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8. Jul 2026

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Wie schätzen Sie die Kanzlerporträts als Kunsthistoriker ein, Andreas Beyer? 08.07.2026

Ende Juni ist im Berliner Bode Museum ein schon länger und mit Spannung erwartetes Gemälde enthüllt und vorgestellt worden: das Porträt der früheren Kanzlerin Angela Merkel als die jüngste Ergänzung in der Reihe der bisher sieben Kanzlerporträts im Kanzleramt. Gemalt hat es der deutsch-französische Künstler Jérémie Queyras. Wir wollten vom Kunsthistoriker Prof. Dr. Andreas Beyer wissen, wie er nic...

Geht mit Habermas und Kluge die „Ära Adorno“ zu Ende, Jörg Später? 15.04.2026

Mit Jürgen Habermas und Alexander Kluge sind zwei der prägendsten Intellektuellen der Bundesrepublik innerhalb weniger Tage verstorben. Beide galten als Erben Theodor Adornos – und standen doch für sehr unterschiedliche Wege kritischer Theorie: hier der Systemdenker, dort der Filmemacher. Im Gespräch mit dem Historiker Jörg Später fragen wir, wie Habermas und Kluge die Nachkriegsgeschichte geprägt...

Was heißt es, heute in Syriens Archiven zu forschen, Thora Pindus? 12.03.2026

L.I.S.A. am Telefon über eine Archivreise nach Syrien: Thora Pindus (Philipps-Universität Marburg) forscht in ihrem Promotions­vorhaben zur Entstehung des syrischen Sicherheitsapparats zwischen 1945 und 1990 und der Rolle, die Exil-Nazis dabei spielten. Für Archiv­recher­chen war sie Anfang 2026 für mehrere Wochen in Syrien. Im Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen: Wie sie im Land gereist...

Hat die Bundeszentrale für politische Bildung ein Legitimationsproblem, Tim Schanetzky? 30.10.2025

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) wurde 1952 gegründet. Sie hat die Aufgabe, das demokratische Bewusst­sein in Deutschland zu fördern und die Bereit­schaft zur politischen Mitarbeit zu stärken. Schon seit den Anfangs­tagen haben dieser Auftrag und die Arbeit der bpb aber immer wieder Kritik hervor­gerufen. Auch in jüngster Zeit ereilt die bpb bisweilen der Vorwurf, nicht unab­hängig...

Müssen wir unser Bild von Kaiser Wilhelm I. korrigieren, Jan Markert? 09.10.2025

Otto von Bismarck gilt als die Überfigur des 19. Jahrhunderts und des Deutschen Kaiserreichs. Und obwohl das Deutsche Reich ein Kaiserreich war, steht dessen Namensgeber Kaiser Wilhelm I. im tiefen historischen Schatten des „Eisernen Kanzlers“. Wilhelm, so die gängige Erzählung, sei ein schwacher Monarch gewesen, nicht mehr als eine Symbolfigur für das neue Reich, während Bismarck als dessen eigen...

Was bleibt von der Bonner Republik, Benedikt Wintgens? 11.09.2025

In wenigen Tagen beginnt in Bonn der 55. Deutsche Historikertag. Die viertägige Konfe­renz der deutschen Historikerinnen und Histo­ri­ker steht in diesem Jahr unter dem Motto „Dynamiken der Macht“. Für uns Anlass, einen Blick auf die beson­dere Geschichte der Stadt am Rhein zu werfen, denn auch Bonn hatte eine rund 50-jährige Liaison mit der Macht, als Regierungs­sitz der Bundes­republik Deutsch­l...

Was erwartet uns beim Historikertag 2025, Yaman Kouli? 05.09.2025

In weniger als zwei Wochen startet in Bonn der 55. Deutsche Historikertag. Unter dem Motto „Dynamiken der Macht“ trifft sich die deutsche Geschichtswissenschaft vom 16. bis zum 19. September in der ehemaligen Bundeshauptstadt zum größten Fachkongress seiner Art. Warum ausgerechnet die Kaffeeversorgung zur größten Herausforderung wurde und welche Programmpunkte besondere Highlights versprechen, dar...

„Mehrheit legitimiert zu nichts“ 27.10.2020

Die Demokratie ist in Gefahr - so liest und hört man es in vielen aktuellen Gegenwartsanalysen. Aber was genau dabei gefährdet ist, darüber scheiden sich die Geister. Die einen sehen im Aufkommen von Populisten die zentrale Bedrohung für die Demokratie, andere in einer zunehmenden Kluft zwischen Arm und Reich oder in einer Krise des Liberalismus und seiner Institutionen. Es gäbe an dieser Stelle n...

