Romanistik Wien
Fabulari. Der Wissenschaftspodcast zu Literatur und Film in der Romania
Fabulari ist ein monatlich erscheinender Wissenschaftspodcast von Teresa Hiergeist, Flori Haack, Alex Lachkar, Julia Waygand und Judith Wimmer zu aktuellen Forschungsthemen aus dem Bereich der romanischen Literaturen, Medien und Kulturen. Er bietet Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Qualifikationsniveaus – jenseits von Tagungen und Kongressen, Buch- und Zeitschriftenpublikationen – einen alternativen Raum, um von der thematischen, perspektivischen und methodischen Vielfalt der Romanistik im 21. Jahrhundert Zeugnis abzulegen, die politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Relevanz...
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9. jul. 2026
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Episoder
81: El Nuevo Gótico Latinoamericano. Oliver Zimmermann über Schauer- und Horrorliteratur des 21. Jahrhunderts 09.07.2026 41:27
Ob historische Schrecken, aktuelle soziopolitische Missstände oder dystopische Zukunftsvorstellungen – eine neue Generation lateinamerikanischer Schriftstellerinnen greift genau diese Themen auf und verknüpft sie mit klassischen Motiven der Horror- und Schauerliteratur. So entsteht eine neue Strömung, die allgemein als Nuevo Gótico Latinoamericano bezeichnet wird. Was genau es mit dem Begriff auf...
80: Schützenswerte Pflanzen, verletzliche Körper. Hannah Mühlparzer über Fiktionen der europäischen Erntearbeit 11.06.2026 30:12
In dieser Folge erkundet Hannah Mühlparzer der Universität Salzburg systematisch fiktionale Texte über Erntearbeit in Europa zwischen 2000 und 2025, insbesondere mit Fokus auf Spanien. Ausgehend von den Ereignissen in El Ejido als symbolischem Hintergrund wirft das Gespräch die Frage auf, wie Literatur auf agrarindustrielle Realitäten, Migration und Gewalt reagiert. Methodisch verortet in der Ökok...
79: Zwischen Individuum und Gesellschaft. Annabel Herzog über die Inszenierung von Rosario Castellanos in 'Los Adioses' 14.05.2026 24:38
"Los Adioses" (2017) von Natalia Beristáin handelt vom Leben Rosario Castellanos', eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der mexikanischen Literaturgeschichte und wichtige Stimme des Feminismus der 1950er Jahre. Der Film portraitiert aber nicht nur das Leben der Autorin, sondern setzte sich auch mit dem Spannungsverhältnis zwischen weiblicher Emanzipation und rigiden patriarchalen Strukturen a...
78: Das Unbehagen in der Moderne. Albulena Jasari & Karla Glibusic über Natur/Technik in Segundo de Chomóns Stummfilmen 16.04.2026 50:09
Diese Doppelfolge beleuchtet zwei frühe Filmexperimente von Segundo de Chomón im Spannungsfeld zwischen Faszination und Verunsicherung. Während die Ausführungen von Albulena Jasari zu La casa encantada eine unheimliche Ästhetik beleuchtet, die die Wahrnehmung herausfordert, zeigt Karla Glibusic mit El hotel eléctrico die Ambivalenz technischen Fortschritts und den Übergang vom Komfort zum Kontroll...
77: Filme riechen? Olivia Poppe über die Konstruktion eines queeren filmischen Raumes duch olfaktorische Rekonfiguration 26.03.2026 29:49
In dieser Folge spricht Olivia Poppe, Doktorandin an der University of California, Berkeley, über Léa Mysius’ Film Les Cinq Diables (F, 2022). Sie erklärt im Gespräch mit Flori Haack, inwiefern olfaktorische Rekonfigurationen in dem Film zu der Konstruktion eines queeren filmischen Raumes beitragen. Interview: Flori Haack
76: Übersetzung oder Neuerfindung? Mar Mañes-Bordes zu dem katalanischen Übersetzer Joan Oliver und sein Pigmalió 19.02.2026 24:27
In dieser Folge geht es um Joan Olivers katalanische Version von Pygmalion (1957), die das Stück von George Bernard Shaw aus dem London der Jahrhundertwende ins Barcelona der 1950er Jahre verlegt. Die Übersetzungswissenschaftlerin Dr. Mar Mañes Bordes, Lektorin an der Universität des Saarlandes, erläutert, wie Oliver durch gezielte sprachliche, kulturelle und strukturelle Eingriffe eine funktional...
