Romanistik Wien
Fabulari. Der Wissenschaftspodcast zu Literatur und Film in der Romania
Fabulari ist ein monatlich erscheinender Wissenschaftspodcast von Teresa Hiergeist, Flori Haack, Alex Lachkar, Julia Waygand und Judith Wimmer zu aktuellen Forschungsthemen aus dem Bereich der romanischen Literaturen, Medien und Kulturen. Er bietet Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Qualifikationsniveaus – jenseits von Tagungen und Kongressen, Buch- und Zeitschriftenpublikationen – einen alternativen Raum, um von der thematischen, perspektivischen und methodischen Vielfalt der Romanistik im 21. Jahrhundert Zeugnis abzulegen, die politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Relevanz...
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Autor
Romanistik Wien
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Último episódio
9 de jul de 2026
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Episódios
31: Subversion mit Maske. Valeria Flavia Gubitosi über Caffè con Pulcinella 16.06.2023 14:38
Am Institut für Romanistik Wien gibt es seit ein paar Monaten Caffè con Pulcinella - eine Gruppe, in der sich Studierende mit und ohne Beeinträchtigung über Literatur, Studieninhalte und ihren Alltag austauschen können. Valeria Flavia Gubitosi erzählt, wie sie auf die Idee kam, diese Gruppe ins Leben zu rufen und was das alles mit Pulcinella aus der commedia dell'arte zu tun hat. Interview: Teresa...
30: Fantastische Abtreibung. Vera Wurst über Schwangerschaftsabbruch in Samanta Schweblins "Conservas" (2019) 01.06.2023 20:02
Abtreibung bleibt ein stark diskutiertes Thema, das mit Emotionen, Ideologien und Politik verflochten ist. Egal ob als moralisch nicht vertretbarer Eingriff oder als notwendige Möglichkeit zur Selbstbestimmung, selten wird die Abtreibung selbst als etwas Positives beschrieben. Auch in literarischen Texten ist das Thema meist mit Tabuisierung, gesellschaftlichen Stigmata, persönlichen Konflikten un...
29: Schöne Misere. Julia Waygand und Alexandra Wölfle über deterministische Haltungen bei Victor Hugo und Ladj Ly 18.05.2023 32:53
Das ausgehende 19. Jahrhundert und das beginnende 21. Jahrhundert in Frankreich besitzen eine Gemeinsamkeit: Debatten um soziale Ungleichheit und soziale Marginalität haben infolge von Liberalisierung, Globalisierung und Migration Konjunktur. Julia Waygand und Alexandra Wölfle, Masterstudierende des Instituts für Romanistik gehen anhand von Victor Hugos Roman Les misérables (1881/2) und Ladj Lys K...
28: Worte wie Pinselstriche. Şirin Dadaş über Malerromane im Frankreich des 19. Jahrhunderts 04.05.2023 28:55
Im 19. Jahrhundert florieren in Frankreich Salons und Kunstzeitschriften. Die bürgerliche intellektuelle Öffentlichkeit interessiert sich verstärkt für die Künste. Und immer häufiger tauchen auch in literarischen Texten Maler:innen auf. Dr. Şirin Dadaş, post doc an der Freien Universität Berlin, klärt darüber auf, wie diese fiktiven Malerfiguren einen Beitrag zu Kunstdebatten der damaligen Zeit le...
27: Gewässer mit Stimme. Elizabeth Gallón Droste über die Kultur-Natur-Geschichte des Río Atrato in Kolumbien 20.04.2023 22:08
Haben Flüsse Rechte? Brauchen sie Anwälte? Eine Polizei? Der Río Atrato im Nordwesten Kolumbiens ist aufgrund seiner Goldhaltigkeit in den vergangenen Jahrzehnten systematisch wertgeschöpft worden. Die zahlreichen Minen haben das ökologische Gleichgewicht sowie die dort lebenden indigenen Völkern entscheidend beeinträchtigt. Elizabeth Gallón Droste, prae doc am Lateinamerika-Institut der FU Berlin...
