Johannes Thiele
Lyrikschule
Gedichte verstehen Der Podcast verbindet Gedichtrezitation und Deutungsansätze zu den Texten. Damit soll ein erster Verstehenszugang ermöglicht werden. Die Textauswahl umfasst sämtliche Epochen der deutschen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart und nimmt sowohl sehr bekannte als auch weniger bekannte Texte in den Blick.
Author
Johannes Thiele
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May 12, 2026
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Episodes
Folge 43 - An das Baby, Mutterns Hände (Kurt Tucholsky) 18.02.2022 19:12
Zwei Gedichte von Tucholsky - von der Wiege bis zur Bahre. Es war an der Zeit, diesem umtriebigen Dichter auch hier einen Platz zu geben und zu zeigen, dass er und seine Texte immer noch heutig sind. An das Baby Alle stehn um dich herum: Photograph und Mutti und ein Kasten, schwarz und stumm, Felix, Tante Putti … Sie wackeln mit dem Schlüsselbund, fröhlich quietscht ein Gummihund. &nbs...
Folge 42 - Unaufhaltsam (Hilde Domin) 11.02.2022 12:16
Mehr als alles andere verletzten uns häufig Worte. Worte können tiefer und schmerzvoller treffen als physische Attacken. Diese Erfahrung bringt Hilde Domin in ihrem Gedicht kunstvoll und doch intuitiv-verständlich auf den Punkt. Unaufhaltsam Das eigene Wort, wer holt es zurück, das lebendige, eben noch ungesprochene Wort? Wo das Wort vorbeifliegt verdorren die Gräser, werden die Blätter gelb, fäll...
Folge 41 - Die Brück' am Tay (Fontane) 04.02.2022 15:35
Fontanes Balladen sind bis heute integraler Bestandteil des Deutschunterrichts. Doch wie kam es, dass sie sich über eine so lange Zeit halten konnten? Am Beispiel der Brück' am Tay wird verdeutlicht, welche Qualität diese Texte auch heute noch haben. Theodor Fontane: Die Brück’ am Tay When shall we three meet again? Macbeth »Wann treffen wir drei wieder zusamm?« »Um die siebente...
Folge 40 - Nicht gesagt (Marie Luise Kaschnitz) 28.01.2022 21:53
In dieser Folge wird ein Gedicht von Marie Luise Kaschnitz leicht biografisch und zudem intertextuell gelesen. Auf der Oberfläche einfach gestrickt, offenbaren einzelne Wörter einen größeren Bedeutungskosmos. Nicht gesagt Nicht gesagt Was von der Sonne zu sagen gewesen wäre Und vom Blitz nicht das einzig Richtige Geschweige denn von der Liebe. Versuche. Gesuche. Mißlungen Ungenaue Beschreibung Weg...
Folge 39 - Wintergedichte (Hebbel, Fontane, Eichendorff) 24.12.2021 14:03
In dieser letzten Folge des Jahres 2021 geht es um Wintergedichte aus dem 19. Jahrhundert, die den Winter eher als lebensfeindliche und trostlose Zeit kennzeichnen. Minimal sind da die Töne der Hoffnung, aber es gibt sie! Winterlandschaft (Friedrich Hebbel) Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche, Bis auf den letzten Hauch von Leben leer; Die muntern Pulse stockten längst, die Bäche, Es regt si...
Folge 38 - Lockdownlyrik (Hrsg.: Fabian Leonhard) 17.12.2021 19:10
In dieser Folge wird die Anthologie Lockdownlyrik vorgestellt und ausgewählte Texte vorgetragen. Auf Instagram findet ihr unter #lockdownlyrik viele weitere Texte und Beiträge aus dem Band! 1. Felix Wetzel: Wellenbrecher, S. 22 2. Anja Thiele: Die Vögel, S. 73 3. Fabian Leonhard: Ausgangssperre, S. 87 4. Heinrich Ueberall: Wie geht’s, wie steht’s?, S. 30 5. Sibylle Berg: Sonntag auf der Welt, S. 1...
Folge 37 - Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren (Novalis) 10.12.2021 20:55
Dieses Gedicht gehört zu den bekanntesten romantischen Texten und wird alsbesonders programmatisch betrachtet. In dieser Folge wird es Stück für Stück interpretiert. Außerdem werden Ideen gegeben, wie man Schüler:innen dazu anleiten kann, sich die Struktur des Textes besser zu erschließen. Abschließend bleibt die Frage, was uns dieser Text heute noch zu sagen hat, hoffentlich nicht unbeantwortet....
Folge 36 - Stufen (Hermann Hesse) 03.12.2021 14:12
Wohl das bekannteste Gedicht von Hesse, dessen Vers "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" schon sprichwörtlich geworden ist. Das Besondere an diesem Text ist weniger sein Sujet - die Vergänglichkeit -, sondern welche Haltung der Autor damit umgeht. Stufen Wie jede Blüte welkt und jede Jugend Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend Zu ihrer Zeit und dar...