75: Moderne Diktatur? Lucia Filipova über Inszenierungen von Kinderstars in der franquistischen Gesellschaft 22.01.2026 30:50
Spanien entwirft sich in den 1960er Jahren im Zuge von wirtschaftlichem Aufschwung und touristischer Öffnung als modernes Land neu. Gerade die mediale Selbstdarstellung in Fernsehen und Radio spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Dr. Lucia Filipova, Absolventin der Universität Wien, hat in ihrem PhD-Projekt an der Princeton University erforscht, welche Rolle Kinderstars wie Marisol für den Entw...
74: Diálogos entre poesía y cine. Néstor Espitia sobre la voz poética de Helí Ramírez en el cine de Victor Gaviria 18.12.2025 29:16
En este episodio Néstor Espitia nos habla de las conexiones profundas entre la poesía marginal de Helí Ramírez y el cine social de Víctor Gaviria. Mediante una lectura intertextual e intermedial, se analiza cómo la sensibilidad poética de Ramírez dejó una huella decisiva en la estética, los temas y la mirada cinematográfica de Gaviria, marcando el origen de uno de los proyectos más influyentes del...
73: Der Staat im Kleinen. Teresa Hiergeist über Imaginationen von Schule als Gesellschaftsutopie um 1900 23.10.2025 29:41
Um 1900 hat das Sprechen über die adäquate Bildung der Kinder in Frankreich und Spanien Konjunktur. Dieses diskursive Interesse an der Schule ist – egal, von welchem Standpunkt aus es formuliert ist – konsequent an Reflexionen über die ideale Verfasstheit von Gesellschaft und staatlicher Organisation geknüpft. Alles, was mit dieser zusammenhängt, ist mithin eine hochgradig politische Angelegenheit...
72: Geld oder politisches Anliegen? Johanna Hager über feministische Handlungsmacht in La otra mirada 25.09.2025 19:58
Feminismus ist mittlerweile nicht nur eine gesellschaftliche Protestbewegung, er ist im Mainstream angekommen und insofern auch ein Verkaufsargument geworden. Dementsprechend sind auch in Spanien in den letzten Jahren einige Filme und Serien entstanden, die feministische Kernthemen in den Fokus rücken und bei denen es schwierig ist zu unterscheiden, ob sie feministische Anliegen verfolgen oder ein...
71: Lea Marie Weber über (Jüdisch-) Mystische Elemente im lyrischen Œuvre von Alejandra Pizarnik 28.08.2025 29:58
Die argentinische Dichterin Alejandra Pizarnik (1936–1972) gilt als eine der außergewöhnlichsten literarischen Stimmen des lateinamerikanischen 20. Jahrhunderts. Insbesondere ihr lyrisches Werk zeichnet sich durch eine beeindruckende poetologische Tiefe aus, die zwischen dem Sagbaren und Unsagbaren sowie zwischen Immanenz und Transzendenz oszilliert. Im Rahmen ihres Promotionsprojekts untersucht L...
70: Imperialismus für Kinder. Anna Gatterer über kolonialistische Diskurse in der Jugendliteratur um 1900 31.07.2025 23:24
Kolonialistische Narrative durchziehen den politischen Alltag Frankreichs nach wie vor und stellen das gesellschaftliche Miteinander in globalisierten Migrationsgesellschaften vor große Herausforderungen. Anna Gatterer von der Universität Wien nimmt in ihrer Masterarbeit zwei Jugendbücher aus dem Zeitraum um 1900 unter die Lupe - Perlette (1887) von Jeanne Cazin und Les Robinsons de la Guyane (188...