53. Historikertag | "Nicht abgesagt, sondern verschoben" 10.09.2020

Interview mit Eva Schlotheuber, Martin Zimmermann und Matthias Berg zum 53. Historikertag in München, der aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden musste. Es ist im Übrigen nicht der erste Historikertag, der aufgrund einer Seuche nicht stattfinden kann... Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historikertag_verschoben

„Fehlerbewusstsein ist die Essenz von Wissenschaft“ 23.06.2020

Was kann ich wissen? Das ist eine der vier berühmten Fragen des Philosophen Immanuel Kant. Doch bevor man darauf eine Antwort finden kann, muss man sich darüber Klarheit verschaffen, was Wissen überhaupt ist. Woher kommt es? Ist es die Wissenschaft, die Wissen erzeugt? Oder verhält es sich eher umgekehrt - ist Wissen die Triebfeder der Wissenschaft? Aber was ist dann Wissenschaft? Und wie verlässl...

"Ich wünsche mir lautere Stimmen der Soziologen, der Philosophen und der Ethiker" 24.04.2020

Die Wirtschaft liegt am Boden - alle üblichen Indikatoren sprechen dafür: national, europaweit, global. Welche Folgen die Wirtschaftskrise aber haben wird, das ist zurzeit nur schwer abzuschätzen. Die Staaten tun nun das, was sie glauben tun zu müssen: Die, die über Geld verfügen, machen die Schatulle auf und pumpen gewaltige Summen in Wirtschaftskreislauf und sozial abfedernde Maßnahmen, die selb...

"Wissenschaft darf sich nicht mit einer Sache gemein machen" 13.02.2020

Als Wissenschaftsportal einer wissenschaftsfördernden Stiftung fragen wir uns in der Redaktion auch immer wieder, wem die ganze Wissenschaft eigentlich nützt. Muss sie überhaupt einem konkreten oder gar anwendungsnahen Nutzen verpflichtet sein? Oder ist Wissenschaft eher frei von solchen Nutzenerwägungen und genügt sich selbst? Der Deutsche Bundestag leistet sich mit seinen Wissenschaftlichen Dien...

„Undemokratisch, aber kein Putsch“ 29.08.2019

Der britische Premierminister Boris Johnson hat mit seinem Vorgehen, die Parlamentspause entgegen des bisherigen Zeitplans um weitere fünf Wochen zu verlängern, für große Aufregung gesorgt. Während er selbst seinen Vorstoß als gängige parlamentarische Praxis betrachtet sehen möchte und dabei die Geschichte auf seiner Seite wähnt, sprechen politische Gegner des Premiers und Kritiker von "Skandal",...

"Die Mitte ist kein Schutzraum der Demokratie" 28.06.2016

Vor wenigen Tagen erschien unter dem Titel "Die enthemmte Mitte" die neueste Auflage der sogenannten Mitte-Studien. Seit 2002 erforscht eine Arbeitsgruppe an der Universität Leipzig in einem Langzeitprojekt rechtsextreme Einstellungen in Deutschland. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass rechtes Gedankengut nicht nur ein Phänomen am "Rande" der Gesellschaft ist, sondern gesamtgesellsch...

Kampagne für die Geisteswissenschaften 17.05.2016

Geisteswissenschaftler? "Ewig am Studieren und nutzlos für die Wirtschaft" - so lautet das Urteil der Schweizerischen Volkspartei (SVP) nicht erst seit gestern. Der Vorwurf ist nicht neu und wird auch jenseits der rechtskonservativen Partei oftmals geteilt. Die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) hat darauf immer wieder reagiert und die Bedeutung und Relevanz der G...

Der erste Treibstoff des globalen Kapitalismus 07.07.2015

Um den Rohstoff Baumwolle spann sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts ein globales Netzwerk aus Baumwollplantagen, Baumwollspinnereien und -webereien sowie aus Händlern und Käufern - ein Baumwollimperium, wie es der Historiker Prof. Dr. Sven Beckert von der Universität Harvard in seinem Buch King Cotton. Eine Geschichte des globalen Kapitalismus bezeichnet, beschreibt und ausführlich analysiert. Wa...

