BetDenkzettel

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BetDenkZettel sind kurze Bet- und Denkanstöße von Fra' Georg Lengerke - in der Regel zu einem Wort aus den Schriftlesungen der Liturgie vom Tag

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BetDenkzettel

Kategorie

Religion

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20. Sep 2026

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Der Sündenfall am Kleiderschrank Gen 2,7-9;3,1-7 26.02.2023

Der Kleiderschrank meiner Eltern war kein besonders gutes Versteck für die Weihnachtsgeschenke. Aber ich hätte auch nicht nach ihnen suchen sollen. Als ich sie fand, hatte ich das Weihnachtsfest versaut. Später verstand ich, dass so die Geschichte vom Sündenfall geht. Ich höre oft, das Nehmen und Essen der Frucht der Erkenntnis von Gut und Böse durch Eva und Adam sei eine Emanzipation gewesen, ein...

Und wem gehört Ihr? 1 Kor 3,16-23 19.02.2023

„All dies gehört Mia“, pflegte der alte Herr in Westfalen zu sagen, wenn er über das stattliche Klostergut schritt. Das klang, als wäre es seins. In Wirklichkeit hatte es seine Frau Mia geerbt, die diesen Kalauer regelmäßig geduldig ertrug. „Alles gehört euch“, schreibt Paulus den Christen in Korinth, „Paulus, Apóllos, Kephas, Welt, Leben, Tod, Gegenwart und Zukunft: Alles gehört euch.“ Das ist zu...

Staunen und lieben 1 Kor 2,6-10 12.02.2023

Nichts Neues! Das ist eine gute Nachricht bei der Krebs-Nachsorge. Und eine schlechte Nachricht für die Verschütteten im Erdbebengebiet. „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“, sagt der Prediger im Buch Kohelet (1,9). Stimmt das? Natürlich sehen und erfahren wir Neues. Aber dieses „Neue“ gab es schon zuvor – nur kannten wir es nicht. Jeder Mensch ist „neu“, aber rein naturwissenschaftlich betracht...

Unbegreiflich schön 1 Kor 2,1-5 05.02.2023

Als ich mit dem Predigen anfing, hat mich die Frage nach der Wirkung mehr beschäftigt als heute. Nicht, dass mir die Wirkung heute egal wäre. Aber damals hat sie mich manchmal regelrecht umgetrieben. Das hatte zum Teil mit meinem Anfängersein zu tun – zum Teil mit meiner Eitelkeit. Wenn jemand mir sagte: „Das war eine schöne Predigt“, habe ich mich gefreut. Später wurde ich dann etwas skeptisch. U...

Ich nehme die Wahl an 1 Kor 1,26-31 29.01.2023

In den vergangenen Tagen haben wir vor den Toren Roms eine neue Regierung des Malteserordens gewählt. Es sollten möglichst die am besten Geeigneten sein. Mit den unterschiedlichsten Meinungen, wer das sei, welche Gaben es braucht und wer welche hat. Und wer gewählt wurde, sagte laut und vernehmlich: „Ich nehme die Wahl an!“ Wie wäre das ausgegangen, wenn wir gewählt hätten, wie Gott gewählt hat? „...

Seid alle (m)einer Meinung! 1 Kor 1,10-13.17 22.01.2023

„Wir sollten gemeinsam nach vorne schauen“, sagt mein Gegenüber. Wir sind auf einer Versammlung meiner Gemeinschaft vor den Toren Roms. Es geht um wichtige Fragen unserer Zukunft und unserer Sendung in der Welt. „Duldet keine Spaltung unter euch“, schreibt der Apostel Paulus den Christen in Korinth. Stattdessen sollen sie einig sein, indem sie mit „einer Stimme“ reden und „eines Sinnes“ und „einer...

Heilige Sünder 1 Kor 1,1-3 15.01.2023

Bis zum 8. Sonntag im Jahreskreis wird dieses Jahr sonntags der erste Brief des Apostels Paulus an die Korinther gelesen. Manchmal sind unsere Briefanfänge höflicher als unsere Meinung über die Adressaten. Wir schreiben „Liebe Anneliese“, obwohl wir Anneliese weder lieben noch lieb finden, und „Sehr geehrter Herr Kollege“, obwohl wir ihm in den folgenden Zeilen keineswegs die Ehre geben. Oft sind...

Die Anfängerin (Hochfest der Gottesmutter acht Tage nach Weihnachten) 01.01.2023

Am Anfang des Jahres frage ich mich, was eigentlich ein Anfänger ist. Ein Anfänger ist ein Mensch, der etwas zu lernen beginnt und es noch nicht gut kann. Ein Anfänger ist aber auch jemand, der etwas Neues beginnt . Jemand, der etwas mit dem anzufangen weiß, was er ist oder hat. Und schließlich kann ein Anfänger jemand sein, mit dem andere etwas anfangen können . Jemand, der andere etwas mit sich...

