RONDO Das Klassik- & Jazz-Magazin

Der Klassikerklärer

Music DE ↓ 64 Folgen

Wann rechnet Beethoven? Wie findet Rachmaninow seine schönste Melodie? Und was haben eigentlich Kühe mit Kyrie zu tun? Wer klassische Musik wirklich verstehen möchte, der ist beim Klassikerklärer Dariusz Szymanski bestens aufgehoben.

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21. Jun 2026

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Fermate 21.06.2026

Eine kurze Pause, bevor es weitergeht: Der Klassikerklärer verabschiedet sich bis August– die perfekte Gelegenheit, im Archiv zu stöbern.

F. Mendelssohn Bartholdy: Sinfonie Nr. 4 „Italienische“ 14.06.2026

Was ist an dieser Vierten italienisch? Der letzte Satz, ein Saltarello. Vieles ist ansonsten deutsch – aber Vorsicht! Als Mendelssohn seine Sinfonie komponierte, waren „Italien“ und „Deutschland“ keine Staaten, sondern Ideen. Ein freies Spiel der Kräfte, das hier zur Musik wurde.

A. Honegger: Sinfonie Nr. 4 „Deliciae Basilienses“ 07.06.2026

Wie klingt eine Stadt? Bei Honegger: 1. wie eine Wiese, 2. wie das himmlische Jerusalem, 3. wie ein Dschungel. Die Stadt ist übrigens Basel – ihr schenkte der bekannteste Schweizer Komponist eine Sinfonie.

R. Schumann: Sinfonie Nr. 4 31.05.2026

Was braucht man für eine Sinfonie? Robert Schumann reichen drei Töne. Aus diesen baut er ein Orchesterwerk, das freudig vor sich hin experimentiert. Denkmal-Sinfonien werden die Nachfolger schreiben. Schumann, der Romantiker, entfesselt seine und unsere Fantasie.

C. Debussy: „La Mer“ 24.05.2026

Was hat die französische Atlantikküste mit Japan zu tun? Dasselbe wie mit China. Das Meer schert sich nicht um Landesgrenzen. Seine Wellen singen von der Sehnsucht – Debussy hielt ihre Lieder in einem der schönsten Orchesterwerke fest, die je komponiert wurden.

P. Tschaikowski: „Romeo und Julia“ 17.05.2026

Was suchen Romeo und Julia in Russland? Orthodoxe Kirchenmusik. Zu dieser traut sie heimlich Pater Lorenzo. Dessen Musik kämpft an der Seite des Liebespaars gegen das Thema der verfeindeten Familien. Kein Happy End. Dennoch wunderschön.

L. v. Beethoven: Violinkonzert 10.05.2026

Wie zeigte sich Caesar? In einfarbiger Toga, mit Lorbeerkranz als Schmuck und Emblem. Und dann ist da Beethovens Violinkonzert im französischen Revolutionsstil, der sich ästhetisch den römischen Staat zum Vorbild nahm. Genug Stoff zum Nachdenken.

J. Rodrigo: „Concierto de Aranjuez“ 03.05.2026

Wie bringt man eine Gitarre zum Singen? Rodrigo dreht die Frage um und macht aus dem Orchester ein Zupfinstrument. Gesungen wird dennoch: eine der bekanntesten Melodien des 20. Jh.

J. Brahms: Sinfonie Nr. 1 (Teil 2/2) 25.04.2026

Wie sagt es die niederländische Paartherapeutin Evje van Dampen alias Hape Kerkeling so schön? „Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit.“ „Liebe“ hatte Brahms in seinem Leben durch „Sinfonie“ ersetzt – vielleicht aber auch nicht, wie eine Hornmelodie in seiner Ersten verrät.

J. Brahms: Sinfonie Nr. 1 (Teil 1/2) 19.04.2026

Wieso ist Brahms' Erste so beliebt? Die meiste Zeit reitet der Hörer auf dem Rücken eines Igels. Auch geizt Brahms mit Melodien, und die wenigen, die er sich abringt, stammen oft nicht von ihm. Dennoch: ein geniales Werk. So verquer, dass wir ihm eine Doppelfolge widmen.

D. Schostakowitsch: Klavierkonzert Nr. 2 12.04.2026

Wie ärgert man seinen klavierspielenden Sohn? Mit Fingerübungen! Genau solche hat Dmitri Schostakowitsch in sein zweites Klavierkonzert hineinkomponiert – ebenso wie eine Rachmaninow- und eine Mozart-Parodie. Doch selbst hier bleibt einem manchmal das Lachen im Halse stecken, wie so oft bei diesem Komponisten.

W. A. Mozart: Andante mit fünf Variationen für Klavier zu vier Händen 05.04.2026

Muss Kunst originell sein? 90% von Mozarts „Andante“ hätte auch eine KI schreiben können. Auf die restlichen 10% kommt es an! Und: Es schadet nie, sich ein paar Muskeln aufzubauen.