26: Zwischen Pest und Cholera. Hannah Steurer über literarische Seuchenträume 06.04.2023 22:21
Seuchen haben seit der Antike immer auch einen literarischen Niederschlag gefunden: Über die Dokumentation verschiedener historischer Pandemien hinaus kommt Träumen und Traumbildern in diesen Texten eine ganz besondere Bedeutung zu. Mit Hannah Steurer, einer post doc an der Universität des Saarlandes, die zu Seuchenträumen zwischen Antike und Gegenwart forscht, sprechen wir über Formen und Funktio...
25: Hexen, Eingeweide, Blut. David Rojas über das Öffnen von Körpern als feministischer Widerstand 23.03.2023 25:31
Was ist feministische Literatur? Eine Frage, die sich nicht nur daran stößt, dass sich Feminismen einer klaren Definition entziehen, sondern auch daran, dass sich 'Literatur' selbst bei näherer Betrachtung als Kategorie problematisch erweist. Wir sprechen mit David Rojas Pacheco, Student der FU Berlin, über das feministische Potenzial der Kurzgeschichte Sangre Coagulada (2020) der ecuadorianischen...
24: Erleuchtung in der Schule. Isabella Atschreiter über Emotionen in der spanischen Reformschulbewegung 09.03.2023 22:30
Um 1900 ist das Thema der Schulbildung in Spanien in aller Munde, denn es ist eng mit den bestehenden Machtstrukturen verknüpft. Wer die Kinder wo wie und wozu erziehen darf, hängt vorstellungsmäßig eng damit zusammen, wie die Gesellschaft von morgen aussehen wird. Isabella Atschreiter, Studierende der Romanistik der Universität Wien, verdeutlicht am Beispiel von Armonía, o la escuela en el campo...
23: Visibilisierung des Unsichtbaren. Harald Schöny über Isolation und Einsamkeit in Lila Avilés' La Camarista 23.02.2023 23:45
Die Arbeit von Reinigungspersonal steht in Hinblick auf die Sichtbarkeit in einem komplexen Verhältnis: Zwar soll alles sichtlich sauber sein, die Arbeitenden selbst aber sollen unsichtbar bleiben. Dieses Los trifft auch Hotelreinigungskraft Eve aus Lila Avilés' La Camarista (2018), welche durch ihren Job in Einsamkeit gedrängt wird. Harald Schöny, Student an der Wiener Romanistik erzählt, wie die...
22: Blutende Buchstaben. Sophia Schnack über Nina Bouraouis Ringen mit hegemonialen Diskursen 09.02.2023 14:53
Als Frau mit algerischem Migrationshintergrund schreibt Nina Bouraoui aus einer doppelt marginalisierten Position. Wie lassen sich Identitäten und Erinnerungen schriftstellerisch ausdrücken in literarischen Strukturen, die von heteronormativen und eurozentrischen Traditionen durchzogen sind? Sophia Schnack, postdoc an der Universität Wien, profiliert anhand des Romans Mes mauvaises pensées (2015,...
21: Kolonialliteratur für Kinder. Tamara Lampl über rassistische Diskurse in Jeanne Cazins Perlette 26.01.2023 23:16
Kolonialistische Diskurse und Strategien des Otherings durchziehen im Frankreich des 19. Jahrhunderts nicht nur die politischen Debatten, sondern hinterlassen ihre Spuren in sämtlichen Bereichen des lebensweltlichen Alltags. Dies macht sich auch in der Kinder- und Jugendliteratur bemerkbar, für die die Verhandlung des politischen und gesellschaftlichen Zusammenlebens zu jener Zeit eine zentrale Ro...
20: Too far away. Julia Obermayr über Corona Fictions und Nähe/Distanz in pandemischen Zeiten 12.01.2023 22:38
Kaum etwas hat unsere Gesellschaft in den letzten Jahren so sehr geprägt wie die Corona-Pandemie. Kein Wunder, dass sie auch ihre Spuren in Literatur und Kino hinterlassen hat. Dr. Julia Obermayr, Mitarbeiterin am Projekt 'Corona Fictions' der TU Graz, erklärt, welche gesellschaftlichen und kulturellen Themen die Pandemie aufgeworfen hat und mittels welcher Ästhetiken sie zur Verhandlung gelangen....