Zieh mich an (Weihnachten) Lk 2,1-14 25.12.2022

Eine tägliche Frage: Was zieht mich an? Was stößt mich ab? Und: Wovon soll ich mich anziehen lassen? Wovon mich zurückziehen? Bauchgefühl reicht nicht. Es gibt Anziehendes, vor dem ich mich hüten, und Abstoßendes, das ich mir nahegehen lassen soll. Auch verschiedene Ausdrucksformen von Weihnachten können etwas Anziehendes oder Abstoßendes haben. Was zieht Euch an Weihnachten an? Ist es die Unterbr...

MIT (4. Advent) Jes 7,10-14 18.12.2022

Es war das erste Kind seiner jungen Eltern. Eines seiner ersten Worte nach Mami und Papi war „ mit “. Was immer die Mutter unternahm, das Kind sagte: „Mami, mit!“ Wenn die Mami nach nebenan ging, um etwas zu holen: „Mami mit!“ Wenn sie an die Tür ging: „Mami, mit!“ Wollte die Mutter aufs Klo gehen: „Mami, mit!“ Und so bei allem. Einerseits ist das nachvollziehbar. Das Kind will bei der Mutter sein...

FROH (3. Advent) Phil 4,4-5 11.12.2022

Freude kann man nicht anordnen. Und wo sie angeordnet wird, bewirkt das – jedenfalls bei mir – todsicher ihr Gegenteil. Insofern hat der heutige Sonntag ein unerfreuliches Potenzial. Er beginnt mit dem Aufruf zur Freude: Gaudete – Freut Euch! (Phil 4,4) Der Satz ist besonders provokant in einer Zeit, in der Sorgen, Ängste und Bedenken eher mehr werden. Freude wird zum seltenen Glück – oder zum Zei...

TRIEB (2. Advent) Jes 11,1-10 04.12.2022

Mein Vater erzählte vor vielen Jahren einem Bekannten von meinem Entschluss, Priester zu werden. Sein Kommentar: „Ach, wie schade… Ein verdorrter Ast am Stamm.“ Mein Vater war verstimmt (und blieb es noch lange). Denn hier diente das Bild vom Zweig am Baumstamm der Verächtlichmachung. Beim Propheten Jesaja dagegen ist der Trieb aus einem alten Baumstumpf ein Bild für die Ankündigung des Messias, d...

WACH (1. Advent) Mt 24,37-44 27.11.2022

„Der Gehorsam, der mir am schwersten fällt, ist nicht der gegenüber meinen Brüdern“, sagte mir einmal ein Ordensmann, „der schwerste Gehorsam ist der gegenüber meinem Wecker.“ Für die christliche Spiritualität ist das Erwachen mehr als bloß das Ende der Nachtruhe, und Wachheit ist mehr als bloß die Abwesenheit von Schlaf. „Die Stunde ist gekommen, um aufzustehen vom Schlaf,“ schreibt der Apostel P...

Königliche Audienz am Kreuz Lk 23,35b-43 20.11.2022

Als der ägyptische König Faruk 1964 abdankte, meinte er, im Jahre 2000 gäbe es nur noch fünf Könige: die vier aus dem Kartenspiel und den englischen. Als das Christkönigsfest 1925 in der katholischen Kirche eingesetzt wurde, war der Anfang vom Ende der europäischen Königreiche längst gekommen. Doch die Verehrung Christi als König war keine kirchliche Restauration. Sie erzählt die Wahrheit von der...

Woran wir kleben Lk 21,5-19 13.11.2022

Seit Beginn der Pandemie gehe ich möglichst viele Wege durch die Stadt zu Fuß. Das ist nicht nur gesund, sondern manchmal auch schneller als mit dem Auto. Zum Beispiel letzten Montag am Stachus, weil sich einige Klimaaktivisten auf der Straße festgeklebt haben. Die Unbedingtheit, mit der sie vor einer menschengemachten Unbewohnbarkeit der Erde warnen, beeindruckt mich. Ihre Methoden finde ich frag...

Leben ohne Nachspielzeit Lk 20,27-38 06.11.2022

Im Jurastudium bekamen wir zu Übungs- oder Prüfungszwecken manchmal ziemlich unrealistische, konstruierte Fälle gestellt. An die erinnert mich der Fall, den die Sadduzäer für Jesus erfinden: Die Witwe eines Mannes soll seine sechs nacheinander versterbenden Brüder heiraten, um dem ersten nach jüdischem Recht „Nachkommen zu verschaffen“. In allen sieben Fällen erfolglos. Um die Idee der Auferstehun...

