BetDenkzettel

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Religion DE ↓ 747 episodes

BetDenkZettel sind kurze Bet- und Denkanstöße von Fra' Georg Lengerke - in der Regel zu einem Wort aus den Schriftlesungen der Liturgie vom Tag

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Religion

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Jun 19, 2026

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Episodes

Heilige Sünder 1 Kor 1,1-3 15.01.2023

Bis zum 8. Sonntag im Jahreskreis wird dieses Jahr sonntags der erste Brief des Apostels Paulus an die Korinther gelesen. Manchmal sind unsere Briefanfänge höflicher als unsere Meinung über die Adressaten. Wir schreiben „Liebe Anneliese“, obwohl wir Anneliese weder lieben noch lieb finden, und „Sehr geehrter Herr Kollege“, obwohl wir ihm in den folgenden Zeilen keineswegs die Ehre geben. Oft sind...

Die Anfängerin (Hochfest der Gottesmutter acht Tage nach Weihnachten) 01.01.2023

Am Anfang des Jahres frage ich mich, was eigentlich ein Anfänger ist. Ein Anfänger ist ein Mensch, der etwas zu lernen beginnt und es noch nicht gut kann. Ein Anfänger ist aber auch jemand, der etwas Neues beginnt . Jemand, der etwas mit dem anzufangen weiß, was er ist oder hat. Und schließlich kann ein Anfänger jemand sein, mit dem andere etwas anfangen können . Jemand, der andere etwas mit sich...

Zieh mich an (Weihnachten) Lk 2,1-14 25.12.2022

Eine tägliche Frage: Was zieht mich an? Was stößt mich ab? Und: Wovon soll ich mich anziehen lassen? Wovon mich zurückziehen? Bauchgefühl reicht nicht. Es gibt Anziehendes, vor dem ich mich hüten, und Abstoßendes, das ich mir nahegehen lassen soll. Auch verschiedene Ausdrucksformen von Weihnachten können etwas Anziehendes oder Abstoßendes haben. Was zieht Euch an Weihnachten an? Ist es die Unterbr...

MIT (4. Advent) Jes 7,10-14 18.12.2022

Es war das erste Kind seiner jungen Eltern. Eines seiner ersten Worte nach Mami und Papi war „ mit “. Was immer die Mutter unternahm, das Kind sagte: „Mami, mit!“ Wenn die Mami nach nebenan ging, um etwas zu holen: „Mami mit!“ Wenn sie an die Tür ging: „Mami, mit!“ Wollte die Mutter aufs Klo gehen: „Mami, mit!“ Und so bei allem. Einerseits ist das nachvollziehbar. Das Kind will bei der Mutter sein...

FROH (3. Advent) Phil 4,4-5 11.12.2022

Freude kann man nicht anordnen. Und wo sie angeordnet wird, bewirkt das – jedenfalls bei mir – todsicher ihr Gegenteil. Insofern hat der heutige Sonntag ein unerfreuliches Potenzial. Er beginnt mit dem Aufruf zur Freude: Gaudete – Freut Euch! (Phil 4,4) Der Satz ist besonders provokant in einer Zeit, in der Sorgen, Ängste und Bedenken eher mehr werden. Freude wird zum seltenen Glück – oder zum Zei...

TRIEB (2. Advent) Jes 11,1-10 04.12.2022

Mein Vater erzählte vor vielen Jahren einem Bekannten von meinem Entschluss, Priester zu werden. Sein Kommentar: „Ach, wie schade… Ein verdorrter Ast am Stamm.“ Mein Vater war verstimmt (und blieb es noch lange). Denn hier diente das Bild vom Zweig am Baumstamm der Verächtlichmachung. Beim Propheten Jesaja dagegen ist der Trieb aus einem alten Baumstumpf ein Bild für die Ankündigung des Messias, d...

WACH (1. Advent) Mt 24,37-44 27.11.2022

„Der Gehorsam, der mir am schwersten fällt, ist nicht der gegenüber meinen Brüdern“, sagte mir einmal ein Ordensmann, „der schwerste Gehorsam ist der gegenüber meinem Wecker.“ Für die christliche Spiritualität ist das Erwachen mehr als bloß das Ende der Nachtruhe, und Wachheit ist mehr als bloß die Abwesenheit von Schlaf. „Die Stunde ist gekommen, um aufzustehen vom Schlaf,“ schreibt der Apostel P...

Königliche Audienz am Kreuz Lk 23,35b-43 20.11.2022

Als der ägyptische König Faruk 1964 abdankte, meinte er, im Jahre 2000 gäbe es nur noch fünf Könige: die vier aus dem Kartenspiel und den englischen. Als das Christkönigsfest 1925 in der katholischen Kirche eingesetzt wurde, war der Anfang vom Ende der europäischen Königreiche längst gekommen. Doch die Verehrung Christi als König war keine kirchliche Restauration. Sie erzählt die Wahrheit von der...