19: Räumliche Komplexitäten. Stefano Fogarizzu über Ursprünge und Neuheiten der sardischen Erzählliteratur 22.12.2022 27:17
Durch den spatial turn in den Kultur- und Sozialwissenschaften wurde dem geographischen Raum auch innerhalb der Literaturwissenschaften wieder mehr Bedeutung beigemessen. Stefano Fogarizzu, postdoc an der Romanistik Wien, spricht über den sardischen Literatur- und Kulturraum als ‚Semiosphäre‘ und erklärt, weshalb es sich lohnt, Francesca Cambosus Sa bida est amore (1982) in der Literaturgeschichte...
18: Bukarest-Paris. Iulia Dondorici über transnationale rumänische Avantgardeliteratur 08.12.2022 18:21
Die rumänische Literatur und die Rumänistik erscheinen innerhalb der Romanistik häufig nur am Rande. Dies ist umso verwunderlicher mit Blick auf die reiche Geschichte der rumänischen Sprache, Kultur und Literatur mit ihren vielfältigen und kosmopolitischen Ausprägungen in der Moderne. Über die transnationale rumänische Avantgardeliteratur forscht Iulia Dondorici, die sich zugleich für eine Stärkun...
17: Kultureller Kannibalismus. Sophie Everson-Baltas über Como era gostoso o meu francês als Historiophotie 24.11.2022 18:47
Die Geschichte als Konstruktion, die abhängig von ihren Quellen unterschiedliche Interpretationen über Vergangenheit zulässt oder ausschließt, ist seit Ende des 20. Jahrhunderts ein stark diskutiertes Thema. Einen Beitrag hierzu liefert Hayden Whites Begriff der ‚Historiophotie‘, welcher die Darstellung und Imaginierung von Geschichte durch audiovisuelles Material beschreibt. Insbesondere experime...
16: Hundeleben. Jörg Dünne über Mensch-Tier-Konvivenzen in Lateinamerika 10.11.2022 25:33
Die Kulturgeschichte des Hundes reicht in Lateinamerika zurück bis in die Zeiten der Conquista, immer schon stand das Tier auch als Metapher für gesellschaftliche Verhältnisse. Für die Gegenwart untersucht Jörg Dünne Beispiele aus verschiedenen lateinamerikanischen Literaturen und Kulturen, in denen insbesondere Straßenhunde in der Verhandlung von Ideen des Zusammenlebens eine bedeutende Rolle spi...
15: Die Ästhetik des Sozialen. Gregor Schuhen, Lars Henk und Lea Sauer über 'Bourdieus Erben' 27.10.2022 21:59
Die französischen Fiktionen verhandeln das Thema 'soziale Ungleichheit' gegenwärtig in vielfältiger Weise. Gerade soziologische Kategorien wie Klasse, Kapital und Habitus erweisen sich dabei für die Autor:innen als Leitkonzepte für die Entwicklung einer Ästhetik des Marginalisierten und Prekären. Gregor Schuhen, Lars Henk und Lea Sauer sprechen über ihr DFG-Projekt 'Bourdieus Erben. Zur Rückkehr d...
14: Lumpensammeln im Kino. Cornelia Wild über das Populäre bei Pier Paolo Pasolini 13.10.2022 27:45
Die Unsichtbaren ein Gesicht verleihen, die ärmeren Schichten in den Fokus rücken - dieses Anliegen verfolgen Pier Paolo Pasolinis Filme. Cornelia Wild, Professorin für Romanische Literatur- und Kulturwissenschaft, insbesondere Theorie und Ästhetik an der Universität Siegen gibt anhand des Films Comizi d'amore (1965) Einblicke in die charakteristischen Traditionen und Ästhetiken dieses Klassikers...
