Carl-Auer Verlag

Genau Geschaut

Society DE ↓ 92 Folgen

„Genau Geschaut” – Gesichter, Gesten und Gefühle in Gesellschaft und Politik. In diesem Podcast tauchen wir ein in die Welt von Kommunikation und Gesellschaft – und zeigen, was Körpersprache, mediale Inszenierungen und Schlagzeilen verraten können. Entdecke mit uns den Blick auf das, was wie nebenbei geschieht, aber zählt. Spannend und aktuell. Wahlkampf-Specials! Auf unseren Kanälen erwarten euch mehrere exklusive Audio-Beiträge – zusätzlich zu den regulären Folgen. Bleibt dran!_______Buch: Einführung in Körpersprache und nonverbale Kommunikation__________„Genau Geschaut“ entsteht in Kooperat...

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Autor

Carl-Auer Verlag

Kategorie

Society

Podcast-Website

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17. Okt 2026

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Folgen

#81 Wer bezahlt die Wahrheit? 17.10.2026

Sebastian Esser beschäftigt eine Frage seit Jahren: Wie kann Journalismus unabhängig bleiben – von Werbung, Verlagen, Plattformen und ihren Interessen? Er gründete Krautreporter mit und später Steady, eine Plattform, über die sich Medien, Newsletter und Podcasts direkt durch ihre Community finanzieren können. Für seine Arbeit erhielt er unter anderem 2013 einen Sonderpreis bei „Journalisten des Ja...

#80 Wann aus Ausnahme Normalität wird 10.10.2026

Mit der Wahl von Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten ist etwas erschreckend real und institutionell sichtbar geworden. Mich interessiert dabei meine eigene Rolle: als Beobachter, Experte und Bürger – also als jemand, der unterscheiden will und zugleich nicht neutral bleibt. Wie verändert sich demokratischer Alltag, wenn rechtsextreme Kräfte institutionell selbstverständlich werden? Was zeigt mir...

#79 Zorn braucht ein Gegenüber. Hass nicht. 03.10.2026

Wenn die vertraute Welt verschwindet, kann Abgrenzung Zugehörigkeit schaffen – und der Feind psychologisch erträglicher werden als die eigene Ohnmacht. Aus Ärger über eine Handlung wird dann schnell ein Identitätskonflikt: Nicht mehr was du tust, sondern wer du bist, wird zum Problem. Moralisierung und soziale Trennung können daraus ein Feindbild machen, das sich schließlich selbst bestätigt. Doch...

#78 Kenne ich meine Welt morgen noch wieder? 26.09.2026

Ein kleiner Unfall in Südtirol, kein Schaden – und plötzlich geht es um Sprache, Herkunft, Macht und Zugehörigkeit. Die Mikroszene zeigt: Vorne streiten wir über die Sache, hinten schützen wir Identität, Anerkennung und das Gefühl, die eigene Welt noch gestalten zu können. Genau diese Spannung finden wir auch im Großen: zwischen Globalisierung, Demokratie und Selbstgestaltung. Doch alle drei gleic...

#77 Der kleine Karl und der Manager 19.09.2026

Karl Krämer war erfolgreicher Manager und Unternehmensgründer – und kennt die Härten dieser Rolle. Erst später begann er über sein Berufsleben und den „kleinen Karl“ zu schreiben, der ihm heute einen anderen Blick auf den Manager von damals eröffnet. Er erzählt von Kündigungen, von Distanz, Scham und Momenten, in denen berufliche Pflicht und menschliches Empfinden aufeinanderprallen. Der kleine Ka...

#76 Freiheit braucht Widerspruch 12.09.2026

Demokratie lebt nicht von Ankündigungen, sondern vom Handeln. Sie braucht Freiheit, Widerspruch und die harte Auseinandersetzung in der Sache. Kurt Schumacher wusste: Opposition heißt nicht nur Nein sagen, sondern Verantwortung übernehmen. Was davon gilt heute noch? Und wo verlassen wir uns zu oft auf große Worte? Ein Blick zurück, der erstaunlich gegenwärtig klingt. Literaturhinweis Sollmann, U....

#75 Den Gegner nicht zum Regisseur machen 05.09.2026

Politische Sorge kann berechtigt sein – und trotzdem unsere Aufmerksamkeit so sehr binden, dass der Gegner unmerklich unseren inneren Takt bestimmt. Gegenmilieus geben Orientierung und Zugehörigkeit, können aber auch Gewissheiten verstärken und andere, eigene Schutzbedürfnisse verdecken. Wie bleiben wir engagiert, ohne uns vom Konflikt vereinnahmen zu lassen? Vielleicht indem wir dem eigenen Wider...