Allerheiligen – Wiedersehen mit den Bedrängten Offb 7,2-4.9-14 (Predigt) 01.11.2022

Wenn wir alte Bekannte nach sehr langer Zeit wieder sehen, haben sie sich meist verändert. Manchmal so, dass sie nur schwer zu erkennen sind. Vom Wiedererkennen der Schar der Heiligen „die aus der großen Bedrängnis kommen“ (Offb 7,14), von der Bedrängnis, aus der sie kommen und in der wir noch sind, und davon, dass wir mit ihnen zu dem gehören, dessen Liebe nicht tot zu kriegen ist – davon handelt...

Runterkommen um aufzusteigen Lk 19,1-10 30.10.2022

Gerade war ich für einige Tage in Brügge. Die mittelalterliche Stadt, die Kirchen und Museen, der Blick vom Belfried über Stadt und Land und die Gespräche mit einem Freund waren ein wichtiger Perspektivenwechsel. Wer den Überblick haben will, braucht einen Perspektivenwechsel. In der Landschaft kann das eine Anhöhe sein. In den Herausforderungen unseres Alltags eine Viertelstunde Reflexion am Tag....

Nur nicht wie die anderen Lk 18,9-14 23.10.2022

„Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin,“ sagt der Pharisäer im Gleichnis (Lk 18,11). „Die anderen Menschen“, das sind Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch „dieser Zöllner dort“, der ganz hinten im Tempel vor sich auf den Boden schaut. Es ist das eine, dankbar dafür zu sein, wie ich bin . Es ist etwas anderes, dankbar dafür zu sein, wie ich nicht bin. Das Problem mit de...

Engagiertes Vertrauen Lk 18,1-8 16.10.2022

Ich gehe Leuten ungern auf die Nerven. Ich möchte nicht lästig sein. Und ich werde ungern unhöflich – oder für unhöflich gehalten. Aber es gibt Situationen, in denen solche Rücksichten nicht mehr möglich sind. Notlagen, in denen ein höheres Gut gefährdet ist. Anliegen, die wichtiger sind als die Schonung der Nerven dessen, der helfen kann oder zu helfen verpflichtet ist. Im heutigen Gleichnis erzä...

Den Nahen fern und den Fernen nah Lk 17,11-19 09.10.2022

Manchmal können wir von einem Menschen sagen: Wir sind einander nahe. Oft müssen wir von Menschen sagen: Wir sind einander fern. – Es kommt aber auch vor, dass wir Menschen nahe sind, die uns fern, oder Menschen uns nahe sind, denen wir fern sind. Denkt einmal an Eure Beziehungen, in denen es solche Ungleichheit oder Ungleichzeitigkeit gibt: Zu jemandem der mich wiedererkennt, aber ich ihn nicht....

Unerhörtes Gebet Mt 7,7-11 07.10.2022

Romwallfahrt des Malteser Hilfsdienstes, San Lorenzo vor den Mauern, am Dienstagnachmittag:  Wie viele von denen, die vor mir im Kirchenschiff in Rollstühlen sitzen, werden schon gebetet haben, aufstehen und gehen zu können? - Und sitzen noch immer dort? Wie viele der trauernden Eltern vor mir im Kirchenschiff werden darum gebetet haben, dass ihr schwerkrankes Kind überlebt? - Und nun liegt e...

Das große Kleinklein Lk 17,5-10 02.10.2022

[Heute ist auch Erntedankfest. Auf einen heute im Deutschlandfunk Kultur laufenden Beitrag werde ich an dieser Stelle zu einem späteren Zeitpunkt nochmal eigens hinweisen.] Um 18 Uhr klingelt mein Wecker. Nicht etwa, um mich zu wecken. Er erinnert mich daran, den Arbeitstag zu schließen, bevor das Abendprogramm beginnt. Dann schaue auf das, was ich geschafft oder nicht geschafft habe, auf Unwichti...

Wenn der Himmel auf Erden zur Hölle wird Lk 16,19-31 25.09.2022

Gerade komme ich aus Exerzitien. Jedes Jahr nehme ich diese Zeit, um mein Leben zu ordnen und die schnell zuwuchernden Quellen wieder frei zu legen, aus denen ich täglich lebe. In der Regel sind das 8 bis 10 Tage, in denen ich alle Türen zu und mich unerreichbar mache. Schweigen, vier Gebetszeiten am Tag, tägliches Gespräch mit dem Begleiter, Hl. Messe. Kein Telefon, keine Emails, keine Kurznachri...

Von Schurken lernen Lk 16,1-13 18.09.2022

Mal ehrlich: Es gibt Menschen, mit denen ich ungern zusammen bin. Zum Beispiel mit Leuten, die offensichtlich die Unwahrheit sagen, denen es nur um sich selbst geht oder die ungeniert auf Kosten anderer leben; mit Leuten, die daran nichts ändern und sich von niemandem etwas sagen lassen wollen. Warum bin ich mit denen ungern zusammen? Ich werde ungern belogen und betrogen. Ich möchte nicht schweig...

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