"Der entscheidende Medienbruch war das Taschenbuch" 30.06.2015

Was waren die 1970er Jahre, wenn man sie retrospektiv durch die Brille eines Intellektuellen betrachtet? Ein Jahrzehnt des Neomarxismus, die Dekade des Strukturalismus, Ausläufer des Modernisierungsparadigmas und Vorzeichen der Postmoderne? Unbestritten ist zumindest, dass die 1970er Jahre vor allem eine Zeitspanne umfassen, die theoriegesättigt war. Die entsprechende, arbeitsintensive Literatur h...

"Das Digitale löst unsere bisherige Gesellschaft auf" 23.06.2015

Immer schärfe Displays, immer genauere Daten – die Digitalisierung der Welt ist geprägt von Drang nach immer höherer Auflösung. Aber beinhaltet dieser Prozess auch eine andere Form der Auflösung, nämlich die Beseitigung alter gesellschaftlicher Ordnungen? Der Journalist Dr. Christoph Kucklick sieht in der Doppeldeutigkeit des Begriffs der Auflösung das Grundmotiv einer sich abzeichnenden "granular...

"Die Arbeit des Intellektuellen ist naturgemäß subversiv" 16.06.2015

Im bayerischen Schloss Elmau haben sich in der vergangenen Woche die Staats- und Regierungschefs zum sogenannten G7-Gipfel getroffen, um sich über die aktuelle politische und wirtschaftliche Weltlage auszutauschen und gemeinsame Vorgehensweisen abzustimmen. Kritiker bezeichnen die G7-Treffen als exklusive Zusammensetzung der mächtigsten Staaten des Westens, deren Vertreter nicht legitimiert seien,...

"Das Porträt eines Weltwirtschaftssystems" 28.05.2015

Coltan, Niobium und Kassiterit gehören heute, im Zeitalter der Mobiltelefone, zu den begehrtesten Rohstoffen der Welt. Die bedeutendsten Vorkommen lagern im Ostkongo, wo seit mehr als zwanzig Jahren einer der blutigsten Kriege seit dem Zweiten Weltkriegs um die Kontrolle der Minen tobt. Außerdem kennzeichnet diesen Krieg die besonders unübersichtliche Gemengelege mit Blick auf die Konfliktparteien...

"Als Chronist ein Verfremder von Geschichte" 20.04.2015

Die Nachrufe auf Günter Grass in der vergangenen Woche konzentrierten sich vor allem auf sein Wirken als Schriftsteller, als Autor beispielsweise der Romane Die Blechtrommel und Ein weites Feld oder der Novelle Im Krebsgang. Charakteristisch an Grass' Werk ist seine künstlerische Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Vergangenheit sowie mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen. Von de...

"Mali lebt in Armut, aber nicht in Elend" 14.04.2015

Mali geriet in den vergangenen Jahren zweimal in den Fokus der Weltöffentlichkeit - im Zusammenhang mit dem Krieg im Norden des Landes und in Folge dessen, als gut 300.000 alte Handschriften aus dem kriegsnahen Timbuktu in die Hauptstadt Bamako überführt wurden, wo sie zurzeit restauriert und konserviert werden. Abgesehen davon ist es in unseren Breitengraden eher still um das westafrikanische Lan...

"Fragen nach der digitalen Repräsentation von Geschichte" 09.04.2015

In Graz fand Ende Februar die zweite Jahrestagung des Verbandes der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum statt. Wir haben den Dr. Hubert Stigler vom Zentrum für Informationsmodellierung der Universität Graz um ein Résumé der Veranstaltung gebeten. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/fragen_nach_der_digitalen_repraesentation_von_geschich...

Ein Krieg um Bilder? 16.01.2015

Unsere Vorstellungen und Wahrnehmungen von aktuellen, aber auch historischen Ereignissen werden von Bildern geprägt. Kaum ein Medium ist von so großer Wirkkraft und hat so viel emotionales Potential wie die bildliche Momentaufnahme. Anders als der Film, der Szenen auflösen kann, hält das Bild nur den Augenblick fest und wirft das Kopfkino an. Entsprechend hart wird um die Bilder gerungen, die daue...

„Wenn man die puren Zahlen einmal gegenüberstellt...“ 23.12.2014

Jörg Friedrichs Buch 14/18. Der Weg nach Versailles gehört zu den umstritteneren Büchern anlässlich des 100jährigen Gedenkens an den Ersten Weltkrieg. Obwohl er ein fakten- und detailreiches Werk vorgelegt hat, werfen ihm Kritiker - wie bereits anlässlich seiner früheren Publikationen - vor allem vor, die historische Methode des Vergleichs im Sinne einer Neubewertung des Täter-Opfer-Verhältnisses...

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