#74 Unbekannt? Egal. Hauptsache der Kick. 29.08.2026

Baller Liquid, Bitcoin, KI-Inhalte, AfD-Politik – vier völlig verschiedene Welten, verbunden durch dieselbe Dynamik. Der Kick liegt mal in der Ungewissheit, mal im Gewinn, mal in der Plausibilität, mal in der Lautstärke. Was zählt, ist weniger das Verstehen als die unmittelbare Wirkung. Je leichter etwas verfügbar ist, desto harmloser wirkt es – selbst wenn wir kaum wissen, was dahintersteckt. Gef...

#73 Je härter, desto freundlicher – Die politische Kommunikation von Ulrich Siegmund 22.08.2026

Je härter der Angriff, desto freundlicher sein Lächeln – das ist die Grundformel von Ulrich Siegmund. Er tritt auf wie ein Stand-up-Comedian, wie eine Rampensau: die Bühne ist ins Publikum verlängert. Sein Lächeln ist der entwaffnende Pointen-Ersatz – er weckt Erwartung, liefert aber nie. Inhaltlich antwortet er kaum, er wechselt auf die Beziehungsebene und macht aus Kritikern Störer im eigenen Pr...

#72 Wer Ängste ignoriert, verliert 15.08.2026

Taylor Swift, ein Workshop in China und die politische Lage in Deutschland haben mehr gemeinsam, als es zunächst scheint: Überall zeigt sich, wie schnell sich vorhandene Impulse kollektiv verstärken können. Entscheidend ist das Zusammenspiel von äußerer Struktur und innerer Erregungsdynamik. Politik konzentriert sich oft auf Regeln, Interessen und darauf, was richtig ist. Dabei gerät leicht aus de...

#71 Zwischen den (politischen) Welten 08.08.2026

Was geschieht, wenn wir vertraute Zusammenhänge verlassen – auf einer Reise nach China, beim Wechsel in einen Konzern, in einer Ehe oder in der Politik? Dann brauchen wir ein kalibrierbares Zoomobjektiv mit Rückspiegel: für den Kontext und für den Blick auf uns selbst. Fremdheit entsteht in Beziehungen und im Aufeinandertreffen unterschiedlicher Mikrokulturen. Dieser Zwischenraum lässt sich nicht...

#70 Apokalypse als Grundrauschen 01.08.2026

Krisen verschmelzen zu einer dauerhaften Alarmkulisse. Brände, politische Instabilität und Gewalt bleiben nicht draußen, sondern dringen (unmerklich) in den eigenen gefühlten Lebensraum ein. Das Außergewöhnliche wird alltäglich, die Wahrnehmung beginnt mitzuschwingen. Mehr Wissen schafft dabei nicht automatisch innere Sicherheit. Vielleicht liegt die Antwort weniger in neuer Erkenntnis als in der...

#69 Kurz entlastet, langfristig verhärtet 25.07.2026

Was verbindet die Gewalt nach einem verlorenen Endspiel, aggressives Hupen, den bohrenden Blick an der Supermarktkasse und den tödlichen Zugriff auf George Floyd? Immer kippt innere Spannung in ein „Weg da“: Der andere soll verschwinden, damit der eigene Affekt nachlässt. Die Mannschaft hat dann nicht nur verloren, sondern sich verloren; der Autofahrer sitzt im eigenen Affekt fest, und an der Kass...

#68 Politik übersetzen, nicht exportieren 18.07.2026

Was hat das ironische Lächeln von Friedrich Merz mit China, der AfD und einer Mutter zu tun, die von Reformen betroffen ist? Mehr, als man denkt. Politik scheitert oft nicht an fehlenden Konzepten, sondern daran, dass sie den Blick des anderen nicht ernst nimmt. Wer Politik übersetzen will, muss verhandeln: Was sieht der andere in mir, was ich selbst nicht sehe? An Grenzen geht es um Würde, Kränku...

#67 Grenzkompetenz statt Brückenromantik 11.07.2026

China übernimmt nicht, sondern übersetzt. In Bereichen Politik und Psychotherapie. Die DCAP-Tagung in Frankfurt zeigt, wie wirksam und anschlussfähig der deutsch-chinesische Austausch über Psychotherapie und Psychosomatik geworden ist. Aus Weiterbildung entstehen Leitungsfunktionen, Verantwortung im Gesundheitssystem und politische Aufmerksamkeit für psychotherapeutische Expertise. China lässt sic...

#66 „Muss ich erst abstürzen, bevor ihr mich seht?“ 04.07.2026

Reformen lassen sich erklären: Haushaltsdruck, Gesundheitskosten, globale Krisen, Demographie, Schulden usw. Aber Einschnitte treffen nicht nur Krankenkassenbeiträge, Frauenhäuser, Renteneintrittsalter, Schulen oder Arztpraxen — sie treffen das Lebensgefühl der Menschen. „Was kostet mich das?“ Fragen sich die Menschen. „Habe ich noch Halt, Würde, Zugehörigkeit, Überblick?“ Politik antwortet oft mi...