69: Ravages réparé. Alexandre Antolin sur la censure et la réédition de Ravages de Violette Leduc 03.07.2025 35:46
En 2023, une injustice a enfin été réparée: paru en 1955 sous une forme censurée, le roman de Violette Leduc, Ravages, est enfin disponible dans une version « réparée », la plus proche possible de ce que Violette Leduc avait écrit avant que les éditions Gallimard ne censurent des parties du manuscrit relatives au lesbianisme, aux violences sexuelles, et à l’avortement. Alexandre Antolin, docteur e...
68: Notre petite feuille sera simplement ‚amusante‘. Carina Ehrnsperger über Lagerzeitungen französischer Kriegsgefanger 05.06.2025 26:54
In dieser Folge spricht Carina Ehrnsperger, Doktorandin an der Universität Regensburg, über Lagerzeitungen von französischen Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg. Sie erklärt uns, wie diese Zeitungen entstanden sind, was sie ausmachte und was wir aus diesen historischen und literarischen Dokumenten auch heute noch lernen können. Interview: Flori Haack
67: Wetterphänomene im lateinamerikanischen Roman. Tashina Nicolin über den Hurrikan in Asturias Triología Bananera 08.05.2025 30:07
Die triología bananera von Miguel Ángel Asturias wurde bislang vorrangig im Zusammenhang mit der sogenannten novela bananera und deren antiimperialistischen und antikapitalistischen Erzählungen gelesen. Doch das Werk des guatemaltekischen Autors ist auch tief in den Kontext von Natur und Mythologie eingeschrieben. Tashina Nicolin verweist auf einen ökokritischen Ansatz und analysiert Asturias’ Wer...
66: Ein dunkler Brunnen. Melanie Heiland über weibliche Diktaturerfahrung in lateinamerikanischen Erzähltexten 10.04.2025 35:23
Allein durch das bekannte Genre der novela del dictador, zeigt sich, dass literarische Texte, die sich mit Diktatur auseinandersetzen, keine Seltenheit im lateinamerikanischen Raum sind. Weniger bekannt ist, dass auch viele Autorinnen sich an den literarischen Aufarbeitungsversuchen beteiligt haben. Häufig werden in diesen Texten nicht nur die diktatorischen Regierungssysteme, sondern auch die dar...
65: Welch Schauspiel! Isabelle Wimmer über Goethe auf der französischen Opernbühne 13.03.2025 32:18
Im 19. Jahrhundert bildet sich im Zuge einer romantischen Bewunderung für Deutschland in der Musiktheaterbranche ein Goethe-Trend heraus, der bald eigene Motive, Ästhetiken und Publikumserwartungen generiert. Dr. Isabelle Wimmer hat diese Inszenierungen genauer in den Blick genommen und dabei untersucht, welche Spuren der Kultur- und Medientransfer in ihnen hinterlässt und welchen kulturellen Ort...
64: Wahre Wunder. Rogier Gerrits über Wunderberichte, Medien und Glaubwürdigkeit 13.02.2025 38:24
Wunder sind im religiösen Kontext als göttliche Eingriffe zu verstehen. Doch was macht das Wunder zum Wunder und wie berichtet man über ein solches? Rogier Gerrits, Mitarbeiter der Forschungsgruppe „Geistliche Intermedialität in der Frühen Neuzeit“ an der Universität Hamburg, erzählt uns, warum das Wunder als Medium angesehen werden kann, welche Funktion Berichte über Wunder im Frankreich der früh...
63: Ein weiblicher Blick auf Flucht und Migration. Melanie Tissot über Atlantique von Mati Diop (2019) 16.01.2025 14:14
Wie wird das Thema der Flucht und Migration in Mati Diops Film Atlantique (2019) verhandelt? Dieser Frage stellt sich Melanie Tissot, Doktorandin an der Universität Mannheim, in dieser Folge Fabulari. Diop verarbeitet das Thema Flucht, welches oft aus einer männlich geprägten Perspektive betrachtet wird, in Atlantique auf besondere Weise und greift dabei auch auf fantastische Elemente zurück. Welc...