Folge 35 - 12! Ein Zahlengedicht (Gerhard Rühm) 26.11.2021 23:19
Zahlen, Zahlen, nichts als Zahlen! Liebe Hörer:innen habt Mut und stellt euch den Zahlenkolonnen dieses Dichters. Der Text wird zwei Mal eingelesen, um verschiedene Nuancen herauszuarbeiten. Wer mit einer Fasung zufrieden ist, kann gerne zu Minute 9:25 springen. 3, 4, 1 2 3 2 2 3 3 2 3 4 2 3 5, 6, 1, 2 und 3 2, 2 und 3 3, 2 und 3 1 2 3 4 1 2 3 4 5 und 6 5 und 6 5 und 6 5 und 6 5 und 7 5 und 8 5 un...
Folge 34 - Schlechte Zeit für Lyrik, Neue Naturdichtung (Bertolt Brecht, Erich Fried) 18.11.2021 24:47
Darf ein Autor über die Natur schreiben, wenn die Welt dringendere Themen bereithält? Kann ein Autor oder eine Autorin ruhigen Gewissens ein Naturidyll beschreiben oder gibt es nicht geradezu eine Pflicht, sich politischen und gesellschaftskritischen Themen zuzuwenden? Das sind die Fragen, die Brecht und Fried in diesen beiden Texten umtreiben. Nichtsdestotrotz enthalten sie auch naturlyrische Beo...
Folge 33 - Wann ziehn wir ein (Rose Ausländer) 12.11.2021 27:58
Ein wunderschönes, enigmatisches Gedicht, dessen Qualität man beim Lesen fühlen kann, ohne es sofort zu verstehen. Wann ziehn wir ein Wann ziehn wir ein ins besamte Wort Löwenzahnhaus feingesponnen im luftfarbnen Licht Kein Luftschloss Wortall jedes Wort in der Kugel ein Samen Wann graben wir aus den verschütteten Quell werfen alle Münzen in den Brunnen schöpfen Wassersterne für die Löwenzahnwiese...
Folge 32 - An die Sonne (Ingeborg Bachmann) 05.11.2021 20:12
Im heutigen Gedicht unternimmt die Autorin das Wagnis, Liebeslied, Hymne und Klage miteinander zu vereinen und damit eines der schönsten Gedichte des 20. Jahrhunderts zu verfassen, dessen Schönheit vielleicht gerade aus dieser Mischung hervorgeht - aus der Lebenslust, die um den Tod weiß, aus dem Sinn für Schönheit, der dessen Zerbrechlichkeit kennt. An die Sonne Schöner als der beachtliche Mond u...
Folge 31 - Beglaubigung der Jungfer Poeterey (Susanna Elisabeth Zeidler) 29.10.2021 17:53
In dieser Folge geht es um ein emanzipatorisches Gedicht aus der Barock-Zeit. Über die Autorin gibt es fast keine Informationen, aber eins ist klar: Sie war ihrer Zeit weit voraus! Kurzbiografie Susanna Elisabeth Zeidler: http://www.wortblume.de/dichterinnen/zeidle_b.htm Vorwort zu 'Jungferlicher Zeitvertreiber' http://www.wortblume.de/dichterinnen/zeidl00v.htm Beglaubigung der Jungfer Poeter...
Folge 30 - Der Erlkönig und andere Gruselwaldgedichte (Goethe, Hebbel, Fontane) 22.10.2021 35:50
Der Wald ist ein wichtiges Motiv in der Literatur: Mal mystischer Ort, mal nüchtern betrachtete Ansammlung von Bäumen, mal Gegenwelt zur Stadt und dann auch Ort der Ängste des Menschen. In dieser Folge werden drei Waldgedichte besprochen, die vor allem die dunkle Seite des Waldes hervorheben und unsere Angst als Menschen in ihm. Der Text zum Erlkönig: https://de.wikisource.org/wiki/Erlk%C3%B6nig&n...
Folge 29 - das ende der eulen (Hans Magnus Enzensberger) 15.10.2021 28:27
Der heutige Text thematisiert den Kalten Krieg aus einer ungewohnten Perspektive: Mit Blick auf die Natur. Auch wenn er in einer politisch vergangenen Periode geschrieben wurde, ist dieser Text nichtsdestotrotz aktuell und übertragbar auf unsere Gegenwart. Hans Magnus Enzensberger[1]: das ende der eulen (1960) ich spreche von euerm nicht, ich spreche vom ende der eulen, ich spreche von butt...
Folge 28 - Morbide Gedichte (Gottfried Benn, Georg Heym) 08.10.2021 31:26
Gedichte müssen sich nicht nur mit den idyllischen Fleckchen des Lebens befassen. Bestimmte Epochen und Autoren neigen auch gerade dazu, das Morbide in den Fokus zu nehmen. Das gilt besonders für die Zeit des Barock - geprägt durch die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges und sein modernes Pendant den Expressionismus. In dieser Folge werden zwei expressionistische Klassiker präsentiert, literatur...
