Schlossplatz, im Volksmund „Kunsthaus zum Goldenen Hirsch“ genannt, in reine Farbgewalt verwandelt – für die Ausstellung „The Sprayed Dear“, ein Wortspiel mit dem englischen B...

Thomas Köck: „Der Plan von Rechtsextremen ist, das System auszuknipsen“ 30.04.2025

„Chronik der laufenden Entgleisungen“. Tagebuchartig dokumentiert der Dramatiker Thomas Köck ein Jahr lang den Rechtsruck in Österreich. Wie nationalistisches und rechtsradikales Denken sich verbreitet, mit welcher Sprache und welchen Symbolen dies geschieht – wenn zum Beispiel auf Wahlkampfveranstaltungen Messer gewetzt und Journalisten in den Schwitzkasten genommen werden. Bekannt wurde Thomas K...

Holger Schultze: „Theater kann ein Korrektiv der Gesellschaft sein“ 26.04.2025

Theater setzt Themen, ja. Beschreibt und kritisiert Gegenwart, auch klar. Oft durch Uraufführungen. Aber welches Stück wird nachgespielt und beweist dadurch seine Relevanz? Holger Schultze, Intendant des Theaters Heidelberg, gründete schon als Theaterleiter in Osnabrück „Spieltriebe 2“, ein Festival für Stücke, die zum zweiten Mal aufgeführt wurden. Wie man Gegenwartsdramatik fördert, praktiziert...

Shi Heng Yi: „Lerne zu genießen, was ist – nicht, was sein könnte“ 21.04.2025

„Meistere Dein Leben“. Mit Shi Heng Yi kann das gelingen. Zumindest hat der Leiter des Shaolin Temple Europe, eines buddhistischen Klosters bei Kaiserslautern, eine Anleitung dafür geschrieben. Er praktiziert die Kampfkunst der Shaolin-Mönche, hält weltweit Vorträge und lehrt Manager Gelassenheit. Zum Kung Fu ist er im Alter von vier Jahren gekommen. Heute unterrichtet er andere darin, über die Be...

Franzobel: „Ich fühle mich zu den Scheiternden hingezogen“ | Gespräch 19.04.2025

„Diese Zerrissenheit hat mich interessiert – diese Problematik der Migration, des Heimatlosen“, sagt der österreichische Schriftsteller Franzobel. In seinem neuen Roman „Hundert Wörter für Schnee“ erzählt er eine Geschichte, die sich heute so ähnlich ereignen kann: Ein weißer US-Amerikaner will den Nordpol entdecken und praktiziert „America First“. Er verhält sich in Grönland wie ein Kolonialherr,...

Nady Mirian: „Man lernt sehr viel im Leid“ 18.04.2025

„Es gibt kein Leben ohne Leid“, davon ist die deutsch-iranische Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Nady Mirian überzeugt. In ihrer Kölner Praxis begleitet sie junge Menschen und Erwachsene, die von Depressionen, Ausgrenzung oder Mobbing betroffen sind. Während sie sich in ihrer Arbeit um Resilienzstärkung abseits von Ratgeberbüchern bemüht, versucht sie gleichzeitig den Blick auf die positiven Se...

Hannah Monyer: „Vergessen hilft, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren“ 12.04.2025

„Wie das Gehirn aus der Vergangenheit unsere Zukunft macht“. So nennt Hannah Monyer ihr Buch über das „geniale Gedächtnis“. Die Direktorin der klinischen Neurobiologie in Heidelberg forscht über Lernen, Gedächtnis und Vergessen, das für unser Gehirn viel wichtiger ist, als wir glauben. Sie gehört zur Minderheit der Siebenbürger Sachsen, wuchs in Rumänien auf und zog mit 17 nach Deutschland, um Med...

Lyndal Roper: „Die Feststellung, dass man frei ist, finde ich fantastisch“ 05.04.2025

„Von der Wut zur Bewegung“ nennt das Württembergische Landesmuseum seine erste große Ausstellung zu 500 Jahre Bauernkriege – und fragt: Wie kommt es zu Protesten? Kann man die psychosoziale Dynamik der Aufstände von 1524/25 mit Friedensbewegung, Klimastreik oder Stuttgart 21 vergleichen? Die Historikerin Lyndal Roper erforscht die Geschichte der Bauernkriege unter dem Titel „Für die Freiheit“. Zuv...

Rainer Moritz: „Ich wollte psychologisch Geschichten erzählen“ 29.03.2025

Ja, eine Lizenz für Fußballschiedsrichter besaß er auch. Bekannt ist Rainer Moritz allerdings als Literaturkritiker, als Schriftsteller, Übersetzer, Lektor großer Verlage wie Reclam und Hoffmann und Campe und langjähriger Leiter des Literaturhauses Hamburg. Den Akzent seiner schwäbischen Herkunft, mit Abitur in Heilbronn und Studium in Tübingen, hat er nie ganz abgelegt – was nicht zuletzt dazu fü...

Sebastian Baden: „Wir wollen die Offenheit der Kunst in die Bevölkerung tragen“ 22.03.2025

Plötzlich ist alles politisch – jede Ausstellung. Mit Hans Haacke und der Frage, wie korrumpierbar die Mächtigen sind. Mit Martha Rosler und ihren Kriegsbildern. Oder Selma Selman, Künstlerin mit Romageschichte, und der Frage von Diskriminierung und Deklassierung. Auch schon die Themen Blackness und Rassismus in Werken von Cara Walker. Das Programm der Schirn Kunsthalle Frankfurt verantwortet seit...

Tamina Amadyar: „Meine Farben machen ihre eigene Magie“ 15.03.2025

Was ist Gedächtnis? Welche Spuren hinterlassen Erfahrungen? Manchmal nur ein Gefühl, eine Stimmung oder ein Wort? Was können wir uns jederzeit in Erinnerung rufen? Damit beschäftigt sich die Künstlerin Tamina Amadyar in ihrem Werk. Sie malt Erinnerungen an Orte, Situationen und Menschen. Verwandelt sie in Farben, dabei auch in geometrische und biomorphe Formen. Und reduziert sie aufs Wesentliche....

Asha Hedayati: „Der Staat setzt die Gewalt gegen Frauen fort“ 08.03.2025

Wenn es um Gewalt gegen Frauen geht, versage der Staat systematisch, sagt die Rechtsanwältin Asha Hedayati. Sie vertritt von Gewalt betroffene Frauen in Trennungs-, Scheidungs- und Gewaltschutzverfahren. Dabei erlebt sie häufig, dass Gerichte Männer, denen die Gewalt vorgeworfen wird, zuvorkommend behandeln und die Nöte der betroffenen Frauen nicht ausreichend sehen. Für Asha Hedayati ein Beispiel...

Andreas Zick: „Rechtsextremismus ist in der Mitte verankert“ 01.03.2025

Die Mitte der Gesellschaft teilt zunehmend demokratiefeindliche und rechtsextreme Einstellungen. Das ist das Ergebnis der Studie „Die distanzierte Mitte“ unter Leitung des Gewalt- und Konfliktforschers Andreas Zick: Jede zwölfte Person in Deutschland hat ein rechtsextremes Weltbild, fast jede*r dritte teilt völkische Ansichten. Was sich zeigt, wenn auf Sylt „Deutschland den Deutschen“ gegrölt wird...

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