62: 2666 quantitativ. Robert Hesselbach über Synergien von Linguistik und Literaturwissenschaft 19.12.2024 25:11
Computergestützte Verfahren haben in den vergangenen Jahren Analysemöglichkeiten für literarische Texte eröffnet, die hermeneutische Zugänge zu untermauern oder erweitern vermögen. Dr. Robert Hesselbach, akademischer Rat für Sprachwissenschaften an der FAU Erlangen-Nürnberg, hat zusammen mit Ulrike Henny-Krahmer (Universität Rostock) Roberto Bolaños 2666 (2004) nach allen Regeln der digitalen Kuns...
61: Geordnete Verhältnisse. Marie Stockinger über Liebe als Strukturstifterin in Fuente Ovejuna 21.11.2024 28:12
Liebe ist im siglo de oro alles andere als eine Privatangelegenheit. Oftmals entscheiden nicht die Emotionen, wen man anhimmelt oder heiratet, sondern die sozialen Zugehörigkeiten oder Pflichten. Marie Stockinger hat sich in Hinblick darauf Lope de Vegas Theaterstück Fuente Ovejuna genauer angesehen und arbeitet heraus, wie Liebe mit Ehre und moralischen Werten zusammengedacht wird und dadurch die...
60: Der Diktator als Vampir. Álvaro Arango über Monster als Metapher für Konflikt und Wandel 24.10.2024 26:47
Das Monster ist mehr als nur es selbst. Spätestens seit dem Aufschwung der Monster Studies in den 1990er Jahren ist klar, dass Vampire, Hexen und Zombies vor allem über die Gesellschaften, aus denen sie hervorgehen, Rückschlüsse möglich machen. Als Projektionsfläche für Umbrüche, Ängste oder Wünsche sind sie auch in der Romania zu einem beliebten Untersuchungsgegenstand geworden. Álvaro Arango, pr...
59: Vielstimmigkeit mit Maske. Tommaso Meozzi über Migrations- und Pandemieliteratur 26.09.2024 22:29
Jippieeehh, ein neues Gesicht an der Romanistik Wien! Dr. Tommaso Meozzi ist im WS 2024/25 der neue Tenure-Track-Professor für Italienische Literatur, Kultur, Medien. Fabulari hat ihn getroffen, um ihn näher kennenzulernen. Er erzählt von seinen aktuellen Forschungsprojekten, der Inszenierung von Mehrsprachigkeit in der Migrationsliteratur und der literarischen Verhandlung der COVID-19-Pandemie. I...
58: Ein Mann wie ein Gebirge. Daniel Winkler & Team über die Konstruktion der Medienfigur Luis Trenker 29.08.2024 22:13
Als Schauspieler, Regisseur und Produzent von Filmen und TV-Serien und Autor von Populärliteratur war der Südtiroler Luis Trenker ein Allrounder, der ab den 1920er Jahren eine außergewöhnliche Medienpräsenz erreicht hat und die Vorstellungen des Alpensraums bis heute prägt. Daniel Winkler, Professor für französische und italienische Literaturwissenschaft an der Universität Heidelberg, und sein Tea...
57: Das Selbst als magnetischer Fluss. Sandra Janßen über Subjektfiguren in der Wissensgeschichte 01.08.2024 32:06
Individuelle und kollektive Subjektentwürfe sind miteinander verflochten, sie reflektieren kultur- und epochenspezifische Werte und Normen entspinnen sich in narrativer Form. Das DFG-Netzwerk 'Wissensgeschichten des unverfügbaren Selbst. Individuelle und kollektive Subjektfiguren in Psychologie, Soziologie, Ethnologie und Kulturwissenschaften 1850-1980' beleuchtet die Konzepte, Vernetzungen und Z...
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