Woran wir kleben Lk 21,5-19 13.11.2022

Seit Beginn der Pandemie gehe ich möglichst viele Wege durch die Stadt zu Fuß. Das ist nicht nur gesund, sondern manchmal auch schneller als mit dem Auto. Zum Beispiel letzten Montag am Stachus, weil sich einige Klimaaktivisten auf der Straße festgeklebt haben. Die Unbedingtheit, mit der sie vor einer menschengemachten Unbewohnbarkeit der Erde warnen, beeindruckt mich. Ihre Methoden finde ich frag...

Leben ohne Nachspielzeit Lk 20,27-38 06.11.2022

Im Jurastudium bekamen wir zu Übungs- oder Prüfungszwecken manchmal ziemlich unrealistische, konstruierte Fälle gestellt. An die erinnert mich der Fall, den die Sadduzäer für Jesus erfinden: Die Witwe eines Mannes soll seine sechs nacheinander versterbenden Brüder heiraten, um dem ersten nach jüdischem Recht „Nachkommen zu verschaffen“. In allen sieben Fällen erfolglos. Um die Idee der Auferstehun...

Allerheiligen – Wiedersehen mit den Bedrängten Offb 7,2-4.9-14 (Predigt) 01.11.2022

Wenn wir alte Bekannte nach sehr langer Zeit wieder sehen, haben sie sich meist verändert. Manchmal so, dass sie nur schwer zu erkennen sind. Vom Wiedererkennen der Schar der Heiligen „die aus der großen Bedrängnis kommen“ (Offb 7,14), von der Bedrängnis, aus der sie kommen und in der wir noch sind, und davon, dass wir mit ihnen zu dem gehören, dessen Liebe nicht tot zu kriegen ist – davon handelt...

Runterkommen um aufzusteigen Lk 19,1-10 30.10.2022

Gerade war ich für einige Tage in Brügge. Die mittelalterliche Stadt, die Kirchen und Museen, der Blick vom Belfried über Stadt und Land und die Gespräche mit einem Freund waren ein wichtiger Perspektivenwechsel. Wer den Überblick haben will, braucht einen Perspektivenwechsel. In der Landschaft kann das eine Anhöhe sein. In den Herausforderungen unseres Alltags eine Viertelstunde Reflexion am Tag....

Nur nicht wie die anderen Lk 18,9-14 23.10.2022

„Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin,“ sagt der Pharisäer im Gleichnis (Lk 18,11). „Die anderen Menschen“, das sind Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch „dieser Zöllner dort“, der ganz hinten im Tempel vor sich auf den Boden schaut. Es ist das eine, dankbar dafür zu sein, wie ich bin . Es ist etwas anderes, dankbar dafür zu sein, wie ich nicht bin. Das Problem mit de...

Engagiertes Vertrauen Lk 18,1-8 16.10.2022

Ich gehe Leuten ungern auf die Nerven. Ich möchte nicht lästig sein. Und ich werde ungern unhöflich – oder für unhöflich gehalten. Aber es gibt Situationen, in denen solche Rücksichten nicht mehr möglich sind. Notlagen, in denen ein höheres Gut gefährdet ist. Anliegen, die wichtiger sind als die Schonung der Nerven dessen, der helfen kann oder zu helfen verpflichtet ist. Im heutigen Gleichnis erzä...

Den Nahen fern und den Fernen nah Lk 17,11-19 09.10.2022

Manchmal können wir von einem Menschen sagen: Wir sind einander nahe. Oft müssen wir von Menschen sagen: Wir sind einander fern. – Es kommt aber auch vor, dass wir Menschen nahe sind, die uns fern, oder Menschen uns nahe sind, denen wir fern sind. Denkt einmal an Eure Beziehungen, in denen es solche Ungleichheit oder Ungleichzeitigkeit gibt: Zu jemandem der mich wiedererkennt, aber ich ihn nicht....

Unerhörtes Gebet Mt 7,7-11 07.10.2022

Romwallfahrt des Malteser Hilfsdienstes, San Lorenzo vor den Mauern, am Dienstagnachmittag:  Wie viele von denen, die vor mir im Kirchenschiff in Rollstühlen sitzen, werden schon gebetet haben, aufstehen und gehen zu können? - Und sitzen noch immer dort? Wie viele der trauernden Eltern vor mir im Kirchenschiff werden darum gebetet haben, dass ihr schwerkrankes Kind überlebt? - Und nun liegt e...