#65 Räume, die Strafe menschlich machen 27.06.2026

Was macht ein Gefängnis mit dem Menschen – und was kann Architektur daran ändern? In dieser Folge von „Genau geschaut“ spreche ich mit Dr. Seelich, Kriminologin und eine der führenden europäischen Expertinnen für den Bau und die Umgestaltung von Justizvollzugsanstalten. Sie denkt nicht vom Klischee des Gefängnisses her, sondern von seinen Wirkungen: Wie formen Räume Verhalten? Wie beeinflussen Lic...

#64 Die Wundertüte der Macht 20.06.2026

Alle schauen auf die Wundertüten: Trumps Iran-Deal, die Fußball-WM, die Versprechen der KI. Noch ist unklar, was wirklich drin ist — aber die Fantasie ist längst schneller als die Fakten. Gerade diese Unschärfe erzeugt Erwartung, gespannte Hoffnung und eine tiefe Sehnsucht nach Entlastung. Die Wundertüte wirkt also schon vor ihrer Öffnung: als Diagnose einer erschöpften öffentlichen Stimmung. Beim...

#63 Wenn der Prügelknabe weg ist, bleibt der Spiegel 13.06.2026

Merz wird viel vorgeworfen: mangelnde Empathie, Dünnhäutigkeit, Fehlschritte, die Flucht in die Opferrolle. Aber was wäre, wenn er weg wäre? Dann wäre nicht automatisch das Problem verschwunden, sondern vielleicht nur die Figur, an der sich das Problem festmachen ließ. Merz wackelt nicht allein; an ihm wird sichtbar, wie wackelig die politische Lage selbst geworden ist. Deutschland will Veränderun...

#62 Der Körper merkt zuerst 08.06.2026

Eine Lage zu spüren heißt: sich überraschen lassen, bevor man sie erklärt. Gerade in China – und nicht nur dort – reicht es nicht, Regeln über eine Situation zu stülpen oder den Kontext aus sicherer Distanz zu analysieren. Entscheidend ist ein sensed knowing: eine Öffnung der Sinne für Atmosphäre, Hierarchie, Gesicht, Unsicherheit und kulturelle Resonanz. Wer eine Lage lesen will, muss wahrnehmen,...

#61 China lesen heißt: Temperatur spüren 30.05.2026

In China spricht die Lage oft lauter als das Wort. Wer nur auf Regeln, Aussagen oder Protokolle achtet, übersieht die Temperatur der Situation. Bei Xi und Putin wird selbst der Körper zum politischen Zeichen. Auch im Verkehr zählt nicht nur die Regel, sondern das, was die Lage gerade hergibt. Rote Linien stehen nicht immer sichtbar im Raum — sie werden gespürt. Genau darin liegt die soziale Kunst:...

#60 König Charles III und Donald Trump der Letzte 16.05.2026

Sein oder Nichtsein – vielleicht ist das heute die falsche Frage. Wenn König Charles III. Donald Trump begegnet, fragen viele sofort: Wer ist echt? Wer ist inszeniert? Aber genau diese Frage führt oft in die Irre. Denn Inszenierung gibt es immer. Und authentisch ist jeder – auf seine Weise. Entscheidend ist etwas anderes: die Wirkung. Charles betritt einen Raum, der ihm gehört. Trump nimmt sich ei...

#59 Alle regen sich auf – keiner fährt mit 08.05.2026

Der Sprit wird teurer, der Ärger größer. An der Zapfsäule entsteht plötzlich dieses Gefühl: Wir sitzen alle im selben Boot. Politik verspricht Entlastung, Unternehmen verweisen auf den Markt – und alle schimpfen gemeinsam über die Preise. Aber warum steigt dann kaum jemand zum anderen ins Auto? Vielleicht, weil das eigene Auto längst mehr ist als nur Fortbewegung: ein privater Schutzraum, in dem w...

#58 Kanzler-Kante zeigen reicht nicht 02.05.2026

Merz hat erstmals klar Distanz zu Trump markiert – und damit mehr als Kritik geäußert: Er hat sich strategisch positioniert. Typisch für ihn ist dieses Muster aus kontrolliertem Abwarten, innerer Orientierung und dann präziser Abgrenzung. Er braucht Struktur und Sicherheit, um sichtbar zu werden – und zeigt dann Emotionen, ohne sich von ihnen tragen zu lassen. Diese Haltung trägt außenpolitisch, d...

#57 Sehen verändert die Welt … 25.04.2026

… das habe ich nach meiner Augen-OP nicht gedacht, sondern erlebt. Farben wurden brillant, Räume plötzlich tief, Details unübersehbar – und damit auch die Zumutungen. Schärfer sehen heißt eben auch anders leben. Was wir als Redewendung kennen – „jemandem die Augen öffnen“ oder „es fällt einem wie Schuppen von den Augen“ – beschreibt mehr als Perspektivwechsel: Es ist ein Umbau von Welt, Zeit und B...

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