R. Strauss: „Elektra“ 29.03.2026

Wie löst man familiäre Konflikte? Bitte nicht so wie in „Elektra“. Wobei: Walzertanzen ist im wahrsten Sinn des Wortes ein guter erster Schritt – anschließend jedoch dürfte man mit sanfteren Mitteln besser fahren als mit den drastischen Lösungen, die Strauss ’ geniale Oper präsentiert.

C. Debussy: „Clair de lune“ / „Feuilles mortes“ 22.03.2026

Was sucht ein Künstler? Die inneren Stimmen. Er findet sie in seiner Traumwelt. Klingt versponnen wie jede Mathematik. Zwischendurch fallen Blätter; der Mond leuchtet; Klaviermusik aus der Werbung erklingt.

F. Hensel: Streichquartett in Es-Dur. 15.03.2026

Gibt es weibliche Musik? Es gibt Romanzen, vornehmlich für Damen, naiv und melodieverliebt. Die Romanze in Hensels Quartett hat den Charme von Schleifpapier. Abweisend, spröde und zum Himmel schreiend stößt das ganze Werk endlich auf offene, ja aufgeschreckte Ohren – fast 200 Jahre, nachdem es geschrieben wurde.

J. Haydn: „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ 08.03.2026

Wie erreicht man Ziele? Mit der richtigen Einstellung. Legen Sie das Handy weg, schreiben Sie mit, teilen Sie die Folge auf, lassen Sie Unverstandenes vorüberziehen. Seien Sie geduldig. Dann wird dieser Haydn Ihr Hören verändern.

A. Dvořák: Sinfonie Nr. 9 „Aus der neuen Welt“ 01.03.2026

Wie klingt Heimweh? Bei Dvořák ist es ein Rhythmus. Der tschechische Komponist zeigte seinen amerikanischen Studenten, wie man eine spätromantische Sinfonie komponiert.

M. Reger: „Die Toteninsel“ 22.02.2026

Wie vertont man ein Gemälde? Sergej Rachmaninow hat Böcklins Bild „Die Toteninsel“ in eine Geschichte verwandelt. Der deutsche Komponist Max Reger ließ melodische Linien sinken und steigen – und wurde so selbst zum Musikmaler.

G. Enescu: Orchester-Suite Nr. 1 15.02.2026

Wie klang die Musik der Antike? Wir wissen es nicht, können es aber erahnen – auch dank der einstimmigen Gesänge der Rumänen. Deren wichtigster Komponist wird in den letzten Jahren verstärkt wiederentdeckt. Ihm ist diese Folge gewidmet.

S. Prokofjew: Violinkonzert Nr. 1 08.02.2026

Wie beginnen östliche Märchen gern? „Trifft ein Bauer auf ’nen Teufel …“ Hier ist es eher eine Bauerstochter, die mit einem geigenden Teufelskerl in den siebten Himmel tanzt. Slawisch-erotischer Symbolismus in der Gestalt eines Violinkonzerts. Macht Laune!

C. Saint-Saëns: Septett 01.02.2026

Trompetengeschmetter und Kammermusik? Gehen gut zusammen, wenn sich ein Klangmagier ihrer annimmt. Was Camille Saint-Saëns zweifellos war – sein Septett ist ein amüsantes Stück Musik, das uns einiges über das späte 19. Jahrhundert erzählt.

R. Schumann: „Frauenliebe und Leben“ 25.01.2026

Was ist ein romantischer Liederzyklus? Eine Oper im Taschenformat – die Welt als Stimme und Klavier –, durchzogen von Zwischentönen, die hörbar werden, wenn man zu hören versteht. Frauen lebten damals hinter Schleiern, die wir ein wenig lüften werden.

J. Sibelius: Sinfonie Nr. 7 11.01.2026

Wie sprach Jean Sibelius? „Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengesetzt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt – und wir müssen daraus das Bild wieder erschaffen.“ In diesem Sinne: Sibelius' Siebte als Podcast-Puzzle.

E. Elgar: Cellokonzert 04.01.2026

Wie erinnert man sich? Oft durch ein Zauberwort. Oder durch Tonfolgen, die niemand wirklich wahrnimmt, während sie E. Elgar zu seiner verstorbenen Frau zurückführen - im Cellokonzert, das einen Barden herbeiruft, um die Vergangenheit zu beschwören.

I. Strawinsky: „Petruschka“ 28.12.2025

Was hat ein Soloklavier in einem Ballett zu suchen? Es zaubert einen völlig neuen Orchesterklang – und verkörpert zugleich die Hauptfigur des Stücks, die unglückliche Gliederpuppe Petruschka. Strawinskys geniale Partitur bietet den schönsten, besten und anrührendsten Einstieg in die klassische Moderne, den man sich wünschen kann.

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