13: Der weibliche Fokus. Sabine Schrader über Germaine Dulacs avantgardistischen Kinofilme 29.09.2022 26:14
Das Kino ist heute eine überwiegend männliche Domäne. In seiner avantgardistischen Frühphase in den 1920er und 30 Jahren experimentierten allerdings auch einige Frauen mit dem Medium Film. Sabine Schrader, Universitätsprofessorin für romanische Literatur- und Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Italianistik, beleuchtet die institutionellen und kulturellen Rahmenbedingungen dieser besonderen Epoch...
12: Fiasko Utopie. Doris Dousat-Leitner über Exotismus und Anarchismus in Adrián del Valles Náufragos 15.09.2022 19:07
Eine kleine, abgeschottete Inselkommune - das ist seit Thomas Morus der Sehnsuchtsort von Utopisten par excellence. Doris Dousat-Leitner, ehemalige Studentin der Wiener Romanistik, zeichnet das Scheitern einer anarchistischen Kommune in Adrián del Valles Náufragos (1926) nach und interpretiert dieses als Reflexion über die Möglichkeiten eines alternativen gesellschaftlichen Zusammenlebens. Intervi...
11: Literarische Infektionen. Daniel Fliege über Inszenierungen von HIV und Aids bei Hervé Guibert 01.09.2022 26:28
Seit den 1980er Jahren sind HIV und Aids im öffentlichen Diskurs stark präsent. Dr. Daniel Fliege, postdoc an der HU Berlin, erklärt am Beispiel Hervé Guiberts, wie die französische Literatur diese Debatten aufgreift und dabei Themen wie Liebe, Tod, Tabu, Marginalisierung und Homophobie zur Verhandlung bringt. Interview: Alex Lachkar
10: Lost and won in translation. Esther Gimeno Ugalde über IberTRANSLATIO und die Übersetzungen von Carme Reira 18.08.2022 26:17
Bei der Übersetzung eines Romans ändert sich nicht nur die Sprache, auch die Inhalte werden bisweilen an Wissensstände der Leser:innen, an kommerzielle Interessen oder an politische Haltungen angepasst. Dr. Esther Gimeno Ugalde, postdoc an der Universität Wien, zeigt anhand der katalanischen Erzählungen La meitat de l'ànima, Retorn a casa und Volver und den respektiven Selbstübersetzungen der Auto...
09: Klassenräume. Christina Ernst über die Autosoziobiografie bei Annie Ernaux 04.08.2022 21:51
Die Kategorie der 'sozialen Klasse' hat im französischen Gegenwartsdiskurs eine neuerliche Konjunktur. Dies manifestiert sich auch in literarischen Texten wie Annie Ernaux' La place (1983), Didier Eribons Retour à Reims (2009) oder Édouard Louis En finir avec Eddy Belleguele (2014). Christina Ernst, wissenschaftliche Mitarbeiterin am wissenschaftliche Mitarbeiterin des Leibniz-Zentrums Berlin für...
08: Aufschrei 1619. Jovana Radonić über den Protofeminismus in Lope de Vegas Fuente Ovejuna 14.07.2022 15:09
Wie wurde sexualisierte Gewalt dargestellt und kritisiert, als es noch keinen differenzierten Diskurs über Geschlechterverhältnisse gab und der Feminismus als soziopolitische Bewegung noch nicht existierte? Jovana Radonić gibt Einblicke in die Ergebnisse ihrer Bachelorarbeit, in der sie die Gender-Rollen in Lope de Vegas Fuente Ovejuna (1619) genauer untersucht hat. Interview: Teresa Hiergeist
07: Queere Religionskritik. Camilo Del Valle über Dekonstruktion als Aneingnungsstrategie bei F. Vallejo und J. Winkler 30.06.2022 24:15
Innerhalb der queeren Kulturtradition hat sich ab dem 20. Jahrhundert ein subversiver religionskritischer Diskurs etabliert, der sich vor allem durch seine Ambivalenz auszeichnet. Camilo Del Valle, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FAU Erlangen-Nürnberg, vergleicht die ästhetischen Strategien, auf die der Kolumbianer Fernando Vallejo und der Österreicher Josef Winkler hierfür rekurrieren. Inte...
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