Folge 27 - Herbsttag (Rainer Maria Rilke) 01.10.2021 19:45
Eines der wohl bekanntesten Herbstgedichte ist 'Herbsttag' von Rainer Maria Rilke. Die Qualität des Textes besteht darin, dass er einerseits die Stimmung des Herbstes genau trifft und andererseits noch eine zweite Ebene hat, in der der Mensch in den Fokus rückt. Herbsttag Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren laß die Winde lo...
Folge 26 - In Ohnmacht gefallen (Günter Grass) 24.09.2021 21:19
Günter Grass ist einer der politischsten Autoren der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auch in seiner Lyrik äußerte sich der Nobelpreisträger für Literatur immer wieder zu aktuellen politischen Themen, wie zuletzt 2012 mit dem umstrittenen Text "Was gesagt werden muss". Der in dieser Folge besprochene Text stammt jedoch aus den 60er Jahren und thematisiert den Vietnamkrieg. Zudem ist seine Auss...
Folge 25 - Das Ende vom Lied (Mascha Kaléko) 17.09.2021 14:23
In dem frühen Gedicht "Das Ende vom Lied" (1933) beschreibt Mascha Kaléko eine existenzielle menschliche Erfahrung: Die Sehnsucht nach dem, was Vergangen ist, nach den Anfängen einer Liebe. Das Ende vom Lied Ich säh dich gern noch einmal, wie vor Jahren Zum erstenmal. - Jetzt kann ich es nicht mehr. Ich säh dich gern noch einmal wie vorher, Als wir uns herrlich fremd und sonst nichts...
Folge 24 - Maniger grüezet mich alsô (Hartmann von Aue) 10.09.2021 25:03
Das zweite mittelalterliche Gedicht, das ich in diesem Podcast bespreche, stammt von Hartmann von Aue. Neben dem Text rede ich über Sprachgeschichte und Sprachwandel, Überlieferungsgeschichte und den Handschriftencensus. Ein Digitalisat des heutigen Textes findet sich unter diesem Link: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg848/0369 Maniger grüezet mich alsô Maniger grüezet mich alsô...
Folge 23 - Zwei Gedichte über Bäume (Theodor Fontane, C. F. Meyer) 03.09.2021 20:16
Bäume sind nicht erst heute durch Bestseller wie Wohllebens "Das geheime Leben der Bäume" oder den japanischen Trend des 'Waldbadens' im Fokus der Menschen. Bäume faszinieren und beeindrucken den Menschen wohl schon immer. Und das hat zu verschiedenen literarischen Auseinandersetzungen mit ihnen geführt, so auch bei Fontane und C. F. Meyer, deren Gedichte ungemein viel miteinander verbinden, die a...
Folge 22 - Drei Arten Gedichte aufzuschreiben (Hilde Domin) 27.08.2021 31:34
In dieser neuen Folge nach der Sommerpause geht es um einen wichtigen Text Hilde Domins. Zudem wird ihre Biografie mit in den Blick genommen, um zum Verständnis des Textes beizutragen. Drei Arten Gedichte aufzuschreiben Ein trockenes Flussbett ein weißes Band von Kieselsteinen von weitem gesehen hierauf wünsche ich zu schreiben in klaren Lettern oder eine Schutthalde Geröll gleitend unter meine Ze...
Folge 21 - Todesfuge (Paul Celan) 30.07.2021 31:31
Die Todesfuge würde ich als Meilenstein der deutschen Literatur nach '45 bezeichnen. Definitiv ein Text, den jeder kennen und - zumindest in Ansätzen - verstehen sollte. Todesfuge Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts wir trinken und trinken wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng Ein Mann wohnt im Haus der sp...
Folge 20 - Bei den weißen Stiefmütterchen (Sarah Kirsch) 16.07.2021 18:31
"Er kommt nicht", ist die schmerzvolle Einsicht des lyrischen Ichs in dem Gedicht 'Bei den weißen Stiefmütterchen'. Warum er nicht kommt? Wie darauf zu reagieren ist? Das erfahrt ihr in dieser Folge. Bei den weißen Stiefmütterchen Bei den weißen Stiefmütterchen im Park wie ers mir auftrug stehe ich unter der Weide ungekämmte alte blattlos siehst du sagt sie er kommt nicht Ach sage ich er hat...
Folge 19 - Der Zauberlehrling (Johann Wolfgang von Goethe) 09.07.2021 17:06
Dieser Text bedarf keiner Vorrede - jeder kennt ihn. Was man da noch Neues erfahren kann? Vielleicht nichts - vielleicht aber doch: zum Beispiel, warum Goethes Reime manchmal so unrein scheinen, oder was der Zauberlehrling mit der Atombombe zu tun hat. Der Zauberlehrling Hat der alte Hexenmeister sich doch einmal wegbegeben! Und nun sollen seine Geister auch nach meinem Willen leben. Seine W...
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