Das große Kleinklein Lk 17,5-10 02.10.2022

[Heute ist auch Erntedankfest. Auf einen heute im Deutschlandfunk Kultur laufenden Beitrag werde ich an dieser Stelle zu einem späteren Zeitpunkt nochmal eigens hinweisen.] Um 18 Uhr klingelt mein Wecker. Nicht etwa, um mich zu wecken. Er erinnert mich daran, den Arbeitstag zu schließen, bevor das Abendprogramm beginnt. Dann schaue auf das, was ich geschafft oder nicht geschafft habe, auf Unwichti...

Wenn der Himmel auf Erden zur Hölle wird Lk 16,19-31 25.09.2022

Gerade komme ich aus Exerzitien. Jedes Jahr nehme ich diese Zeit, um mein Leben zu ordnen und die schnell zuwuchernden Quellen wieder frei zu legen, aus denen ich täglich lebe. In der Regel sind das 8 bis 10 Tage, in denen ich alle Türen zu und mich unerreichbar mache. Schweigen, vier Gebetszeiten am Tag, tägliches Gespräch mit dem Begleiter, Hl. Messe. Kein Telefon, keine Emails, keine Kurznachri...

Von Schurken lernen Lk 16,1-13 18.09.2022

Mal ehrlich: Es gibt Menschen, mit denen ich ungern zusammen bin. Zum Beispiel mit Leuten, die offensichtlich die Unwahrheit sagen, denen es nur um sich selbst geht oder die ungeniert auf Kosten anderer leben; mit Leuten, die daran nichts ändern und sich von niemandem etwas sagen lassen wollen. Warum bin ich mit denen ungern zusammen? Ich werde ungern belogen und betrogen. Ich möchte nicht schweig...

Gehen als Gefundene Lk 15,1-32 11.09.2022

Die Geschichte des Hauses der Malteser hier im Libanon ist eine Geschichte vom Suchen und Finden, vom Gesucht- und Gefundenwerden. Von außen gesehen haben Volontäre behinderte Menschen gesucht und gefunden, die verloren wurden. Entsprechend könnte man die drei Gleichnisse vom Suchen und Finden im Evangelium verstehen. Dass wir uns ein Beispiel nehmen sollen: an dem Hirten, der das Schaf sucht, an...

Halbe Sachen machen Lk 14,25-33 04.09.2022

Wer von Euch hat schon mal eine Kladde gekauft, um ein Tagebuch zu führen, das ab dem fünften Tag leer blieb? Oder wer von Euch hat schon mal für einen Online-Sprachkurs oder im Fitnessstudio ein Jahr bezahlt und nur sieben Einheiten gemacht? Wir machen halbe Sachen. Entweder, weil wir uns gar nicht wirklich entschieden haben oder weil uns zu viel vornehmen oder weil uns die vermeintlichen Ziele g...

Mach dem da Platz Lk 14,7-14 28.08.2022

Bei feierlichen Essenseinladungen gibt es eine Tischordnung. Die hat für die Einladenden den Vorteil, Begegnungen zwischen Gästen fördern oder vermeiden zu können. Eine Tischordnung kann über das Gelingen von Abenden oder den Verlauf ganzer Biographien entscheiden. Nicht jede Tischordnung ist im Voraus geplant. Als junger Mann war ich auf einem Fest, in dem die Damen einen Schuh in die leere Saalh...

Gottes Pädagogik und häusliche Gewalt Hebr 12, 5–7.11–13 21.08.2022

Gottes Pädagogik ist wie die eines Vaters bei seinem Sohn, sagt der Hebräerbrief. Das ist für viele Menschen keine so ganz gute Nachricht. Erstens weil die Erziehungsmethoden im 1 Jh. andere waren als heute. Zweitens weil es auch heute viele Menschen gibt, für die das Wort „Vater“ für Gott (vorsichtig gesagt) nicht unbedingt hilfreich ist. Drittens kommt hinzu, dass für die Pädagogik Gottes in uns...

Akute Herzbrandgefahr Lk 12,49-53 14.08.2022

Überall brennt’s. In Wäldern und auf Schlachtfeldern, in der Kirche und in der Politik, in Gesellschaften und in Familien und in ruhelosen Gedanken schlafloser Nächte. „Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen.“, sagt Jesus, „wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ Das, so wird gesagt, hat uns gerade noch gefehlt, dass sich jetzt religiöse Fanatiker auf Jesus berufen und als „geistige Br...

Bitte an einen Freund Lk 11,1-13 24.07.2022

In seinem Buch „How to be an Alien“ vergleicht der Exil-Ungar George Mikes die Engländer mit „people on the Continent“. Im Kapitel „How to be rude“ geht es um den Umgang mit einem Lügner. Dem entgegne man auf dem Kontinent: „You are a liar, Sir, and a rather dirty one at that.” In England sage man nur: „Oh, is that so?” oder „That ́s rather an unusual story, isn ́t it?” Ähnlich reagieren die höfli...

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